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Backen ist nicht so mein Ding. (Referenz #1 "Erdbeer-Basilikum-Roulade")
In der Schule waren Desserts zwar auch am Lehrplan, aber halt mehr im Bereich von Parfaits, Tartelettes oder filetiertem Obst. Einfach einen Kuchenteig anrühren und ins Rohr schieben? Viel zu banal für eine HBLA.
Meine Freude am Kochen ist somit nie aufs Backen übertragen worden.

Rezepte sind für Anfänger
In meinem privaten Küchenleben hat das backen keinen Einzug erhalten, da ich nicht gerne wiege und messe und Rezepte studiere und befolge. Außerdem war es in meiner alten Wohnung gar nicht möglich: das Backrohr konnte keine konstante Temperatur halten (hat quasi "endlos" geheizt). Bei einem Auflauf oder Braten kein so großes Problem, aber Kuchen sind da scheinbar heikel.
Ich hatte auch sehr lange keinen Mixer. Der den ich jetzt besitze, ist eigentlich ein Geborgter, den ich nie zurückgegeben habe ;)

Außerdem gab es was das Stillen von Kuchen-Gusto anging halt auch andere Kandidaten, wie Großmütter, Mutter und Freundinnen. (Klischee, Klischee)
Gerade in der Zeit als ich mit der Frau Whitemage zusammen war, habe ich mich gerne um das 'richtige' Essen gekümmert und sie hat für Muffins, Brownies, etc gesorgt. Das einzige Dessert dass ich mir angeeignet hatte, war das Tiramisu. Das wiederum habe ich 'gemeistert' und kenne einige unterschiedliche Varianten davon.
Versuche etwas anderes zu erstellen waren immer eine mittlere Katastrophe. (Referenz #2 "Caramel-Cheesecake")

Mit der "neuen" Wohnung, der damit verbundenen neuen Küche und dem genauso neuen, darin stehenden Backrohr, bin ich zumindest um die Backrohr-Ausrede umgefallen. Was auch egal war, denn ich hatte ja eh kein großes Interesse daran zu backen.

Umgang mit zweifelhafter Gesellschaft
Im "neuen" Job wiederum gab es dann eine Kollegin die auch ohne Anlass mal Kuchen gebacken und mitgebracht hat. Das habe ich quasi als Inspiration dafür genommen, um einen Blechkuchen mit Rhabarber zu machen. Ich liebe Rhabarber-Kuchen ...aber eben 1 Stück nur für mich zu backen, war nie eine Option. Die Idee ein Blech zu machen, mir mein Stück zu sichern und den Rest unter den immer hungrigen Kollegen zu verteilen war ...eine Erleuchtung.
(Außerdem wollte ich da nicht so schmarotzerhaft immer Andreas Kuchen essen und nie was zurück geben.)

Es ist wahrscheinlich nicht nur beim Kochen so, aber wenn ich etwas probiere und das Ergebnis passt nicht zu meiner Vorstellung/Erwartung, dann wiederhole ich es. Und wiederhole ich es. Und wiederhole ich es ...bis ich das Gericht so hinbekomme wie ich will. Gulasch war so etwas, wo ich schon geglaubt habe ich kotze mich an, wenn ich noch ein Mal Gulasch essen "muss". Das habe ich über wenige Wochen hinweg alle paar Tage gekocht. ;)

Der erste Rhabarber-Kuchen war gut ...aber nicht so gut wie ich wollte. Und Rhabarber war noch über. Genug für 2 weitere Blech... Rhabarber-Kuchen als Einstiegs-Droge. Das hört man auch nicht oft.

Jedenfalls wurde ich von den Kollegen nun also aufgefordert öfter Kuchen mitzubringen. Als die backende Kollegin Anfang des Jahres das Unternehmen verlassen hat, wurde mir quasi der Kochlöffel als Staffel weitergereicht. Als Freund von Anerkennung, Lob und Dankesworten ist mir da nicht viel übrig geblieben, als diesem Wunsch nachzukommen.

Einem alten Hund bringt man keine neuen Tricks bei
Wie gesagt bin ich kein großer Rezept-Leser und mit inadäquatem Werkzeug ausgestattet. Einen Plastikbecher mit Markierungen für Liter-Angaben (und kryptische Oz's) habe ich zwar schon immer, und mittlerweile auch einen Teigspatel, aber die Küchenwaage verweigere ich standhaft.

Ich verwende Rezepte um die nötigen Zutaten und ungefähren Mengenverhältnisse zu erfahren und dann lege ich einfach los. Mittlerweile weiß ich ja auch, welche Konsistenz für welche Art von Kuchen ich brauche und bin mir sicher, dass meine Schätzungen wie viel Mehl noch in einem Päckchen ist, recht akkurat sind.

Unvermeidlich habe ich also mit meiner typischen "trial & error"-Methode doch noch das Backen gelernt.

Die sportliche Herausforderung
Und ebenfalls typisch für mich habe ich mich natürlich nicht mit Rhababer-Blechkuchen und einem Rührkuchen in der Kastenform zufrieden gegeben.
Mit einer der Mutter abgeluchsten Springform habe ich die Mohntorte erobert. Dann die Schokotorte unterworfen. Nachdem ich eine Schokobomben gezündet und eine Mouse au chocolat-Charlotte erklommen habe, war nun mein letzter Akt die Errichtung einer mit Nutella-Creme gefüllte Zikkurat* die meine Glorie für die Nachwelt festhalten sollte. (Okay, eine zweistufige Torte keine Zikkurat, muss aber als Monument reichen.)

Mein Problem ist halt nicht nur, dass ich eigentlich nicht gerne backe. Ich will auch nicht an mir selbst gemessen werden. Ich will nichts noch mal machen und dann hören "Das letzte mal war es besser.". Und nach all den aufwändigen Torten zum einfachen Rührkuchen zurück zu gehen, scheint mir vergebene Liebesmüh zu sein.

eigner Herd ist Goldes Wert
Als ich nun in der Arbeit verkündet habe, dass ich nun endgültig genug habe von der Backerei und ich mir selbst bewiesen habe, dass ich es kann, kam natürlich große Enttäuschung und Protest auf.

Ganz bin ich das Thema nun noch nicht los. Im November feiert eine Freundin (und begeisterte Mohntorten-Esserin) Sponsion und ich habe ihr im Wahn versprochen, sie bekommt eine Mohntorten-Schultüte zu backen (mehr eine Frage der Ingenieurskunst denn der Zuckerbäckerei). Außerdem hat die mir gegenübersitzende Kollegin mir Gewalt angedroht, wenn sie nicht zu ihrem 30er nächstes Jahr etwas Gebackenes bekommt.

Außerdem bedeutet es natürlich auch, dass ich nicht mehr einfach so einen Rhababer-Kuchen bekomme. Oder einen Schokokuchen. ...und ich hab da mal ein tolles Rezept für Schoko-Cookies bekommen.

Nunja, vielleicht brauche ich mal wieder das Lob. Besser ich halte mir das Backrohr warm...

- BM out -
 

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