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Das folgende Video ist einfach unpackbar! Nicht nur, was der Elefant malt, sondern vorallem die Präzesion und die Feinmechanik, die dahinter steckt. Das hätte ich a) einem so großen Tier wie dem Elefanten nicht zugetraut und b) so einem Werkzeug wie einem Rüssel erst recht nicht.

Soviel also dazu, dass wir Menschen so furchtbar großartig sind, und zu dem Argument, dass Kunst ein Ausdruck der Seele ist ...die angeblich nur die Menschen haben.

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- BM out -

Als ich am Sonntag lange ausgeschlafen hatte und nur in Boxershorts in die Küche wankte, saß sie bereits am Esstisch. Mit unterschlagenen Beinen balancierte sie auf dem Stuhl, hatte ein Buch vor sich aufgeschlagen. Es war ein Thriller aus meinem Bücherregal. Sie blickte kurz auf, lächelte und winkte kurz, dann senkte sie den Blick wieder und las weiter. Sie war erst im zweiten Kapitel konnte also noch nicht so lange hier sein. Oder war sie vielleicht immer hier? Beobachtete sie mich im Schlaf? Auf der Toilette?
"Wer bist Du? Was machst Du hier? Beobachtest Du mich? Bist Du nur meine Einbildung? Was soll das alles?", fuhr ich sie plötzlich an. Es sprudelte aus mir raus, alles auf einmal, Frage um Frage, einfach nur um Antworten zu bekommen. Es kann sein, dass ich sie sogar nach der Uhrzeit oder Lösungen zu einfachen mathematischen Aufgaben gefragt habe.
Sie blickte mich nur an, völlig ruhig, mit ihren großen Augen. Ihre Mimik zeigte keine Regung, bis sie plötzlich den Zeigefinger an die Lippen führte, mir signalisierte still zu sein. Als ich das endlich begriffen hatte und die Klappe hielt, wandte sie ihren Kopf wieder von mir ab und las weiter.
Natürlich, das machte alles Sinn. Wenn sie lediglich meiner Imagination entsprang, woher hätte sie Antworten auf etwas haben sollen, dass ich selber nicht verstand. Und wenn sie ein Geist war, was würde es sie kümmern, wenn ein dummer Sterblicher sie mit Fragen bombardierte. Ich beschloss sie zu ignorieren, und mich um meine eigene Sachen zu kümmern. Sollte ich tatsächlich den Verstand verlieren, dann konnte ich das ruhig auch mit einem Frühstück im Magen und nach Möglichkeit geduscht und rasiert.

Damit ging ich in die Küche, startete die Kaffeemaschine und den Toaster, kramte in den wenigen Vorräten im Kühlschrank rum, bereitete mir ein großes Frühstück zu. Als ich mit einem Teller Brote in der einen Hand und der Tasse Kaffee in der anderen wieder zurück zum Esstisch kam, war sie weg. Das Buch lag noch immer aufgeschlagen da, die Seiten waren gerade dabei wieder zuzufallen. Ich stellte meine Sachen ab, und griff nach der Zeitung vom Vortag, von der ich ein Stück abriss. Ich schob den Zettel als Lesezeichen zwischen die Seiten, von denen ich annahm, dass es die letzten gewesen waren, die sie gelesen hatte bevor sie wieder verschwunden war. Wer weiß, vielleicht konnte sie das ja selbst nicht so kontrollieren?

Als sie am späten Nachmittag des selben Tages wieder auftauchte, ich saß gerade vor dem Computer, hatte ich bereits für mich den Entschluss gefasst, dass ich sie einfach akzeptieren würde. Sollte sie eine verlorene Seele sein, würde es nicht an mir liegen, ob sie sich hier aufhalten dürfte. Und wenn ich tatsächlich den Verstand verlor, nun ja, dann wollte ich mich mit meinem Hirngespinst wenigstens anfreunden. Ich entschuldigte mich bei ihr dafür, sie in der Früh so angefahren zu haben, wobei ich keine Ahnung hatte, ob sie mich überhaupt verstand. Sie selber sagte nichts, verzog keine Mine, blieb dann aber hinter mir stehen und sah mir zu wie ich ein Kartenspiel spielte. Nach dem ich ein paar Partien verloren hatte, und mich zu ihr umdrehen wollte, war sie schon wieder weg. Diesmal hatte ich aber das bestimmte Gefühl, dass sie wieder kommen würde.

Und sie kam tatsächlich wieder. Jeden Sonntag, und blieb dann auch oft länger, oder verschwand auch mal nur für kurze Zeit um dann wieder aufzutauchen. Die Intervalle variierten stark, manchmal waren es nur wenige Minuten, die ich sie in meiner Umgebung sah, dann auch mal eine knappe Stunde am Stück. Ihr Verschwinden ging genauso überraschend und plötzlich von statten wie ihr auftauchen. Ich schaute hin, sie war da. Ich schaute wieder hin, und sie war weg.
Manchmal schauten wir gemeinsam fern, oder saßen beide lesend auf der Couch. Manchmal schaute sie mir zu, wie ich am Computer saß, hin und wieder unternahmen wir Dinge getrennt von einander, in dem Sinn, dass ich wusste, dass sie gerade in der Wohnung war, aber ich deswegen nicht alle liegen und stehen lies. Es wurde für mich komplett normal, dass ich ein Zimmer betrat und ihr bläulicher Schimmer bereits da war, wobei sie fast ausschliesslich im Wohnzimmer blieb.
Je öfter wir uns trafen, umso mehr fielen mir kleine Veränderungen an ihr auf. Es war nicht so, dass sie immer die selbe Kleidung trug, aber ohne Farbe ist es gar nicht so leicht die Dinge auseinander zu halten. Aber ich konnte durchaus verschiedene Schnitte wahrnehmen, da sie eher schlichte Kleidung zu bevorzugen schien. Nach etwa 2 Monaten fiel mir auch auf, dass ihre Stirnfransen etwas weiter ins Gesicht hingen und ihr Pferdeschwanz länger geworden war.
Mittlerweile war es so, dass sie mich immer anlächelte wenn sie mich sah, und auch ein wenig Feedback gab. Mir schien fast so, als wollte sie zwar eine vernünftige Kommunikation unterbinden, aber sie der Verlockungen die ich ihr bot nicht widerstehen konnte. So lies ich ihr einmal die Wahl zwischen den DVDs die wir uns anschauen konnten, oder schob ihr einen Sessel zum Computertisch, damit sie nicht stehen musste. Ich wusste natürlich nicht, ob Geister stehen als anstrengend empfanden, aber ein gewisser Komfort ist nie schlecht.

Ich für meinen Teil hatte beschlossen anzunehmen, sie wäre ein Geist. Natürlich wollte ich nicht den Verstand verlieren, also wäre eine Annahme dieses Zustandes, völlig gegen jede Regel der Vernunft gewesen. Und Vernunft, so schloß ich, wäre das mindestes, was ich zeigen sollte, wenn ich meinen Verstand zum Verweilen veranlassen wollte.
Witzig war auch, dass ich ihr nie einen Namen gegeben hatte. Wenn ich an sie dachte, bin ich anfangs immer darüber gestolpert, dass ich keinen Begriff hatte, der sie bezeichnet hätte. Es ist nicht einfach, wenn man in einer Welt lebt, in der alles eine Bezeichnung oder einen Namen hat, und man es plötzlich mit etwas oder jemandem zu tun hat, der komplett ohne dem auskommt. Aber es war tatsächlich so, dass ich nicht auf die Idee gekommen wäre, mir irgendeinen Namen für sie auszudenken, oder von ihr als "der Geist" oder "das Hirngespinst" zu denken. Wenn ich an sie dachte, dann war es einfach nur 'sie', und damit war ich auch hellauf zufrieden.

Nach dem ersten Gespräch mit Viktor habe ich sie keinem meiner Freunden gegenüber mehr erwähnt, und auch Vik schien die Geschichte längst vergessen zu haben. Doch nach einigen Wochen fiel meinen Freunden auf, dass ich Sonntags keine Zeit mehr für sie hatte. Ich wollte diese gemeinsamen Sonntage mit ihr einfach nicht verpassen, und schaffte es so, allen anderen mehr oder weniger gelungene Ausreden aufzutischen, warum ich keine Zeit für Unternehmungen hätte. Irgendwann muss Viktor sich aber wieder an diese Geschichte erinnert und es den anderen erzählt haben. Denn eines Samstag vormittags stand die gesamte Truppe vor meiner Wohnungstür.

"Komm pack ein paar Sachen, wir fahren fort."
"Wie, fort?", ich war schon überrascht genug meine Freunde unangekündigt vor der Tür stehen zu haben. Ein spontaner Urlaub war da eine Stufe zu hoch, um ihn einfach im Lauf mitzunehmen.
"Ja, wir fahren an den Teich. Ein gemütliches, sonniges Wochenende, Grillerei, Bier. Hopp-Hopp."
"Ähm.", strauchelte ich weiter. Mir fiel so spontan keine glaubhafte Ausrede ein, außerdem war in ihren Gesichtern anzusehen, dass sie auch keine Widerrede tulden würden.
Andi, besser gesagt seine Eltern, hatten ein Wochenendhaus an einem Schotterteich außerhalb der Stadt. Seit Jahren war es Tradition, dass wir mehrmals im Jahr solche Ausflüge dorthin unternahmen, den Griller anwarfen und Karten spielten. Ich lies also die Jungs rein, während ich meine Sporttasche mit dem nötigsten befüllte. Als ich gerade mit Zahnbürste und anderen Toiletteartikeln aus dem Bad kam, bemerkte ich, wie Tom und Vik im Wohnzimmer standen und sich offensichtlich sehr genau umschauten. Mir war sofort klar, was vor sich ging.
"Sucht ihr was?"
Die beiden warfen sich einen kurzen Blick zu. "Ist sie gerade hier?"
"Wer?", ich versuchte es so beiläufig zu sagen, wie es ging, und packte nebenbei meine Tasche fertig.
"Hm, ach nichts."
Und ich belies es dabei und zu meinem Glück sprachen auch die Jungs das gesamte Wochenende nicht mehr darüber. Und es wurde wirklich ein schönes Wochenende, das Wetter spielte mit und wir hatten gewohnt viel Spaß. Als sie mich Sonntag Abend wieder vor dem Haus absetzten, hatte ich komplett vergessen, dass ich somit meine halbdurchsichtige Mitbewohnerin versäumt hatte.

- BM out -

Wie gestern bereits angekündigt, werde ich künftig regelmässig etwas für die Rubrik "Geschriebenes" veröffentlichen. Und zwar habe ich mir dafür folgenden Update-Turnus überlegt: Jeden Dienstag und Freitag gibt es einen neuen Text.

Manches davon wird wohl wirklich sehr fragmenthaft sein, fürchte ich. Und diejenigen die meine alte Homepage kennen, werden ein Deja-vu erleben, da ich vorhabe die Texte von dort ebenfalls zu recyclen. Ich hoffe aber, dass ich so nun wirklich dazu komme, mehr und mehr Neues zu schaffen. Mehr Ideen, die bisher nur als grobe Rohbauten bestehen, auszuarbeiten und richtig aufzuschreiben. Vielleicht werde ich auch hergehen, und bereits Gepostetes überarbeiten oder fortzusetzen. Je nachdem wie ich voran komme.

Die aktuelle Geschichte "Meine semi-transparente Freundin" wird übrigens komplett in 3 Teilen erzählt. Bin zu meiner eigenen Freude schon sehr weit fortgeschritten.

- BM out -

Ich schrecke hoch und taste die Matratze neben mir ab. Die Welt außerhalb des Konkons, den ich mir aus meiner Decke, in die ich eingewickelt war, gesponnen hatte, ist kalt. Der Kopfpolster neben meinem unberührt. Natürlich. Das Schlafzimmer erstreckt sich in kompletter Finsternis um mich herum gleichmässig bis in die Unendlichkeit. Meine innere Uhr sagt mir, dass es irgendwo zwischen 3h und halb 4h sein muss. Viel zu früh, um viel zu früh aufzustehen. Ich seufze tief, sinke wieder zurück auf meinen Polster. Ich bin alleine, alles ist in Ordnung, ich kann ruhig weiter schlafen. Langsam dämmere ich weg. Ist es wirklich in Ordnung, dass ich alleine bin? Sollte sie nicht doch da sein? Mit den Gedanken an sie schlafe ich wieder ein.


Ich weiß nicht, wann es genau begonnen hat, oder ab wann es mir bewusst aufgefallen ist. Instinktiv lege ich den Zeitpunkt immer auf eine Zeit vor etwa 6, 7 Monaten. Es gab nichts was zu dieser Zeit in meinem Leben so besonderes vorgefallen wäre, etwas dass außergewöhnlicher als sonst oder einschneidender gewesen wäre, um so einen Effekt auf mich zu haben. Irgendwann habe ich halt festgestellt, dass ich nicht mehr allein war. Dass ich jemanden bei mir in der Wohnung hatte.
Ich bin sicher, dass es nicht plötzlich geschehen sein konnte. Irgendetwas musste ich gespürt haben, sonst hätte ich diese Veränderung nicht so hingenommen. Vielleicht waren schon immer wieder mal Dinge verstellt gewesen, oder tauchten an anderen Plätzen wieder auf als ich mich erinnern konnte. Kleinigkeiten die man auf ein schlechtes Erinnerungsvermögen schieben konnte.
Andererseits bin ich wohl tatsächlich seltsam genug, dass man mir zu trauen könnte, dass mich so eine Erscheinung nicht weiters beunruhigt. Aber ich kann mich jedoch ganz genau an diese erste Begegnung erinnern, dieses erste Mal wo ich sie gesehen hatte.

Es war ein Sonntag gewesen, und ich hatte mir gerade einen Teller Suppe aus der Küche geholt und wollte mich damit an den Tisch setzen. Der Fernseher lief, irgendein schwarz-weiß Film aus den späten 50ern. Ich kam also ins Wohnzimmer, und sie saß bereits auf der Couch, die Füße gemütlich auf dem Glastisch liegend, schaute sich den Film an. Sie warf einen kurzen Blick in meine Richtung, und ich stand wie ein Idiot mit dem Suppenteller in der Hand da und starrte sie an.
Sie schien an mir offensichtlich weniger Interesse zu haben, als an dem Cary Grant-Film und so setzte ich mich an den Esstisch und löffelte meine Broccolicreme-Suppe. Da sie mich bei meinem Eintreten ziemlich ignoriert hatte, konzentrierte ich mich auch komplett auf den Fernseher und Teller und Löffel. Als ich fertig gegessen hatte, warf ich noch mal einen Blick in ihre Richtung, aber sie war weg. Es wunderte mich nicht, sie war zu blass und durchsichtig gewesen um wirklich dort zu sitzen. Erst sprach ich der Suppe einen Halluzinogenen Effekt zu, aber da ich die erst gegessen hatte, nachdem ich sie gesehen hatte, war meine Einbildung offensichtlich ohne zu Hilfenahme irgendwelcher Substanzen mit mir durchgegangen.

Als ich am folgenden Sonntag von einem Spaziergang zurück in die Wohnung kam, blieb ich gleich mal verwundert in der Türe stehen. Der Fernseher lief, und ich war nicht bloß sicher, dass er nicht gelaufen war, als ich fortgegangen war, sondern auch, dass ich ihn schon ein paar Tage nicht benutzt hatte. Da nur meine Mutter einen Ersatzschlüssel hatte, und die sich nicht unangekündigt in meiner Wohnung aufhalten würde, war ich einigermassen irritiert. 'Einbrecher nehmen Fernseher mit, und brechen nicht zum Fernsehen in fremde Wohnungen ein', sagte ich mir, während ich mich durch das Vorzimmer Richtung Wohnzimmer schob.
Ich drückte die angelehnte Wohnzimmertür weit genug auf, um sie ausgestreckt auf der Couch liegen zu sehen, den Blick auf den Fernseher geheftet. Scheinbar lief eine Doku, ich konnte zwar den Schirm nicht genau sehen, aber die sonore Stimme des Sprechers erzählte gerade etwas darüber, dass "... die Weißkopfruderente zu den durch Bastardisierung bedrohten Vogelarten gehört...". Kopfschüttelnd ging ich zurück, schloss die Wohnungstür, zog die Schuhe aus und hing die Jacke auf. Dann ging ich wieder ins Wohnzimmer, wo sie zu meiner Überraschung noch immer auf der Couch lag und sich diese Enten-Doku ansah. Als sie mich näher kommen sah, lächelte sie mir zu und setzte sich auf. Da sie mir schon so nett Platz gemacht hatte, musste ich mich natürlich hinsetzen. Anstandshalber natürlich auf das entfernte Ende.
Erst versuchte ich mich darauf zu konzentrieren zu verfolgen was in der Dokumentation erzählt wurde, doch nach einigen Minuten konnte ich nicht umhin und musste zur ihr rüber schauen. Es war nun doch einige Jahre her, dass ich mit einer Frau allein in meiner Wohnung gesessen habe ... auch, wenn es dieser hier offensichtlich irgendwie an Substanz fehlte.
Sie war durchaus hübsch, mit großen Augen und einer markanten Nase die eine Art Höcker hatte, als ob sie mal gebrochen war und einem Pony und einem schlichten Pferdeschwanz. Sie trug ein einfaches T-Shirt mit rundem Ausschnitt und Caprihosen, wie bei allem anderen an ihr, hätte ich der Kleidung keine Farbe zuordnen können. Alles an ihr war blass und farblos, und mit einem leicht bläulichen Schein unterlegt. Sie war nicht komplett transparent, aber offensichtlich nicht wirklich körperlich, feststofflich. Mir war klar, dass ich, sollte ich versuchen sie zu berühren, ich wohl durch sie durchgreifen würde. Aber der Gedanke sie zu berühren ist mir wohl erst viel später gekommen. In dem Moment war ich einfach nur fasziniert, dass sie neben mir auf der Couch saß. Irgendwann merkte sie, dass ich sie anstarrte, und schaute kurz zurück. Sie verzog das Gesicht zu einem schiefen Grinsen und nickte dabei wieder Richtung TV. Sie hatte ja recht, dort vorne spielte die Musik, und die Weißkopfruderente war mir nun wirklich nicht sonderlich geläufig. Dennoch warf ich immer wieder einen prüfenden Blick in ihre Richtung, bis ich irgendwann wieder alleine in der Wohnung saß. Die Doku schaute ich aber trotzdem fertig, nur so für den Fall, dass sie wieder kommen würde und wissen wollte, was sie versäumt hat.

Am folgenden Abend traf ich mich mit meinem Freund Viktor und erzählte ihm von dieser Begegnung.
"Na, das hat ja passieren müssen.", war seine Antwort.
"Wie meinst Du das?"
"Na komm, wie oft haben wir dir schon gesagt, dass es längt mal wieder an der Zeit ist, dass du dir ne Freundin suchst? Aber du lässt ja keine an Dich ran, und jetzt hat's dir die Elektrik geschmissen und du fantasierst Dir eine Frau in die Wohnung."
Von dem Standpunkt hatte ich das noch gar nicht betrachtet.
"Ich dachte eigentlich, dass sie ein Geist ist, oder so.", warf ich meine Theorie, die ich mir in der Zwischenzeit zusammen geschustert hatte, ins Rennen.
"Wie? So verlorene Seele die auf Erden wandelt? Oder mehr Poltergeist, Racheakt aus dem Totenreich?"
"Naja, nach bösem Poltergeist schaut sie mir nicht aus. Und bitte, was soll das denn für eine Rache sein?"
"Eine Enten-Doku? Ich will ja nichts gegen den Bildungsauftrag sagen, aber das Fernsehprogramm bietet genug schlechtes Material das unterhaltsamer ist."
Da hatte Vik einen weiteren Punkt gesammelt.
"Aber sollte sie als Poltergeist nicht meine Dinge verrücken? Spuken und so? Mich ängstigen? Ich fand die eigentlich niedlich."
"Ja, wäre ja noch besser, wenn Du dir eine Frau ausdenkst, die Dir noch nicht mal gefällt..."
"Jetzt lass mal deine Idee fallen, dass ich spinne. Was ist wenn sie wirklich ein Geist ist?"
"Dann solltest du wohl einen Exorzisten anheuern. Und dir dann endlich eine neue Freundin suchen." Nachdem er von seinem Bier genippt hatte, wechselte Viktor das Thema und ich lies es dabei bleiben.

Es versteht sich von selbst, dass mich die gesamte folgende Woche lang beschäftigte, ob sie am nächsten Sonntag wieder da sein würde. Ich überlegte mir, alles mögliche was ich tun könnte, und war sogar nah dran gewesen, das Wochenende bei meinen Eltern zu verbringen, und erst gar nicht in der eigenen Wohnung aufzutauchen. Aber die Neugier siegte, und so blieb ich doch daheim. Ich beschloss viel mehr auf der Lauer zu liegen und genau zu beobachten was sie tun würde.

- BM out -

Nachdem ich kürzlich ein paar handschriftliche Notizen gefunden habe, mit Texten die ich vor einigen Jahren geschrieben habe, habe ich mich dem Nostalgie-Trip einer Reise durch den "Dokumente"-Ordner meiner Festplatte hingegeben. Dabei habe ich einiges wieder entdeckt, dass ich komplett vergessen hatte, oder auch jene Geschichten, von denen ich mir immer wieder vornehme sie endlich mal zu Ende zu schreiben.

Das "interessante" an meiner Schreiberei ist, dass ich weiß, das ich nichts zu Ende schreibe, und deswegen aufgehört habe mit dem Schreiben zu beginnen. Statt dessen, lege ich mir nur mehr Kurzzusammenfassungen oder Dateien mit Stichwörtern an. Somit geht die eigentliche Idee nicht verloren, aber ich muss mich auch nicht darüber ärgern, eine weitere angefangene Geschichte rumliegen zu haben.

Eine dieser Geschichten habe ich mir aber nun doch hergenommen, als ich sie wieder entdeckt habe und begonnen sie zu schreiben. Es ist eine jener Stories, die sowieso als Kurzgeschichte angelegt war, und von der ich mir noch am ehesten erhoffen kann, sie fertig zu stellen.

Gestern und heute habe ich also tatsächlich mehr oder weniger fleissig geschrieben, und es liest sich auch gar nicht so schlecht, finde ich. Natürlich nicht so inspiriert, wie es wohl geworden wäre, wenn ich mich gleich damals damit hingesetzt hätte, aber durchaus meinen Erwartungen entsprechend.

Bislang sind etwa zwei Drittel fertig, und somit stehen die Chancen gut, dass ich in den nächsten Tagen auch den letzten Teil dazu fertigstellen kann. Mittlerweile habe ich aber beschlossen, dass ich nun in regelmässigen Abständen irgendwas von dem vielen Text-Gerümpel entstauben und hier veröffentlichen möchte.

Im Zuge dieser Restaurationsarbeiten, hoffe ich natürlich, dass ich auch ein wenig weiter schreibe oder das vorhandene Material wenigstens ein wenig aufpolieren kann.

Morgen werde ich das Ganze eröffnen, in dem ich den ersten Teil von "Meine semitransparente Freundin", dem Text an dem ich gerade arbeite, online stelle. Damit wird die schwach ausgestattete "Geschriebenes"-Sektion hier auch endlich wieder ausgepolstert.

- BM out -

 

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