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Gesehenes

Ich werde mir demnächst die Zeit nehmen ausführlich über BJ Horseman zu schreiben, da es eine unglaublich tolle Netflix-Serie ist.
ABER.
Season 4, Folge 9. WHAT. THE. HELL?!
Maaaaaannnnn ....ich geh und wein mich in den Schlaf. Arme PC.

- BM out -

Glow ist eine neue Netflix-Serie die in der Mitte der glorreichen 1980er angesiedelt ist. Die Geschichte erzählt von einem Regisseur, der versucht eine TV-Show über/mit weiblichen Wrestlern auf die Beine zu stellen.

In der Hauptrolle spielt Alison Brie, die ich vor allem für ihre Rolle als Annie in Community mochte und jetzt für ihr Voice Work als Diane in Bojack Horseman mag.
Vorweg gebe ich zu. dass ich mir die erste Folge Glow nur angeschaut habe, weil ich gehört hatte, dass sie darin eine Nacktszene hat.

Geblieben bin ich aber nicht wegen dieser Nacktszene oder der angezogenen Alison Brie, deren Character Ruth ich ziemlich anstrengend finde.
Das Setting, mit all seinen Schulterpolstern und Fönfrisuren, und der Handlungsbogen sind aber ziemlich gut, zumal für (fast) alle Charaktere Zeit eingeräumt wird.

Da gibt es nämlich einige, da das Cast der geplanten TV-Show 12 Frauen umfasst, die aus sehr unterschiedlichen Gründen dabei sein wollen. Auf die Story selbst möchte ich gar nicht eingehen, die kann sich jeder selbst anschauen. Interessanter finde ich nämlich auf einer Meta-Ebene, dass mir aufgefallen ist, dass es einen einzigen (wichtigen) Charakter in der Sendung gibt, der mir in allen Szenen sympathisch ist.

Ein großer Teil in der Mitte der Serie dreht sich darum, welche Persona die Wrestlerinnen darstellen sollen. Wrestler sind laut & bunt, aber stehen sehr markant für etwas und haben Props, Signature-Moves, Tag-Lines, etc. (Ich habe mir bisher nichts aus Wrestling gemacht und das hat sich nicht geändert, nur weil ich Dank Glow jetzt etwas Hintergrundinformation habe.) Damit diese Persona rüberkommt muss sie sehr flach und Cliché sein. Dass diese Stereotype den Frauen teilweise nicht entsprechen oder anstößig sind, ist für teilweise ein echtes Problem.

Besonders als die Inderin Arthie aufgrund ihrer braunen Haut ins Terroristeneck gestellt wird (großartig: "Er weißt aber schon, dass ich nicht Moslem bin?") und den Wrestler-Namen "Beirut" bekommt. Oder Jenny, die Wurzeln in Kambodscha hat, bei der als "Fortune Cookie" alle ostasiatischen Stereotype wild zusammengewürfelt werden.
"Wellfare Queen"s Trashtalk ist darüber, wie sie das Sozialsystem ausnutzt und dass sie den ganzen Tag TV schaut während andere arbeiten. Dabei wirft sie mit Essensmarken um sich und kann mit ihrer Fernbedienung Gegner kontrollieren. Es versteht sich in dem Kontext von selbst, dass "Wellfare Queen" eine dicke Schwarze ist.

Eine ganz besondere Rolle hat Sheila "The She-Wolf", eine Frau Mitte 20 die sich mit Make-up, Perrücke und kaputter Kleidung wie von Wölfen großgezogen zeigt. Dazu später mehr.

Während alle anderen Anweisungen von Regisseur Sam bekommen, welche Art von Charakter sie darstellen sollen, oder ob Kostüm, Requisiten und Sprüche passen, steht Ruth alleine da.
Die Beziehung zwischen den beiden ist von Beginn an ein wenig in der Schräglage. Vor allem weil Ruth als erfolglose aber 'richtige' Schauspielerin ziemlich mühsam ist (für den Regisseur und für mich). Sie geht mit Method Acting an die Sache ran, braucht Charaktermotivation und inszeniert viel - auch sich selbst, obwohl sie mehr graue Maus denn große Diva ist.
Hinzu kommt der Plot, dass sie die Ehe ihrer besten Freundin mit-zerstört hat und forthin den Spitznamen "Homewrecker" trägt.

Mittendrin und doch ein wenig Abseits davon steht Sam, Ende 40, kettenrauchend, grantig. Ein eingesessener und erfolgreicher Regisseur von Hits wie "Blood Disco", "Swamp Maidens of Vietcong" und natürlich "Blood Disco II". Also so trashigen Direct-to-VHS Tits & Gore-Filmen, die eine eigene aber treue Fangemeinde haben.
Das für mich faszinierende an Sam ist, dass er eigentlich als einziger weiß wer er ist. Er ist diese Art von Alltagssexist, von der heute gerne behauptet wird, dass es sie nicht mehr gibt. Er kokst (wobei, es sind die 80er in LA...). Geht mit seinen Schauspielerinnen ins Bett und versucht erst gar nicht ein "besserer" Regisseur zu sein. Er hat sein Genre und steht hinter seiner B-Movie Karriere.
Er wäre mir der Lieblingscharakter der Serie wenn er nicht so ein Widerling wäre.


Hier komme ich nochmals auf Sheila zurück. "The She-Wolf" ist nämlich nicht ihr Wrestling Alter-Ego, sondern wie sie sich selbst gibt. Für sich. Weil sie sich als Wolf fühlt. Sie legt sich auch keine andere Persona zu und verweigert sich, für die Wrestling-Show einen Werwolf darzustellen. So schwer ihr die Interaktion mit den anderen fällt, zumal die meisten Leute sie wegen ihres Auftretens (und der offensichtlichen psychischen Störung) runtermachen, und sie oft in Situationen ist mit denen sie nicht gut klar kommt: Umgeben von lauter Zweiflern weiß Sheila wer sie ist.

Übrigens steht Glow für "Gorgeous Ladies Of Wrestling", eine TV-Serie die es damals tatsächlich gab. Ich sags ja, die 80er....

- BM out -

Die kurzen strohigen Haare in 3 (wenn man den weit fortgeschrittenen Nachwuchs nicht mitrechnet) bunten Farben. Das völlig ausgewaschene Bandshirt unter der Jeansweste mit den Patches und Buttons. Die Tätowierungen und Lederbandeln an den Armen und die zerrissene Jeans an den Beinen. Das ist Punkrock pur und schreit, dass Punk nicht tot ist.

Aber du bist jenseits 40 und ich bin nicht sicher, ob ich dir applaudieren soll, weil du deinen Prinzipien treu geblieben bist. Niemand in dieser Straßenbahn scheißt offensichtlich so sehr aufs Establishment wie du.
Viel mehr bedaure ich es, dass du nicht erwachsen geworden bist. Das sagt mehr über mich als über dich, aber dennoch.

Punk ist nicht tot, zumindest die nächsten 25 Jahre bis dich das Dosenbier erwischt.

-BM out -

Volle Lippen. Voller Busen - noch dazu ohne BH unter einem dünnen pinken Tanktop. Straffe Haut.
Alles absolute Hingucker.
...an einer Frau in ihren 20ern.

Wenn man aber jenseits 50 ist und man sich als Hinguckender fragt wie viel diese offensichtlichen Eingriffe gekostet haben müssen, dann ist es einfach nur grotesk.

Liebe Dame aus der Ubahn, bitte verrate mir: wie viel hat das gekostet? War es das wert?

- BM out -

Als "Lost in Translation" 2004 ins Kino kam, war ich wie verzaubert von dem Film. Die Handlung, die Charaktere, die Musik, das Szenario, die Stimmung. Alles an dem Film war toll.
So toll, dass ich den Film gleich 4 Mal gesehen habe. Im folgenden Jahr habe ich ihn dann beim Kinofrühstück im Votiv und dann im Sommer im Open-Air-Kino gesehen. Sicherlich öfter als einmal auf DVD (deren Besitz hier bestätigt wird) ...und wie man an diesem Blog-Eintrag aus 2008 sehen kann, dann auch noch im Fernsehen.
Ob diese TV-Ausstrahlung das letzte Mal war, dass ich ihn gesehen habe, weiß ich nicht mit Sicherheit, aber ich gehe davon aus. Ich habe seit August 2008 keinen TV-Zugang mehr und die DVD habe ich nie nachgekauft. Das machts schwer ;)

Sophia Coppola hat einen neuen Film in den Kinos und im Zuge dessen zeigt das Gartenbaukino zur Zeit eine Werkschau. Gestern lief "Lost in Translation" in der Spätvorstellung und somit hatte ich endlich wieder Gelegenheit diesen Film zu sehen, der seit 13 Jahren so einen ganz besonderen Platz in meinem Herz hat.

Die Geschichte erzählt von Charlotte, die in ihren früheren 20ern noch nicht weiß wo sie hin will. Sie erzählt von Bob, dem ca doppel so alten Schauspieler, der sich dank aufblühender Midlife- und Ehe-Krise, ähnliche Fragen stellt. Davon wie sie sich in einem Hotel in Tokio, eine Insel umgeben von einer Stadt die ihnen genauso fremd wie die ungewisse Zukunft ist, kennen lernen. Davon wie sich diese beiden Stücke Treibholz annähern. Davon wie diese Sehnsucht nicht erfüllt wird.

Begleitet wird die Geschichte von sphärischer Musik von "Air" und dem Neonlicht-Gewitter japanischer Reklame-Schilder, Pachinko- und Arcade-Spielhallen und Karaoke-Bars, die alle in gleichem Maße die exotische Neugier wecken und nicht bloß durch die Sprachbarriere eine unüberbrückbare Fremdartigkeit hervorstreichen.

All das ist auch nach 13 Jahren immer noch da. Der Film hat sich kein bisschen geändert.

Aber ich.

Ich habe sehr bald gemerkt, dass mich der Film nicht mehr abholt. Dann habe ich versucht mich ihm anzunähern und die Gemeinsamkeiten zu finden. Einzig das bittersüße Ende hat mich nochmals wie gewohnt erwischt.
Ich bemängle das nicht. Mir ist bewusst, dass ich mich weiterentwickelt habe, und meine Weltsicht sich verändert hat. Ich sehe die Zukunft nicht mehr voller Ungewissheit. Ich hatte schon lange nicht mehr dieses Gefühl der unerfüllten Sehnsucht.
Von dem her wäre es also sehr verwunderlich, wenn sich meine Beziehung zu dem Film nicht verändert hätte. Es ist lediglich ein wenig Schade, dass ich durch den gestrigen Kinobesuch davon weiß. Hätte ich Lost in Translation nie wieder gesehen, wäre es immer ein Film gewesen, der diesen Zauber hat und von dem ich mich verstanden gefühlt habe.

- BM out -

Ich fotografiere nicht. Ich mache gerne ab und an Bilder von seltsamen Dingen, wie Stickern, Graffitis und Firmennamen, aber nicht wirklich von Leuten und Gebäuden (und schon gar nicht von mir).
Das ist meist kein Problem, nur wenn ich im Ausland war und dann ohne Speicherkarten voll Fotobüchern zurück komme. Mittlerweile wird es nicht mehr hinterfragt, die Leute haben alle Hoffnung aufgegeben.

Die ca 1 1/2 Wochen in denen ich mich von Stockholm südwärts gehangelt habe, sind natürlich nicht fotolos von statten gegangen. Zum Schluss habe ich sogar ein Touristenfoto gemacht!

Beginnen wir aber erst Mal in Stockholm:

Es hat mich zum Beispiel sehr überrascht Werbung fürs Bauhaus zu sehen, das es bei uns ja nicht mehr gibt*.


[*Korrektur: Das Bauhaus gibts. Den Baumax gibts nicht mehr. Weder bei uns noch bei den Schweden. Soweit ich weiß. Trotzdem interessant, dass die Schweden das Bauhaus haben, oder?]


Im Vasa-Museum haben sie einen eigenen Selfie-Spot eingerichtet. *schauder*



...da ist mir gar nix anderes übrig geblieben als die Regeln zu brechen und ein normales Foto zu machen!




Im Riksarkivet, dem ehemaligen Reichsarchiv, gibt es diese "Rutschen" im Stiegengang:


Wie ich später erfahren habe, wurden die während des 2. Weltkriegs eingerichtet um das Archiv schnell evakuieren zu können, sollten die Nazis einmarschieren.


Ich war zwar während meiner Reise bei jeder Gelegenheit im Espresso House (im Grunde wie der Starbucks nur halt nicht der Starbucks), aber es hätte auch das richtige Ding gegeben.




Wer bei schwedischer Küche an Fleischbällchen und Mandeltorte von IKEA denkt, weiß offensichtlich nicht, dass die klassische Hausmannskost dort der Kebab (Kyckling = Huhn) ist!



Wenn es aber etwas so richtig schwedisches gibt, dann sind es die Vikinger, richtig? Gut das Viking Lines also seine Schiffe im Hafen liegen hatte um zu zeigen, wie ein echter Vikinger seinen Stolz nennt!

*seufz*


Dafür hat mich dieser Bus kichern lassen.


tihihihi. Tits. Funktioniert immer.

Nächster Stop war Göteborg, wo das Wetter nochmal schlechter war als Stockholm. Um das zu unterstreichen bin ich auf den Skansen Krona rauf, eine ehemalige Verteidigungsanlage auf einem Hügel in der Stadt. Dann habe ich ein Foto der Altstadt geknippst.
Wish you were here! <3




In Stockholm und Göteborg sind mir keine beklebten Laternen- und Ampel-Masten, oder mit Konzertplakaten zugepflasterte Schaltkästen aufgefallen, wie das bei uns so üblich ist.
Erst im südlichen Malmö habe ich Kleber und Schmierereien entdeckt ...und dann war da auch noch meine Standardantwort aus meinem alten Job dabei!




Radfahren ist im Norden serious business. Besonders auffällig war es in Göteborg, wo die ganze Infrastruktur auf Räder ausgelegt ist, während man als Fußgänger übers Kopfsteinpflaster stolpert.
In Kopenhagen haben sie sogar in der S-Bahn eigene Stellplatz für die Räder. Sieht man im Bild leider nicht so gut, aber sie sind tatsächlich da.


Sitzplätze für die Fußgänger? Pft.

Weiteres Beispiel für die Radfahrer-Freundlichkeit gefällig? Wie wäre es mit einem Kreisverkehr für Radfahrer und Fußgänger an einem Punkt wo sich 3 Wege treffen?





Okay, das nächste Bild braucht viel Erklärung, da der Großteil als reine Assoziationskette in meinem Kopf stattgefunden hat.
In Kopenhagen steht das Schloss Rosenborg um das sich ein Wassergraben zieht. Eine schmale Brücke führt über den Graben, sonst könnte da ja jeder daher kommen. In den Büschen neben dem Wassergraben habe ich das hier entdeckt:


Die Vorstellung, dass ich einen Rettungsring neben den Wassergraben, der mein Schloss vor Eindringlingen beschützen soll, stelle, hat mich sehr erheitert.
In meinem Kopf wurde das ganze aber eben auch um David Hasselhoff und einen Baywatch-Turm erweitert..


In Roskilde, die ehemaligen Hauptstadt Dänemarks, einer Stadt in der sonntags sogar die Touristeninformation geschlossen hat, habe ich in einer Auslage dieses Schild entdeckt:


Ich hätte sowohl den Kaffee als auch den Gossip darüber, was es in all den geschlossenen Museen zu sehen gegeben hätte, genommen...


Der Zug von Dänemark nach Deutschland wird zwischendurch auf eine Fähre geladen. Hier gibt es natürlich Restaurants, Duty-Free Shopping und Starbucks-Kaffee ...aus dem Automaten?


(Ich kann nichts darüber berichten.)(Es müsste außerdem "proudly self-serve" heißen.)


Man hat nur eine Chance für den ersten Eindruck. Das gilt auch für Hamburg.
Was soll ich über eine Stadt denken, in der ich, weniger als 10 Minuten nach Ankunft in der Stadt, als ich mich in der S-Bahn hingesetzt habe, hübsch drapierte Krautblätter neben mir sehe?


(Außerdem hat sich auf der anderen Seite des Ganges ein Typ gemütlich neben das Schild mit dem Rauch- und Alkoholverbot gesetzt, die Füße auf die Bank gelegt und sich sein Dosenbier geöffnet.)

Ein Krautblatt und ein ignoriertes Alkoholverbot. Meine Güte, lass doch die S-Bahn nicht für ganz Hamburg sprechen!


Okay. Harem Brautmoden. Natürlich. Zweiter Eindruck zählt - und was liegt das pickt!

Mein absolutes Hamburg-Highlight war der alte Elbtunnel. In über 20 Metern Tiefe und auf 500 Meter länge die Elbe über... ähm unterqueren! Per Rad und Fuß kostenlos, Autos zahlen dafür. Alleine die Lifte mit denen man da fährt, sind ein Erlebnis.
...oder man nimmt natürlich die Treppe.


(Ja, ich hab sie nur runter genommen. Hätte ich das rauf machen sollen, würde ich noch immer auf halber Strecke liegen!)

So. Jetzt kommen wir endlich zu meinem Touristenfoto.



Zoomt Mal rein, wie viele Touristen da oben sind!

... oh boy, das war jetzt wirklich viel Aufwand für einen blöden Witz.
Sogar für meine Verhältnisse.

- BM out -

[Das letzte Bild ist die neue Elbphilharmonie in der HafenCity. Mir war die Warteschlange für den Eintritt zu lange. Ich weiß nur, dass es drinnen eine lange Rolltreppe gibt. Keine Ahnung ob es die Wert gewesen wäre.]

Action-Filme haben sich im Laufe der Zeit stark verändert.

Von den Western, wo die Gerechten in Form des Sheriffs oder einsamen Cowboys im Duell Eins-zu-Eins die Outlaws bezwingen, zu den Rache-Epen der 70er mit Charles Bronson aber auch Clint Eastwoods Dirty Harry wo einer der Guten sich außerhalb des Gesetzes bewegen muss, um Gerechtigkeit wirken zu lassen. Da sind dann schnell mal ein paar Bösewichte mehr im Kugelhagel untergegangen und von einem fairen Duell war nur beim Showdown gegen den Oberschurken etwas zu sehen.

Dann kamen die großen Action-Knaller mit Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone und Co. Der Revolver wurde gegen ein Sturmgewehr getauscht und die Ein-Mann-Armee war geboren. Da wurden dann ganze Verbrecher-Syndikate, Rebellen-Armeen und Terroristen-Gruppen bekämpft. Das ging vor allem mit etwas Kunstblut und viel dramatischem Gezappel der Getroffenen einher.
Irgendwo ist das Action-Kino dann abgedriftet und es entwickelten sich das Sub-Genre der ‚Gore‘-Filme, bei denen Eingeweide, aufgeplatzte Köpfe, reichlich Makeup und literweise Kunstblut soweit das Auge reichte, zur Dramaturgie oder auch Authentizität beitragen sollten. Oder auch einfach nur schockieren sollten, wer weiß.

In den 90ern kamen dann ein paar Trends aus Hongkong nach Hollywood. Ein wenig Martial Art und exotischer Gun-Fu, wo die Schießereien mit aufwändigen Choreographien und dem Einsatz von Leinen und Harnischen aufgemotzt wurden. „Matrix“ ist ein bekanntes Paradebeispiel dafür.
Einhergehend mit der immer stärker werdenden Computertechnologie wurde auch immer mehr auf Computergrafik statt der sogenannten ‚practical effects‘ gesetzt. Die Technologie erfordert weiterhin viel Aufwand um wirklich glaubwürdige Effekte zu erzielen, und hat gerade in seiner Jugend und Kindheit zu eher lachhaften Szenen geführt.

Um die Action immer aufregender zu gestalten wurden die Filme dann immer schneller geschnitten. Die „Shaky-Cam“, also mit einer Handheld-Kamera ganz nah am Geschehen zu filmen, sollte auch dazu beitragen, dass die Kämpfe noch intensiver wurden. Mit den schnellen Schnitten konnte verborgen werden, dass die meisten Schauspieler keine wirkliche Kampfkunst-Ausbildung haben. Ein tolles Beispiel bietet hier Liam Neeson beim überklettern eines Zauns.

Dann wurden die Filme vom Kontrast her etwas düsterer und die Farbpalettte hat alles von grau und braun ausgekostet. Spätestens mit 3D konnte man eigentlich kaum noch erkennen, was eigentlich auf der Leinwand passiert ist. (Schwerverbrecher ist hier zB Kampf der Titanen aus 2010.)

Irgendwann ist man dann eigentlich für den Inhalt, Dialoge und Story in einen Action-Film gegangen …was irgendwie absurd ist.
Dieses sich laufend mit aufregenderen (und immer absurderen) Szenen übertrumpfen zu müssen, hat dann auch in so Sub-Genre wie Auto-Filmen Einzug gefunden. Die letzten Filme der „Fast & Furious“-Reihe sind kaum mehr anzuschauen.
In den letzten Jahren war es dann eigentlich so, dass man kaum mehr in einen Action-Film gehen konnte, und sich tatsächlich sowas wie nachvollziehbare Action erwarten zu können. (Als Ausnahme muss man die Bourne-Filme mit Matt Damon nennen, die zwar die Shaky-Cam verbreitet haben, bei denen man trotz allem immer ein gutes Gefühl dafür hat, was passiert.)

Bis sich in den letzten 2 bis 3 Jahren eine neue Schule des Action-Kinos entwickelt hat.
Filme wie „John Wick“ (und jetzt „John Wick Chapter 2“), „Kingsmen“, „Deadpool“ und „Logan“ sind für mich Zeichen eines neuen Action-Kinos. Hier spielen 2 Faktoren eine Rolle.

Die Altersfreigabe. Mehr noch als bei uns (heute, nicht in meiner Kindheit, als das noch sehr streng gehandhabt wurde) spielt die Alterfreigabe in den USA eine große Rolle. Ein Film mit dem sogenannten R-Rating, vergleichbar mit FSK 18 bei uns, verliert einiges an Publikum, worüber die Produktionsfirmen natürlich nie glücklich sind. Also werden die Filme entsprechend beschnitten.
Doch jetzt gibt es Filme die sich trauen die Gewalt im Film auch darzustellen. Große Wunden, abgetrennte Arme, gebrochene Glieder. Man sieht den Effekt der Action, jedoch nicht glorifiziert wie in den Gore-Schockern, auch wenn es oft überrascht wie brutal es in den Filmen zugeht.

Das andere ist die Darstellung der Action selbst. Ruhigere Einstellungen, weite Bilder, weniger Cuts. Selbst wenn Bilder aus 10 Kameras aufgenommen werden, werden nicht von allen Einstellungen Bilder verwendet. (Nochmals: Liam Neeson klettert über einen Zaun.).
Die Hauptdarsteller nehmen sich die Zeit zu trainieren und mit den Stuntleuten die Choreographien zu üben. Keanu Reeves hat zum Beispiel für die John Wick-Filme tatsächlich 40-Stunden Arbeitswochen aus dem Training für John Wick gemacht und nicht nur Martial Arts geübt, sondern auch den Umgang mit Waffen am Schießstand und vor allem stundenlang wie man ohne hinzuschauen mit wenigen Handgriffen seine Waffe nachlädt.
Außerdem bekommen inzwischen auch Stuntleute manchmal richtige Rollen, was natürlich auch einen Unterschied macht. (Ist es einfacher Schauspiel zu lernen als Martial Arts?)

Alles in allem haben wir nun wieder Action-Filme im Kino, die man sich wirklich anschauen kann. Action die man sieht und die man fühlt.
Um einen Klischeesatz zu verwenden: „Das ich das noch erleben darf...“

- BM out -

Nachdem ich ja von meinem letztjährigen Kino-Jahr ziemlich enttäuscht war, sowohl im Sinn der gesehen Qualität als der reinen Quantität, habe ich mir für heuer vorgenommen wieder öfter ins Kino zu gehen.
Letztlich müssen ja mehr gute Filme dabei sein, wenn man viele Filme sieht. Nebenbei habe ich mir gelobt, dass ich den Einheitsbrei und Durchschnittsmist weglassen werde, der mir die letzten Jahre viel Freude an den Kinobesuchen genommen hat. Lieber in einen schlechten Film bzw einen der mich nicht wirklich interessiert zu gehen, als die Standardkost. Immerhin schärft es das Verständnis, was man selbst als guten Film einstuft, wenn es ausreichend Gegenmaterial gibt …und oft sind Perlen darunter, die man sonst auslässt.
Somit gilt für heuer: mindestens 1 Mal die Woche ins Kino gehen.

Nach 9 Wochen war ich bereits 13 Mal im Kino. Dabei habe ich La-La Land zwei Mal gesehen und Casablanca nachgeholt. Heute sehe ich Film Nummer 14 und am Wochenende bereits den Nächsten.
Der Großteil der Filme war wirklich toll. Nicht zuletzt, weil halt zu Jahresbeginn bei uns die ganzen Oscar-nominierten Filme eintrudeln, die in den USA taktisch richtig gestartet sind.

Dabei habe ich auch bereits Filme, von denen ich befürchte, dass sie Brei sind (Passengers), ausgelassen und dabei Filme von denen ich mir erwarte, dass sie schlecht sind (Resident Evil) angeschaut. Das System funktioniert also.

Aber meine Fresse ist das anstrengend!
Wie habe ich das 2004 gemacht, als ich die Wette laufen hatte, wer mehr Filme schauen ‚kann‘?! Da war ich durchschnittlich 3 Mal die Woche im Kino. Und kommt mir jetzt nicht mit „älter werden“ oder so. Ich lasse mir das als Erklärung einreden, wenn ich Nachts nicht schlafen kann, oder wenn ich bei kaltem, nassen Wetter Rückenschmerzen habe. …nicht wenn es darum geht 2, 3 Stunden im dunklen rumzusitzen.

Hach, was solls. Vielleicht hat John McClane ja Recht. „Ich bin zu alt für diese Scheiße.“ …und wie John McClane werde ich trotzdem nicht aufhören. Yippi-ki Yay Motherfucker!

- BM out -

Woher wissen wir, wie die Milchstraße aussieht und wo wir uns in ihr befinden ...wenn wir mitten drin sind und nicht direkt drauf schauen können?


Scishow weiß es.


- BM out -

Als 1991 bei einem bizarren Unfall nicht bloß die gesamte britische Königsfamilie sondern der gesamte Adel ausgelöscht wurde, ist die Regentschaft an Ralph Jones aus den USA gefallen. Die Nummer 100irgendwas der Thronfolge hat jeden Zweifel bezüglich seine Unwissenheit über das Amt und fehlende Kompetenz klarerweise wie ein amerikanischer Panzer überrollt, statt sich an das System anzupassen, aber immerhin war die britische Insel gerettet.

25 Jahre später wird in den USA der Minister für „Housing & Urban developement“ (wäre bei uns wohl ein Teilstück des BMVIT) zum Präsidenten eingeschworen, nachdem bei einem Attentat während der Rede zur Lage der Nation der gesamte Capitol Hill in Schutt und Asche gelegt wird. Dabei sterben nicht nur Präsident und Vize, sondern eben alle Minister, Senatoren und Repräsentanten und der oberste Gerichtshof – also die gesamte Regierung. Tom Kirkman, obengenannter Ex-Minister / Neo-Präsident, war als ‚designated survivor‘ für genau diesen Fall nicht anwesend …und ist wohl genauso wenig für seinen neuen Job geeignet wie Ralph als König.

„King Ralph“ mit John Goodman war eine schwache Komödie. Die Netflix-Serie “Designated Survivor” ist zumindest nach den ersten 2 Folgen sehr spannend und wird in engliegenden Schichten erzählt.
Da ist zum einen natürlich mal Kirkman, der nie für irgendeine politische Position zur Wahl stand und nur einen weniger wichtigen Ministerposten inne hatte. Weder hat er die Ambition auf ein höheres Amt (geschweige denn die Präsidentschaft) noch das wadenbeisserische Durchsetzungsvermögen und die Kälte eines Frank Underwood (House of Cards).
Die FBI-Untersuchung des Terror-Aktes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Es geht ja nicht nur darum einen Schuldigen zu finden, sondern den dann auch zur Strecke zu bringen …also rausfinden welchen muslimischen Staat man in alter Tradition niederbomben soll.
Natürlich kommt es auch zu Rassenunruhen, Gouverneure die Kirkmans Präsidentschaft nicht anerkennen und politischen Spannungen.
Außerdem gibt es natürlich noch das Militär, das sich eben Sorgen macht, dass ein schwacher Präsident dem Ansehen als Supermacht schadet und man die Muskeln spielen lassen muss …oder eben den Präsidenten durch einen General ersetzen könnte…

Es gibt einen weiteren interessanten Aspekt dieser Serie: Netflix veröffentlicht jede Woche eine Folge, statt wie üblich, die komplette Staffel online zu stellen und den Leuten zu erlauben sie am Stück zu „bingen“.
Auf der einen Seite natürlich verständlich, denn so sind die Netflix-Nutzer dazu gezwungen langfristig ihre monatliche Gebühr zu zahlen, statt eben nur einen Monat lang alle Serien in sich zu schaufeln und dann das Abo zu kündigen (einer der großen Netflix-Vorteile ist ja, dass es keine Jahresbindung gibt).
Das ist jetzt nicht bloß für Netflix unüblich, sondern arbeitet gegen den Trend, den Netflix selbst gestartet hat und auf den mittlerweile auch die großen Netzwerke reagiert haben. Sogar South Park hat sich von seinem Ansatz unabhängige Einzel-Episoden zu produzieren zu einer fortlaufenden Geschichte mit Cliffhänger-Folgen gewandelt (habe ich kürzlich gehört), damit die Leute auch wirklich jede Folge schauen.

Außerdem: ein Kabinettsmitglied für den Fall zu verstecken, dass die gesamte Regierung ausgelöscht wird, wird tatsächlich seit den 80ern in den USA betrieben und ist sogar gesetzlich verankert. Man lernt nie aus.

Auch schön anzusehen, dass Kiefer Sutherland, der als Ego-Panzer und unkaputtbarer Supermann Jack Bauer die USA mehrfach innerhalb von 24 Stunden gerettet hat, nun den in seine Rolle gezwungenen Präsidenten geben kann. Hoffentlich bleibt das noch eine Weile so und er wandelt sich nicht zu sehr und zu schnell in das frühere Alter-Ego.

- BM out -

 

twoday.net AGB

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