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Erster! ...Beitrag von meinem neuen PC.

Es hat nur ein knappes Jahr gedauert und nun habe ich doch tatsächlich wieder einen PC. Der Umstieg zurück von Mac auf Windows ist natürlich nicht ohne verzweifelten Gesichtsausdruck und der einen oder anderen laut hörbaren Flut an Schimpfwörtern gelungen. Das liegt nun Alles in der Vergangenheit (= fast 48 Stunden her).

Da der PC ja sowohl das kaputte Mac-Book als die Xbox ersetzen soll, steht er im Wohnzimmer und ist dort an den Beamer angeschlossen. Das heißt ich sitze im Moment auf der Couch und balanciere die kabellose Tastatur am Schoß, da mir der passende Beistelltisch noch fehlt.

Das Beamer-Bild (ca 310 x 170cm) war ja beim Xbox spielen und Film schauen vom Fleck weg eine Wucht. In der Windows-Oberfläche, beim Internetsurfen, etc ..also all den Dingen die jetzt plötzlich nicht mehr im Arbeitszimmer stattfinden , ist das aber doch mehr als ungewöhnlich.
Dazu kommt die immense Auflösung mit der Alles vergleichsweise klein wirkt.

Jaja... 1st world problem. Noch dazu eines an das ich mich schnell gewöhnen werde. ..und irgendwann kommt mir dann das Bild sehr klein vor.
Dann muss ich den Beamer auf die gegenüberliegende Hauswand richten, um mehr Projektionsfläche zu erhalten :D
...der Typ auf meinem Bildschirmhintergrund ist jetzt schon fast so groß wie ich...

Ich habe meine Zweifel, dass es mir das schreiben einfacher macht, wenn ich es von der Couch aus mache und nicht mehr extra ins Arbeitszimmer gehe. Das braucht jetzt übrigens einen neuen Namen. ...Abstellkammer, vielleicht?

- BM out -

Moment. Ich weiß, das klingt so als würde ich meinem nicht mal so alten Beitrag gerade widersprechen. Lasst mich mal ein wenig ausholen.

Alle Macht dem Volke
Kickstarter - Synonymhaft für Crowdfunding nennt seine Unterstützer "Backer" (mit neudeutschem Umlaut-A) und die backen (mit selbigem ä) eben Projekte.

Crowdfunding ist wohl nicht mehr der erklärungsnötige Geheimbegriff, der er noch vor 2, 3 Jahren war. Aber hier mal der Übersicht wegen ein kurzer Abriss.
Statt eine Idee lange Sponsoren anzutragen, zur Marktreife zu bringen und auf Abnehmer zu hoffen, tritt man beim Crowdfunding direkt an seine Zielgruppe heran. Das hat für den geneigten Entrepreneur den klaren Vorteil, dass er schon zu Beginn weiß, ob es überhaupt Leute die gibt die an seinem Produkt interessiert sind. Außerdem ermöglicht es die Finanzierung vorab und spült nicht das investierte Geld bei Erfolg wieder in die Kasse.

Für den Unterstützer wiederum geben Crowdfunding-Plattformen die Sicherheit, dass Ihre "Pledge" (also die Zusage eine gewisse Summe beizusteuern) erst verrechnet wird, wenn das Projekt auch ausreichend finanziert wird.
Das heißt, der Antragsteller gibt zu Beginn an wie viel Geld er für die Umsetzung seiner Idee mindestens braucht, erstellt eine Vielzahl an "Tiers" (Belohnungs-Stufen) mit Goodies für die Unterstützer und bekommt 30 Tage Zeit die Werbetrommel ausreichend zu rühren. Wenn mehr Geld zusammenkommt als erhofft, werden meist zusätzliche Goodies versprochen.

Ich habe vorhin leicht irreführend den Begriff "Produkt" verwendet. Denn bei den vorgestellten Projekten handelt es sich nicht bloß um aufregende Gadgets, Videospiele oder Musik-Alben. Auch Suppenküchen, Kunst & Theater und Gemeinschafts-Projekte suchen Ihre Förderer.

Das Konzept ist überaus erfolgreich. Manche Projekte spielen Millionen ein und neben Kickstarter gibt es mittlerweile auch viele andere Crowdfunding-Plattformen, die teilweise auch einen regionalen oder Produkt-Fokus haben.

Backe, Backe, Konsole
Ich hatte Kickstarter eine Weile beobachtet und spannende Projekte mitverfolgt, bis ich irgendwann nicht widerstehen konnte. Das ausschlaggebende Projekt war eine "unabhängige" Spiel-Konsole mit Android-Betriebssystem im Juli 2012. Die sogenannte OUYA hätte 950.000$ gebraucht ...und von über 60.000 Unterstützen über 8,5 Millionen $ erhalten. Damals eine Sensation.

Mit diesem Projekt war jede Hemmschwelle überwunden und nun backte ich wild vor mich hin. Ein Zombie-Kartenspiel, ein Buch, eine Martial-Arts Web-Serie, Verpackungsmaterial für Brettspiele und einige Videospiele. Mehr als 600$ habe ich innerhalb meines ersten Jahres in Kickstarter-Projekte investiert.

Es ist nicht alles Gold was gleißt...
Als Backer unterstützt man Ideen. Man sorgt dafür, dass jemand seine Vision umsetzen kann und bekommt dafür eben oft das 'Produkt' und eventuelle Goodies in irgendeiner Form geschenkt.
Aber man kauft nichts. Nur weil jemand meint, dass er die großartigste Idee hat wie man etwas umsetzt, dass es so noch nicht gab, heißt das nicht, dass ihm das am Ende des Tages auch gelingt. Oder in der Zeit, die er sich dafür vorgenommen hat.

"Zeit" ist die erste Lektion die man als Backer lernt. Kaum Etwas wird in der im Projekt versprochen Zeit fertig.
Dass das Endergebnis dann anders ausfallen kann, als man es sich (und wahrscheinlich viele weitere Backer) gedacht hat, ist die nächste unangenehme Erkenntnis.

Interessanterweise habe ich einige meiner 'ersten' Projekte bis heute nicht erhalten. Oder im Fall der OUYA auch einfach storniert, als das mit der Lieferung nicht klappen wollte. 1 1/2 Jahre nach der Kickstarter-Kampagne war auch aus meiner Vorfreude die Luft raus.

Die Vorfreude ist überhaupt so eine Sache. Während der Kampagne wird man natürlich aufgeputscht wie großartig die Idee nicht ist. Laufend gibt es Updates. Enthusiastische Backer im Messageboard. Huiuiui. Dann wartet man und wartet man und vergisst schon fast darauf, dass da mal was war...

... wie man oft euch unterweist.
Deswegen habe ich dann doch im letztes Jahr aufgehört mein Geld in Kickstarter-Projekte zu stecken. Vor allem weil die wirklich interessanten Projekte auch entsprechend lange Laufzeiten haben - zb wird ein Weltall-Teleskop das ich unterstütze frühestens im August 2015 in den Orbit geschossen.

Und dann habe ich den Newsletter eines meiner bevorzugten Musiker erhalten. Er lässt sich sein neues Album* von den Fans finanzieren.

...und schon bin ich zurück.
Zum Beispiel habe ich dem Straußen-Polster meine Unterstützung zugesagt. Ein Kopfpolster in den man seinen Arm stecken kann!
Dass dieses Projekt nach 9 Tagen bereits mehr als 200% seines gewünschten Mindestbetrags erhalten hat, zeigt wohl, dass einige Leute gerne ein gemütliches Schläfchen halten wollen ;)

Mal schauen wie lange ich nun wieder mein Geld Richtung Kickstarter werfe, bis ich frustriert bin, weil meine Dinge nicht daher kommen.

Mir fällt auch gerade auf, dass ich keine Projekte buk sondern gebackt habe. Denglisch halt.

- BM out -

*bitte unterstützen, damit das Album auch wirklich finanziert wird. Tut es für mich.

Dieser Tag in der U4 (Längenfeldgasse):
Die UBahn sagt, dass man nicht mehr einsteigen soll.
Die UBahn-Tür preifft.
Das Licht über der UBahn-Tür blinkt.
Eine alte Frau, eine junge Frau, ein kleines Mädchen und ein Kinder-Buggy mit Passagier schmeissen* sich durch die sich schließende Tür. Und werden erwartungsgemäß von den Türen "gezwickt".
Die Türe öffnet sich nochmals, die Damen schieben sich vollends in die Kabine und die Türen schließen sich wie der Vorhang beim Schlußakt.
Schlußakt? Nein - jetzt geht das Theater erst los.
"Frechheit." und "Furchtbar!" und "Unglaublich." erklären sie einander (und allen anderen in Hörweite), die Hände fuchteln scheibenwischerartig vor ihren Gesichtern.

Inhaltlich korrekt. ...aber definitiv gegen die falschen Leute gerichtet.
Man sollte glauben, dass der Tür-Zwick-Schmerz sie zu Sinnen ruft. Vor allem die Mutter mit ihren Kindern. Wohl nicht in diesem Leben, oder zumindest dieser Stadt.

- BM out -

(*Nein, nicht Indiana Jones-Style. Eher Gangloff).

Zur besseren Anschauung hier die erwähnten Back-Herausforderungen in ihrer vollen Pracht und im Anschnitt.

Die Schokobombe:



Die Mouse au chocolat Charlotte




Die ...äh.. Nutellacreme-Zikkurat



- BM out -

 

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