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Gesehenes

Ich habe kurz überlegt, ob ich in den Titel "Spoileralert" packen soll. ...aber ganz im Ernst, wer den Film nicht gesehen hat, über meinen Beitrag stolpert ihn liest und sich dann beschweren will... Bitte, gerne.

Wie meist, sind auch bei Star Wars Episode 8 (ab jetzt SW8) nicht alle Leute einer Meinung. Bei dem Film zieht sich aber scheinbar ein besonders breiter Graben durchs Publikum. Entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Wer sich nicht bekennt, wird einfach in ein Lager gedrängt.

Vor allem Leute die sich als "Fans" bezeichnen, das heißt, dass ihnen nur die Episoden 4, 5 und 6 gefallen, sind da sehr laut. Review-Bombing, also im Internet mit Fake-Accounts möglichst schlechte Bewertungen abgeben, steht da gerade hoch im Trend.
Auch Online-Petitionen spriesen und gedeihen in diesem fruchtbaren Boden. Der Film soll aus dem Canon (quasi die anerkannte Geschichte) gestrichen werden. Der Regisseur soll sich persönlich entschuldigen und zugeben, dass er einen Drecksfilm gemacht hat. Man möge alle Verantwortlichen raushauen und George Lucas wieder herankarren...

Bevor ich jetzt auf die Kritik eingehe, möchte ich den wahnwitzigen Petitionsstellern kurz aufzeichnen, wie sich die Proteste auswirken werden.
Auf der einen Seite: Einige Tausend Leute die mit dem Film unzufrieden waren.
Auf der anderen Seite: Mehr als 500 Millionen Dollar Einnahmen alleine in der ersten Woche.
Unterhaltungs All-Mutter Disney, wird dank der sehr positiven Kritiker-Rezensionen und der bekanntlich schweigenden Mehrheit Zufriedener, nicht mal im Fiebertraum drüber nachdenken, den Hochstapler George Lucas abzustauben.

So, zurück zum Film, der in meinen Augen einfach großartig ist. Das heißt nicht, dass er keine Mängel hat. Interessanterweise bemängelt aber niemand der lautmauligen "Fans", die Dinge die ich meine.

Die "Fans" stören sich zum Beispiel daran, dass der Film Fäden aus Episode 7 nicht aufgreift bzw flach fallen lässt. Bösewichte über die wir nichts erfahren, die dafür aber spontan sterben. Vergangenheiten die banal sind. Duelle die sich ankündigen, aber nicht stattfinden.

...und all das finde ich großartig. Es ist so unglaublich erfrischend.
Lange Monologe und Erläuterungen um zu erfahren wer eigentlich Supreme Leader Snoke ist? Nope, brauchen wir nicht.
Ein weiteres Mitglied der Skywalker Blutlinie, deren Familiendrama die Star Wars Saga dominiert? Nope, einer reicht.
Lichtschwertduelle der Großmeister? Nope, nur einer da.

Stelle einen Sith und einen Jedi in einen Raum und du hast Konflikt. Wusch-wusch. Machtgeplänkel. Willkommen bei Star Wars.
Was macht SW8? Lässt die beiden Protagonisten mental in Verbindung stehen, und ermöglicht so eine Annäherung und potenzielle Überzeugungsarbeit. Dann stehen die beiden irgendwann mit Lichtschwert in der Hand im gleichen Raum ...
Rücken an Rücken.
Das ist aufregend. Das ist frisch.

Was die "Fans" meiner Meinung nach nicht sehen, ist, dass die Charaktere Platz brauchen um sich zu entwickeln. Das geht nicht, wenn ihnen eine Rolle zugewiesen wird, aus der sie nicht rauskommen können.

Kylo, der in SW7 klar als trotziger Teenager rübergekommen ist und mit aller Macht (tihihi) versucht seinen Platz zu finden, ist zu Beginn von SW8 in ziemlich der gleichen Position. Sein "Mentor" sagt ihm auch geradezu, dass er nur ein Bub ist, der sich hinter einer Maske versteckt.
Wenn der Lehrling dann die Chance ergreift und den, von seiner eigenen Überheblichkeit geblendeten, Meister auf antiklimatische aber umso epischere Weise zu töten, bekommt er die Möglichkeit die Maske abzulegen und sein eigener Herr zu werden. (Der weiterhin emotional instabil ist, aber das sind viele von uns.)

...so ich habe jetzt den nächsten Absatz wieder gelöscht, weil es spät ist und es kompliziert wird. Ich kann gar nicht alle Gedanken und Argumente hier aufdröseln, die meinen Punkt unterstreichen.

Die Kurzfassung: SW8 ist ein großartiger Film und ein verdammt guter Star Wars Film. Er ist mutig und aufregend und eröffnet dem Star Wars Universum unglaubliche Möglichkeiten. Abgesehen davon ist er visuell eine Wucht und toll inszeniert.

Oh... über George Lucas muss ich mich auch noch auslassen. Morgen. Versprochen.

- BM out -

Ich habe „Kingdom of Heaven”/"Königreich der Himmel", als er 2005 in den Kinos war, verpasst und es danach nie geschafft ihn mir anzuschauen. Stand halt immer auf der Liste dieser Filme, die ich irgendwann nachholen würde. Nachdem einer meiner abonnierten Youtube-Kanäle ein Essay dazu rausgebracht hat, und ich mir den Film nicht über dieses Video spoilern wollte, war es dann gestern so weit.
So habe ich also ein 2 1/2 Stunden Epos geschaut, damit ich mir jetzt ein 15 Minuten-Video anschauen kann.

Der Film ist gut und portraitiert das, was ich über das Mittelalter und die Kreuzzüge weiß, wieder.
…bis auf die letzten 5 Minuten (Spoileralert), in denen die Königin von Tripolis und Akon, Ehefrau des Königs von Zypern, mit dem Schmied ins französische Bauerndorf zieht, in dem er seinen Bruder erschlagen hat. …wait, what?
Ist Hollywood nicht bewusst, dass sie sich mit so einem Ende jede Glaubwürdigkeit für die vorangehenden Stunden nehmen?

Es war aber nicht die einzige Sache die mich gestern stutzig gemacht hat.
Da ich den Film notgedrungen über irgendeine Streamingseite angeschaut habe, hatte ich einen Haufen Pop-ups wegzuklicken. Sportwetten, Clickbait-Seiten, Gewinnspiele …und eine Seite mit jungen Frauen, die außer ihrem Smartphone nix anhaben.
Es gab 2 ganz konkrete Gründe warum ich die Seite nicht gleich weggeklickt habe. …und nein, es war nicht das was man gerade glauben könnte. Es lag am Text der mir da ins Wegklicken reingegrätscht ist.

„Welche dieser 4 Damen möchten Sie ficken?“ fragt die Webseite nämlich.

Das ist jetzt nur meine Befindlichkeit, aber weder sind (hoffentlich) 18 – 22-jährige Frauen die sich nackt vor dem Spiegel fotografieren Damen, noch „fickt“ man Damen. Man muss nicht zwingend „Liebe machen“ (was sowieso irgendwo zwischen Handwerkskunst und Kitschroman angesiedelt ist), damit das auch mit Damen funktioniert. Es gibt ja doch noch ein paar weniger derbe Ausdrücke und Euphemismen dafür.

Der zweite Grund, und der war schwerwiegender als jede semantische Herausforderung, war die mathematische Aufgabenstellung.
Denn statt 4 Damen (ich will jetzt nicht über den Damenstatus der Selfie-Models diskutieren) waren da nur 3 im Bild. Ich habe extra nachgezählt. Selbst als ich alle Brüste addiert und durch 2 dividiert hatte, war in der ganzen Rechnung keiner 4er zu finden.

Am Ende konnte ich mich zu keiner Entscheidung durchringen. Was wenn die vierte (nicht aufscheinende) Dame (jetzt ist es schon egal, und ich kann bei dem Ausdruck bleiben), eigentlich die gewesen wäre, die ich klicken (was eigentlich treffender ist, wenn wir uns ehrlich sind) wollte? Wie soll ich da ruhigen Gewissens meinen, äh.. Mauszeiger, auf eine der Anderen (ich sage jetzt bestimmt nicht mehr Damen!) richten? Unverantwortlich.

Ich will jetzt nicht sagen, dass mich diese Frage in etwa so lange beschäftigt hat, wie das epochale Kreuzfahrer-Stück.
Aber fällt euch auf, wie viel Text ich hier für „Kingdom of Heaven“ zusammengekratzt habe?

- BM out -

Grundsätzlich muss man Marvel/ Disney gratulieren. Sie haben es geschafft das zuvor mäßig erfolgreiche Genre der Superheldenfilme gesellschaftsfähig zu machen. Dazu haben sie ihre Helden einem Realitätscheck unterzogen und ernsthafte Filme mit ihnen gemacht. Dabei die Filme aufeinander referenziert, in den Post-Credit Scenes die nächsten Filme angedeutet und dann die einzelnen Fäden in den Avenger-Filmen zusammen laufen lassen. Das ganze haben sie in „Phasen“ eingeteilt und mit fixen Releaseterminen auf eine Zeitleiste bis ins Jahr 2020 oder so vorausgeplant.
Nicht jeder Film war ein Hit, nicht jeder inhaltlich auf der gleichen Höhe. Dennoch alle finanziell erfolgreich. Eine beachtliche Leistung.

Mit der Zeit wurde das aber langweilig und erschöpfend. Natürlich ging man auch noch in den nächsten Film, aber dem Ding ging einfach die Luft aus.
Vor allem die Thor-Filme waren dabei keine Hilfe.

Einen Tech-Billionär in Roboterrüstung kann man erklären. Ein steroidgepushter Soldat ist nachvollziehbar. Beim Experiment strahlenverseuchte Wissenschaftler sind uns (zumindest ohne große, grüne Wutmonster) leider nicht neu. Ein mythologischer Donner-Gott mit Zauberhammer? Der Spagat ist dann doch recht weit, um so jemanden in die Realität zu verankern ohne die Comicwurzeln zu verlieren.
Meiner Meinung nach sind sie da auch gescheitert.

Der erste Film lebt von der Naivität und (positiv gezeichneten) Überheblichkeit des auf die Erde verbannten Thor und dem erstmaligen Beweis für die Welt, dass es Außerirdische gibt. Wie die anderen Filme der Phase 1 stellt er auch alle wichtigen Figuren auf, bietet aber sonst nicht viel mehr. In der Wüste spielend ist der Film ziemlich braun, wenn auch sonnig. Der zweite Film ist wohl der schwächste aller Marvelfilme, und ohne jetzt wirklich nachzudenken, fällt mir nichts bemerkenswertes aus dem Film ein. In allen Szenen an die ich mich erinnere ist der Thor 2 entsprechend dem Unterittel „Dark World“/“Dark Kingdom“ in grau und braun gehalten und düster ausgeleuchtet.

Der Begriff der Marvelmüdigkeit kam bestimmt schon vor Thor 2 auf, aber für mich markiert er den Punkt, ab dem ich das erste Mal laut geseufzt habe, als ich einen Marvel-Trailer im Kino gesehen habe.
Dann kamen mit den Guardians of the galaxy und später Antman Filme raus, die lustiger und bunter waren, als die Ironmans und Captain Americas. Das half nicht nur die Marvelmüdigkeit zu vertreiben, sondern ermöglichte den nun im Kino angelaufenen dritten Thor-Film.
Und was für ein Film das ist.

Bereits der erste Trailer, mit „Immigrant Song“ im Hintergrund und Neonschriftzug im Titel, hat versprochen, dass wir hier nicht wieder in grau/brau getaucht werden. Hier wurde ein Comic-Spektakel versprochen. Der Film ist nicht nur bunt und lebhaft, er ist lustig und unterhaltsam. Der Humor steckt nicht (nur) in flottem Wortwechsel wie bei Iron Man sondern ist sehr visuell. Die Interaktion zwischen den Charakteren. Manchmal nur ein Blick oder ein Schnitt.
Es ist bestimmt der lustigste Marvel-Film seither und äußerst kurzweilig. Seit Tagen überlege ich, ob ich nicht gleich nochmal ins Kino gehe…

Es ist ein Jammer, dass es mit Black Panther nächstes Jahr wieder zurück in die Marvel-Realität geht.

- BM out -

Blade Runner 2049 ist wunderschön. Visuell eine Wucht mit unglaublich dichter Atmosphäre. Der Soundtrack ist bombastisch und passt nicht nur großartig zu den Bildern sondern hört sich auch so beim Arbeiten toll an.
Die Kritiken sind allgemein sehr gut und es sind so Aussagen wie „Meisterwerk“ und „Bester Film des Jahres, wenn nicht des Jahrzehnts“ im Umlauf. Ich habe auch bereits einen Youtube-Kommentar gelesen, in dem jemand meint, der Film hätte bei ihm wie Mad Max: Fury Road eingeschlagen (den ich ja vor 2 Jahren hochgelobt habe).
Überhaupt werden die Lobpreisungen für Denis Villeneuve, sein letztjähriger Film „Arrival“ gehört ja auch zu den besten Filmen die ich gesehen habe, lauthals gesungen.

Nur mir wollen sie, trotz meiner Einleitung, nicht entkommen.
Der Film ist nicht bloß lang, er hat meiner Meinung nach Längen. Viele Szenen könnten ruhig etwas kürzer sein, oder auch manche der Ortswechsel ohne Reisesequenz stattfinden. Es gibt (mindestens) 1 Szene die man komplett weglassen könnte. Sie bringt den Plot nicht wirklich voran und ist nur dazu da um Jared Letos Charakter ein wenig mehr Präsenz zu geben. Wenn man diese Szene weglässt, bleibt von ihm aber bereits so wenig übrig, dass man den ganzen Charakter weglassen könnte.
Wahrscheinlich würde dem Film einiges an seiner Atmosphäre abgehen, wenn sich der Film nicht die Zeit für all diese extra Szenen und längeren Einstellungen nehmen würde, und damit auch weniger Film für den Soundtrack übrig bliebe.
Außerdem sollten Filme nicht mit Texttafeln beginnen. *hust* Star Wars *hust*

Wenn der Film mehr als die Summe seiner Teile ist, dann kommt für mich weniger raus, als wenn ich alles einzeln bewerte. Ich habe keine Ahnung wie ich dazu stehe.

- BM out -

Ich werde mir demnächst die Zeit nehmen ausführlich über BJ Horseman zu schreiben, da es eine unglaublich tolle Netflix-Serie ist.
ABER.
Season 4, Folge 9. WHAT. THE. HELL?!
Maaaaaannnnn ....ich geh und wein mich in den Schlaf. Arme PC.

- BM out -

Glow ist eine neue Netflix-Serie die in der Mitte der glorreichen 1980er angesiedelt ist. Die Geschichte erzählt von einem Regisseur, der versucht eine TV-Show über/mit weiblichen Wrestlern auf die Beine zu stellen.

In der Hauptrolle spielt Alison Brie, die ich vor allem für ihre Rolle als Annie in Community mochte und jetzt für ihr Voice Work als Diane in Bojack Horseman mag.
Vorweg gebe ich zu. dass ich mir die erste Folge Glow nur angeschaut habe, weil ich gehört hatte, dass sie darin eine Nacktszene hat.

Geblieben bin ich aber nicht wegen dieser Nacktszene oder der angezogenen Alison Brie, deren Character Ruth ich ziemlich anstrengend finde.
Das Setting, mit all seinen Schulterpolstern und Fönfrisuren, und der Handlungsbogen sind aber ziemlich gut, zumal für (fast) alle Charaktere Zeit eingeräumt wird.

Da gibt es nämlich einige, da das Cast der geplanten TV-Show 12 Frauen umfasst, die aus sehr unterschiedlichen Gründen dabei sein wollen. Auf die Story selbst möchte ich gar nicht eingehen, die kann sich jeder selbst anschauen. Interessanter finde ich nämlich auf einer Meta-Ebene, dass mir aufgefallen ist, dass es einen einzigen (wichtigen) Charakter in der Sendung gibt, der mir in allen Szenen sympathisch ist.

Ein großer Teil in der Mitte der Serie dreht sich darum, welche Persona die Wrestlerinnen darstellen sollen. Wrestler sind laut & bunt, aber stehen sehr markant für etwas und haben Props, Signature-Moves, Tag-Lines, etc. (Ich habe mir bisher nichts aus Wrestling gemacht und das hat sich nicht geändert, nur weil ich Dank Glow jetzt etwas Hintergrundinformation habe.) Damit diese Persona rüberkommt muss sie sehr flach und Cliché sein. Dass diese Stereotype den Frauen teilweise nicht entsprechen oder anstößig sind, ist für teilweise ein echtes Problem.

Besonders als die Inderin Arthie aufgrund ihrer braunen Haut ins Terroristeneck gestellt wird (großartig: "Er weißt aber schon, dass ich nicht Moslem bin?") und den Wrestler-Namen "Beirut" bekommt. Oder Jenny, die Wurzeln in Kambodscha hat, bei der als "Fortune Cookie" alle ostasiatischen Stereotype wild zusammengewürfelt werden.
"Wellfare Queen"s Trashtalk ist darüber, wie sie das Sozialsystem ausnutzt und dass sie den ganzen Tag TV schaut während andere arbeiten. Dabei wirft sie mit Essensmarken um sich und kann mit ihrer Fernbedienung Gegner kontrollieren. Es versteht sich in dem Kontext von selbst, dass "Wellfare Queen" eine dicke Schwarze ist.

Eine ganz besondere Rolle hat Sheila "The She-Wolf", eine Frau Mitte 20 die sich mit Make-up, Perrücke und kaputter Kleidung wie von Wölfen großgezogen zeigt. Dazu später mehr.

Während alle anderen Anweisungen von Regisseur Sam bekommen, welche Art von Charakter sie darstellen sollen, oder ob Kostüm, Requisiten und Sprüche passen, steht Ruth alleine da.
Die Beziehung zwischen den beiden ist von Beginn an ein wenig in der Schräglage. Vor allem weil Ruth als erfolglose aber 'richtige' Schauspielerin ziemlich mühsam ist (für den Regisseur und für mich). Sie geht mit Method Acting an die Sache ran, braucht Charaktermotivation und inszeniert viel - auch sich selbst, obwohl sie mehr graue Maus denn große Diva ist.
Hinzu kommt der Plot, dass sie die Ehe ihrer besten Freundin mit-zerstört hat und forthin den Spitznamen "Homewrecker" trägt.

Mittendrin und doch ein wenig Abseits davon steht Sam, Ende 40, kettenrauchend, grantig. Ein eingesessener und erfolgreicher Regisseur von Hits wie "Blood Disco", "Swamp Maidens of Vietcong" und natürlich "Blood Disco II". Also so trashigen Direct-to-VHS Tits & Gore-Filmen, die eine eigene aber treue Fangemeinde haben.
Das für mich faszinierende an Sam ist, dass er eigentlich als einziger weiß wer er ist. Er ist diese Art von Alltagssexist, von der heute gerne behauptet wird, dass es sie nicht mehr gibt. Er kokst (wobei, es sind die 80er in LA...). Geht mit seinen Schauspielerinnen ins Bett und versucht erst gar nicht ein "besserer" Regisseur zu sein. Er hat sein Genre und steht hinter seiner B-Movie Karriere.
Er wäre mir der Lieblingscharakter der Serie wenn er nicht so ein Widerling wäre.


Hier komme ich nochmals auf Sheila zurück. "The She-Wolf" ist nämlich nicht ihr Wrestling Alter-Ego, sondern wie sie sich selbst gibt. Für sich. Weil sie sich als Wolf fühlt. Sie legt sich auch keine andere Persona zu und verweigert sich, für die Wrestling-Show einen Werwolf darzustellen. So schwer ihr die Interaktion mit den anderen fällt, zumal die meisten Leute sie wegen ihres Auftretens (und der offensichtlichen psychischen Störung) runtermachen, und sie oft in Situationen ist mit denen sie nicht gut klar kommt: Umgeben von lauter Zweiflern weiß Sheila wer sie ist.

Übrigens steht Glow für "Gorgeous Ladies Of Wrestling", eine TV-Serie die es damals tatsächlich gab. Ich sags ja, die 80er....

- BM out -

Die kurzen strohigen Haare in 3 (wenn man den weit fortgeschrittenen Nachwuchs nicht mitrechnet) bunten Farben. Das völlig ausgewaschene Bandshirt unter der Jeansweste mit den Patches und Buttons. Die Tätowierungen und Lederbandeln an den Armen und die zerrissene Jeans an den Beinen. Das ist Punkrock pur und schreit, dass Punk nicht tot ist.

Aber du bist jenseits 40 und ich bin nicht sicher, ob ich dir applaudieren soll, weil du deinen Prinzipien treu geblieben bist. Niemand in dieser Straßenbahn scheißt offensichtlich so sehr aufs Establishment wie du.
Viel mehr bedaure ich es, dass du nicht erwachsen geworden bist. Das sagt mehr über mich als über dich, aber dennoch.

Punk ist nicht tot, zumindest die nächsten 25 Jahre bis dich das Dosenbier erwischt.

-BM out -

Volle Lippen. Voller Busen - noch dazu ohne BH unter einem dünnen pinken Tanktop. Straffe Haut.
Alles absolute Hingucker.
...an einer Frau in ihren 20ern.

Wenn man aber jenseits 50 ist und man sich als Hinguckender fragt wie viel diese offensichtlichen Eingriffe gekostet haben müssen, dann ist es einfach nur grotesk.

Liebe Dame aus der Ubahn, bitte verrate mir: wie viel hat das gekostet? War es das wert?

- BM out -

Als "Lost in Translation" 2004 ins Kino kam, war ich wie verzaubert von dem Film. Die Handlung, die Charaktere, die Musik, das Szenario, die Stimmung. Alles an dem Film war toll.
So toll, dass ich den Film gleich 4 Mal gesehen habe. Im folgenden Jahr habe ich ihn dann beim Kinofrühstück im Votiv und dann im Sommer im Open-Air-Kino gesehen. Sicherlich öfter als einmal auf DVD (deren Besitz hier bestätigt wird) ...und wie man an diesem Blog-Eintrag aus 2008 sehen kann, dann auch noch im Fernsehen.
Ob diese TV-Ausstrahlung das letzte Mal war, dass ich ihn gesehen habe, weiß ich nicht mit Sicherheit, aber ich gehe davon aus. Ich habe seit August 2008 keinen TV-Zugang mehr und die DVD habe ich nie nachgekauft. Das machts schwer ;)

Sophia Coppola hat einen neuen Film in den Kinos und im Zuge dessen zeigt das Gartenbaukino zur Zeit eine Werkschau. Gestern lief "Lost in Translation" in der Spätvorstellung und somit hatte ich endlich wieder Gelegenheit diesen Film zu sehen, der seit 13 Jahren so einen ganz besonderen Platz in meinem Herz hat.

Die Geschichte erzählt von Charlotte, die in ihren früheren 20ern noch nicht weiß wo sie hin will. Sie erzählt von Bob, dem ca doppel so alten Schauspieler, der sich dank aufblühender Midlife- und Ehe-Krise, ähnliche Fragen stellt. Davon wie sie sich in einem Hotel in Tokio, eine Insel umgeben von einer Stadt die ihnen genauso fremd wie die ungewisse Zukunft ist, kennen lernen. Davon wie sich diese beiden Stücke Treibholz annähern. Davon wie diese Sehnsucht nicht erfüllt wird.

Begleitet wird die Geschichte von sphärischer Musik von "Air" und dem Neonlicht-Gewitter japanischer Reklame-Schilder, Pachinko- und Arcade-Spielhallen und Karaoke-Bars, die alle in gleichem Maße die exotische Neugier wecken und nicht bloß durch die Sprachbarriere eine unüberbrückbare Fremdartigkeit hervorstreichen.

All das ist auch nach 13 Jahren immer noch da. Der Film hat sich kein bisschen geändert.

Aber ich.

Ich habe sehr bald gemerkt, dass mich der Film nicht mehr abholt. Dann habe ich versucht mich ihm anzunähern und die Gemeinsamkeiten zu finden. Einzig das bittersüße Ende hat mich nochmals wie gewohnt erwischt.
Ich bemängle das nicht. Mir ist bewusst, dass ich mich weiterentwickelt habe, und meine Weltsicht sich verändert hat. Ich sehe die Zukunft nicht mehr voller Ungewissheit. Ich hatte schon lange nicht mehr dieses Gefühl der unerfüllten Sehnsucht.
Von dem her wäre es also sehr verwunderlich, wenn sich meine Beziehung zu dem Film nicht verändert hätte. Es ist lediglich ein wenig Schade, dass ich durch den gestrigen Kinobesuch davon weiß. Hätte ich Lost in Translation nie wieder gesehen, wäre es immer ein Film gewesen, der diesen Zauber hat und von dem ich mich verstanden gefühlt habe.

- BM out -

Ich fotografiere nicht. Ich mache gerne ab und an Bilder von seltsamen Dingen, wie Stickern, Graffitis und Firmennamen, aber nicht wirklich von Leuten und Gebäuden (und schon gar nicht von mir).
Das ist meist kein Problem, nur wenn ich im Ausland war und dann ohne Speicherkarten voll Fotobüchern zurück komme. Mittlerweile wird es nicht mehr hinterfragt, die Leute haben alle Hoffnung aufgegeben.

Die ca 1 1/2 Wochen in denen ich mich von Stockholm südwärts gehangelt habe, sind natürlich nicht fotolos von statten gegangen. Zum Schluss habe ich sogar ein Touristenfoto gemacht!

Beginnen wir aber erst Mal in Stockholm:

Es hat mich zum Beispiel sehr überrascht Werbung fürs Bauhaus zu sehen, das es bei uns ja nicht mehr gibt*.


[*Korrektur: Das Bauhaus gibts. Den Baumax gibts nicht mehr. Weder bei uns noch bei den Schweden. Soweit ich weiß. Trotzdem interessant, dass die Schweden das Bauhaus haben, oder?]


Im Vasa-Museum haben sie einen eigenen Selfie-Spot eingerichtet. *schauder*



...da ist mir gar nix anderes übrig geblieben als die Regeln zu brechen und ein normales Foto zu machen!




Im Riksarkivet, dem ehemaligen Reichsarchiv, gibt es diese "Rutschen" im Stiegengang:


Wie ich später erfahren habe, wurden die während des 2. Weltkriegs eingerichtet um das Archiv schnell evakuieren zu können, sollten die Nazis einmarschieren.


Ich war zwar während meiner Reise bei jeder Gelegenheit im Espresso House (im Grunde wie der Starbucks nur halt nicht der Starbucks), aber es hätte auch das richtige Ding gegeben.




Wer bei schwedischer Küche an Fleischbällchen und Mandeltorte von IKEA denkt, weiß offensichtlich nicht, dass die klassische Hausmannskost dort der Kebab (Kyckling = Huhn) ist!



Wenn es aber etwas so richtig schwedisches gibt, dann sind es die Vikinger, richtig? Gut das Viking Lines also seine Schiffe im Hafen liegen hatte um zu zeigen, wie ein echter Vikinger seinen Stolz nennt!

*seufz*


Dafür hat mich dieser Bus kichern lassen.


tihihihi. Tits. Funktioniert immer.

Nächster Stop war Göteborg, wo das Wetter nochmal schlechter war als Stockholm. Um das zu unterstreichen bin ich auf den Skansen Krona rauf, eine ehemalige Verteidigungsanlage auf einem Hügel in der Stadt. Dann habe ich ein Foto der Altstadt geknippst.
Wish you were here! <3




In Stockholm und Göteborg sind mir keine beklebten Laternen- und Ampel-Masten, oder mit Konzertplakaten zugepflasterte Schaltkästen aufgefallen, wie das bei uns so üblich ist.
Erst im südlichen Malmö habe ich Kleber und Schmierereien entdeckt ...und dann war da auch noch meine Standardantwort aus meinem alten Job dabei!




Radfahren ist im Norden serious business. Besonders auffällig war es in Göteborg, wo die ganze Infrastruktur auf Räder ausgelegt ist, während man als Fußgänger übers Kopfsteinpflaster stolpert.
In Kopenhagen haben sie sogar in der S-Bahn eigene Stellplatz für die Räder. Sieht man im Bild leider nicht so gut, aber sie sind tatsächlich da.


Sitzplätze für die Fußgänger? Pft.

Weiteres Beispiel für die Radfahrer-Freundlichkeit gefällig? Wie wäre es mit einem Kreisverkehr für Radfahrer und Fußgänger an einem Punkt wo sich 3 Wege treffen?





Okay, das nächste Bild braucht viel Erklärung, da der Großteil als reine Assoziationskette in meinem Kopf stattgefunden hat.
In Kopenhagen steht das Schloss Rosenborg um das sich ein Wassergraben zieht. Eine schmale Brücke führt über den Graben, sonst könnte da ja jeder daher kommen. In den Büschen neben dem Wassergraben habe ich das hier entdeckt:


Die Vorstellung, dass ich einen Rettungsring neben den Wassergraben, der mein Schloss vor Eindringlingen beschützen soll, stelle, hat mich sehr erheitert.
In meinem Kopf wurde das ganze aber eben auch um David Hasselhoff und einen Baywatch-Turm erweitert..


In Roskilde, die ehemaligen Hauptstadt Dänemarks, einer Stadt in der sonntags sogar die Touristeninformation geschlossen hat, habe ich in einer Auslage dieses Schild entdeckt:


Ich hätte sowohl den Kaffee als auch den Gossip darüber, was es in all den geschlossenen Museen zu sehen gegeben hätte, genommen...


Der Zug von Dänemark nach Deutschland wird zwischendurch auf eine Fähre geladen. Hier gibt es natürlich Restaurants, Duty-Free Shopping und Starbucks-Kaffee ...aus dem Automaten?


(Ich kann nichts darüber berichten.)(Es müsste außerdem "proudly self-serve" heißen.)


Man hat nur eine Chance für den ersten Eindruck. Das gilt auch für Hamburg.
Was soll ich über eine Stadt denken, in der ich, weniger als 10 Minuten nach Ankunft in der Stadt, als ich mich in der S-Bahn hingesetzt habe, hübsch drapierte Krautblätter neben mir sehe?


(Außerdem hat sich auf der anderen Seite des Ganges ein Typ gemütlich neben das Schild mit dem Rauch- und Alkoholverbot gesetzt, die Füße auf die Bank gelegt und sich sein Dosenbier geöffnet.)

Ein Krautblatt und ein ignoriertes Alkoholverbot. Meine Güte, lass doch die S-Bahn nicht für ganz Hamburg sprechen!


Okay. Harem Brautmoden. Natürlich. Zweiter Eindruck zählt - und was liegt das pickt!

Mein absolutes Hamburg-Highlight war der alte Elbtunnel. In über 20 Metern Tiefe und auf 500 Meter länge die Elbe über... ähm unterqueren! Per Rad und Fuß kostenlos, Autos zahlen dafür. Alleine die Lifte mit denen man da fährt, sind ein Erlebnis.
...oder man nimmt natürlich die Treppe.


(Ja, ich hab sie nur runter genommen. Hätte ich das rauf machen sollen, würde ich noch immer auf halber Strecke liegen!)

So. Jetzt kommen wir endlich zu meinem Touristenfoto.



Zoomt Mal rein, wie viele Touristen da oben sind!

... oh boy, das war jetzt wirklich viel Aufwand für einen blöden Witz.
Sogar für meine Verhältnisse.

- BM out -

[Das letzte Bild ist die neue Elbphilharmonie in der HafenCity. Mir war die Warteschlange für den Eintritt zu lange. Ich weiß nur, dass es drinnen eine lange Rolltreppe gibt. Keine Ahnung ob es die Wert gewesen wäre.]

 

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