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Jahresrueckblick 2017

Das war mal ein ...interessantes Jahr. So allgemein, für die Welt. Ein bisschen auch für mich, so als Teil der Welt.
Ich habe heute dieses Bild auf orf.at gesehen, das mir als eine sehr passende Zusammenfassung erscheint:

Okay, das klingt jetzt alles viel düsterer als es war.

Arbeit
Das Arbeitsjahr hat besser begonnen als es aufgehört hat. Denn der Herbst war einfach nur lächerlich. Eine lange Liste an Projekte für die mir keine Ressourcen bereitgestellt wurden, und trotzdem habe ich laufend Überstunden geschrieben. Dass meine Unitleiterin jetzt gekündigt hat trifft mich nur deswegen nicht sonderlich, weil sie die letzten 4 Monate für mich eh kaum greifbar war.
Das heißt natürlich, dass es nur mehr besser werden kann. Neue Leitungen kehren besser, wie man weiß.

Fun Fact:
Als ich kürzlich gefragt wurde, wie es mit meinen Absichten zum nächsten Jobwechsel ausschaut, bin ich auf Folgendes draufgekommen: Ich war 5 Jahre im Einzelhandel, 4 Jahre in der Telekommunikation, 3 Jahre im Verlagswesen und jetzt 2 Jahre im Marketing. Würde ich jetzt nach etwas anderem suchen, könnte man vermuten, dass ich den nächsten Job nur 1 Jahr lang mache :D

Unterwegs
Heuer habe ich mal wieder eine nette Reise unternommen.
Ich bin zur Paradox-Con (der Fan-Veranstaltung eines schwedischen Computerspiele-Entwicklers/Publishers) nach Stockholm geflogen und habe mich dann mit dem Zug südwärts gearbeitet.
Auf der Strecke habe ich mir dann zusätzlich noch Göteborg, Malmö, Kopenhagen, Roskilde und Hamburg angeschaut. Leider habe ich mir für die ganze Reise nur 2 Wochen Zeit genommen, was zu sehr kurzen Aufenthalten geführt hat. Da das Wetter aber zumindest in Schweden mies war, wars okay ;)

Nächstes Jahr gehts übrigens wieder zur PDX-Con. Den Rückweg trete ich in diesem Fall über das Baltikum an :)

Musik
Ich war heuer sehr schwach unterwegs, was die Musik angeht. Das Nova Rock habe ich ausfallen lassen und auch im Herbst war ich auf keinen Konzerten. Ich habe auch kaum neue Musik gekauft bzw habe ich vor allem Film- und Videospiel-Soundtracks gehört.

Ich glaube, dass ich nur ein einziges 2017 erschienenes "normales" Album gekauft habe. Und das war eine EP. Nine Inch Nails "Add Violence". Eine wirklich gute Platte (ist mir egal, dass ich nur MP3s und kein Vinyl habe :-p), mit 5 Liedern, von dem eines um ca 7 Minuten zu lange ist.

Beste Musik des Jahres geht aber an den Soundtrack zu NieR: Automata. Die unterschiedlichen Variationen der einzelnen Themes, teilweise mit Vocals, manchmal "hell"/"dunkel" ergeben zusammen mehr als 6 Stunden Musik. Der Soundtrack hat übrigens bei den Video Game Awards 2017 in seiner Kategorie den Sieg eingestrichen.

Kino
Nach der schlechten Ausbeute 2016 war klar, dass das besser werden muss. Deswegen war eigentlich auch der Plan, dass ich jede Woche mindestens einmal ins Kino gehen MUSS!
Das habe ich in der ersten Jahreshäflte auch ziemlich gut gehalten. (21 neue Filme im regulären Kino). In der zweiten Jahreshälfte bin ich dann schon schlechter ausgestiegen, vor allem, da ich mich dann im Dezember kaum mehr ins Kino geschleppt habe (14 neue Filme im regulären Kino). Ergänzt durch Sommerkino und Sondervorstellungen (8 Filme) und die Viennale (15 Filme), komme ich dann mit den mehrfach geschauten Filmen doch auf fast 60 Kinobesuche.

Bevor ich zu meinen Top 5 übergehe, möchte ich hervorheben, dass heuer ein unglaublich starkes Jahr für Marvel Comic Verfilmungen war. Eigentlich hatte ich ja schon ein bisschen die Nase voll. Guardians 2 und Spiderman Homecoming haben aber wieder frische Farbe und etwas Wind hineingebracht. ...und dann sind auch welche in meine Top 5 gekommen.

Meine Top 5 (in alphabetischer Reihenfolge):
Baby Driver
"Baby" würde gerne einfach nur in ein Auto einsteigen, die Musik aufdrehen und mit der süßen Kellnerin Deborah Richtung Horizont fahren.
Leider geht das nicht so einfach, da er sich erst als Fluchtfahrer für Bankräuber bei einem Unterweltboss freikaufen muss...

Hach. Was für ein Film. Was für ein Soundtrack.
Edgar Wright gehört zu meinen Lieblings-Regisseuren, weil er ein wunderbares Timing für Schnitt hat. Das funktionierte schon super bei Comedy & Action (Cornetto Trilogie, Scott Pilgrim) ...und jetzt auch mit Musik und Action. Hier passt jeder Beat und jeder Schnitt und wie üblich lohnt es sich, darauf zu achten, was im Hintergrund passiert.


Logan
Wolverine, der Mutant mit der Superselbstheilung, stirbt langsam aber doch. Professor X ist dement und mit seiner psychokinetischen Kraft eine tickende Zeitbombe. Die anderen Mutanten sind schon lange Tod. Eine Ära geht zu Ende.
Dann taucht plötzlich ein Mädchen auf, das Wolverines Fähigkeiten besitzt und weiß, wo weiterhin Mutanten in Sicherheit leben. Statt Roadtrip wird es aber eine Flucht...

Was für eine Überraschung. Nach unzähligen X-Men und Wolverine-Filmen, deren Qualität in alle Richtungen ausschlagen, kam mit "Logan" nun ohne Frage der beste Film der Reihe. Denn zum ersten Mal ist es nicht bloß eine klischee-Comic-Story mit bunter Action, sondern emotional und packend. Ein krönender Abschluss für Hugh Jackmans Zeit als Wolverine, mit dem er ähnlich große Fußstapfen hinterlässt, wie Heath Ledger mit seinem Joker.


Manchester by the Sea
Eigenbrödler Lee bekommt die Obsorge über seinen verwaisten Neffen übertragen. Unwillig aber doch zieht er für die ersten Monate zurück in seine Heimatstadt, damit der Teenager das Schuljahr abschließen kann.
Lee ist immerhin aus gutem Grund aus Manchester weggezogen, hat er doch seine Familie hier verloren und kann den Erinnerungen hier nicht aus dem Weg gehen. ...langsam geht ihm die Energie aus, das Umfeld zu ertragen.

Drama. Das Genre. Die Handlung.
Ich sage über Casey Affleck immer, dass er sich nicht anstrengen muss, um traurig zu wirken. ...aber hier hat er sich angestrengt und zieht den Zuschauer mit sich. Hinunter. Ganz tief runter.
Dafür hat er einen Oscar bekommen und die Taschentuchindustrie ein Umsatzplus.


Moonlight
Der Film folgt Chirons-Leben von seiner Kindheit bis in seine späten 20er in 3 Kapiteln.

Es ist sehr schwer eine Zusammenfassung zu geben, ohne zu viel über den Inhalt des Films zu verraten. Chiron ist schwarz, arm und wird von seiner Crack-abhängigen Mutter lieblos behandelt. Als Teenager stellt er fest, dass er schwul ist - und das macht es auch nicht einfacher.
Ich habe mich noch nie in meinem Leben wie ein schwarzer, schwuler Drogendealer gefühlt ...außer in den 2 Stunden mit "Moonlight".


Thor: Ragnarok
Noch bevor Donnergott Thor den Tod seines Vaters wirklich verarbeiten kann, taucht seine ihm bisher unbekannte ältere Schwester Hela auf, um ihr Thronrecht klar zu stellen. Die trägt ihre rote "Make Asgard great again"-Mütze und zirka 15 Minuten später befindet Thor sich auf einem fremden Planeten in der Arena des sogenannten Grandmasters.
Manche Tage...

Ich habe mich ja hier schon mal zu Thor: Ragnarok geäußert. Wenn es um pure "von einem Ohr zum anderen grinsen"-Unterhaltung geht, war das hier der Film des Jahres. Der Film ist so verdammt kurzweilig, dass ich ihn mir sogar ein zweites Mal angeschaut habe.

Bücher
Man könnte ein Muster entdecken, wenn ich sage, dass ich in den letzten Monaten kaum gelesen habe.
Das lag vor allem daran, dass ich seit einigen Wochen ein Sachbuch in der Tasche rumtrage, für das mir einfach der Kopf fehlt. Ich bin aber lieber stur und trage es rum, statt es gegen eines der vielen anderen Bücher auf dem Lesestapel zu tauschen....

Mal schauen, was habe ich denn heuer interessantes gelesen?
"Gegen Wahlen. Warum abstimmen nicht demokratisch ist" hat mir nicht unbedingt die Augen geöffnet. Es hat mir erklärt, was ich eigentlich schon lange gesehen aber nicht verstanden habe. Weil es auf den ersten Blick ideologisch falsch klingt. Aber Wahlen und Demokratie sind nicht das Gleiche. Wie das Buch außerdem schön zeigt: Wahlen sind eigentlich das Gegenteil von dem, was sich die Erfinder der Demokratie gedacht haben.

Leichtere Kost gewünscht?
Lubetkins Erbe / The Lubetkin Legacy von Marina Lewycka. Bertie, arbeitsloser Schauspieler Jenseits 50, versucht den Tod seiner Mutter zu vertuschen, damit er die Wohnung behalten kann. Er heuert eine verwirrte Ukrainerin an, die der Kontrolleurin der Genossenschaft die Mutter vorgaukeln soll, bis die Übernahme "mit warmen Händen" durch ist.
Es gibt einen Subplot über eine junge Frau die für eine NGO nach Afrika geht und dort eine Korruptionsaffäre aufdeckt, damit es nicht zu lustig ist... Zumindest wüsste ich nicht, aus welchem anderen Grund diese Geschichte so zwischen den Kapiteln steckt.

Ich mag die Bücher von Marina Lewycka einfach.


So...und das wars schon mit heuer.
Laut dem Horoskop in der Ganzen Woche (Quelle: ein Wochenende bei den Großeltern und ein fadisierter Bruder, der dann sogar die Kontaktanzeigen der NÖN gelesen hat) wird 2018 mein absolutes Glücksjahr.
Laut dem Horoskop in der Maxima (Quelle: ein ganz normales Telefonat mit meiner Mutter) stehen meine Liebessterne ganz besonders toll.
Laut meinem Kalender geht es mit dem gewohnten Wahnsinn einfach weiter ;)

Aber. Ich habe tatsächlich Dinge vor. Denn ich habe mir sehr erfolgreich mein Leben so eingerichtet wie ich es wollte. ...ein Anfängerfehler.

- BM out -

 

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