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Hier findet heute in einem Kino ein "Unnecessary Sequel Contest" statt, wo unabhängige Filmemacher Trailer und Filmplakate für ein bisher ungefilmtes Sequel ihrer Wahl vorstellen, die sie innerhalb eines Monats erstellt haben.

- BM out -

Da es nur dann zum offiziellen Kanon gehört, wenn es hier im Blog oder in meinem Newsletter auftaucht: Ich bin in Texas.
Genauer gesagt in Austin, den älteren unter uns (ja ich schau dich an, Pinky) auch als Waterloo bekannt. Austin ist die Hauptstadt von Texas, deswegen haben sich auch ein Capitol hier rumstehen!
Ansonsten zeichnet sich Austin aus eine Universitätsstadt zu sein.

Warum bin ich in Austin?

1) Ich musste ja irgendwo hingehen, nachdem ich in New Orleans war und bevor ich nach Las Vegas fahre.
2) Austin gilt als der grünste Fleck in Texas.
3) Irgendwann vor über 5 Jahren, hat ION Storm (gibt es mittlerweile eh nicht mehr) hier in Austin an einem Computerspiel namens "Loose Cannon" gearbeitet. Damals wurden ein paar Screenshots publiziert, die zeigen sollten, wie realitätsnah die Grafik sei, weil die Entwickler Austin nachgebaut hatten.
Als ich überlegt habe, wo ich in Texas einen Zwischenstop machen soll, und Austin gesehen habe, ist mir wieder eines dieser Bilder eingefallen, und ich dachte mir, ich will dieses Bild in natura sehen. Ja, ich bin krank. Na und?

Austin ist wunderbar grün, liegt direkt am Colorado, hat untertags gut 25° und eine Luftfeuchtigkeit jenseits von %-Skalen. Zumindest ist es mir so vorgekommen, als ich heute mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs war, denn die Stadt ist ziemlich hügelig. Was großartig ist, wenn es bergab geht... aber wehe man muss sich dann auf einem Rad, an dem man keine Gänge schalten kann, plötztlich bei Gegenwind eine Steigung raufarbeiten :)

Womit sich Austin gerne brüstet, ist es die größte urbane Fledermaus-Kolonie zu haben. Zumindest im Sommer, die Viecher fliegen im Winter schlauerweise nach Mexiko.
Die 1,5 Millionen Free-Tail-Fledermäuse leben unter der Congress-Avenue-Brücke und sind ein wahrer Publikumsmagnet. Es gibt eigens eingerichtete Aussichtsparks und sogar ein Schiff, das bei Sonnenuntergang unter der Brücke kreuzt. Denn wenn sich 1.5 Millionen Fledermäuse auf einmal in Bewegung setzen ist das ein Schauspiel für sich.
Steht zumindest auf der Homepage, von BatConservation International , denn als ich dort heute 1 1/2 Stunden mit einer Menge anderer Schaulustiger campiert habe, ist eigentlich nicht wirklich was passiert.

Vielleicht habe ich auch zuviel erwartet. Ich dachte, wenn die Sonne grad am wegdämmern ist, steigt der Schwarm Fledermäuse auf und zeichnet sich schön am Himmel ab. Nein.
Als es dann dunkel wurde, hatte ich schon die Hoffnung, die 1.5 Millionen Viecher stürzen sich mit einem Kreischen mitten in die wartende Menge und man sieht noch, wie sie einen Typen hochheben und mit sich davon tragen. Nein.
Als es dann schon ganz dunkel war, dachte ich, dass wenn sie sich endlich auf den Weg zur Futtersuche machen, sie im Blitzlichtgewitter der Wartenden aussehen, als ob sie im Stroboskoplicht einer Disco tanzen. Nein...denn sie kamen ja nicht, aus ihren Spalten in der Brücke hervor.

Das Mädel am Frontdesk im Hostel meinte dazu nur, dass es an Tagen, an denen es geregnet hat, selten zu frühen Schwarmaufstiegen kommt, weil ihnen zu kühl ist.

Ja, es hat nämlich geregnet. Zum Glück als ich grad mit dem Rad unterwegs war ;) Ich war nämlich heute einkaufen, nicht in einem kleinen Deli oder Grocery. Auch nicht in einem kleinen Supermarkt. Heute war ich in einem richtig großen Supermarkt. HEB - Here's Everything Better.
Das ist echt toll, denn da hat man die Auswahl, zwischen einer Familienpackung Chips und einer noch größeren Fassung. Solls die 2l Flasche Cola sein, oder der Kanister mit einer Gallone (ca 4 Liter). Der europäische Trend zu kleineren Packungen und Single-Portionen hat den amerikanischen Kontinent ja noch nicht erreicht :)
Interessanter ist halt auch die Auswahl vor die sie einen stellen, unzählige Male das selbe Produkt nur halt von einem anderen Anbieter. Spannend.

Wobei sie aber auch eine gewaltige Auswahl an frischem Obst und Gemüse hatten, an frischem Fisch und auch beim Fleisch. Nur halt bei den vorverpackten Einheiten, definitiv immer zuviel für einen. Selbst wenn er für 2 Tage einkauft :) (Das gilt auch für Shampoo und Zahnpasta die ich kaufen musste. Gewaltige Tuben sind das...)

@Kolis: du wolltest ja wissen, wie das ist, wenn man in so einem Laden vor einem 10m langen Gang steht, wo nur die Chipstüten drinstehen. Die Antwort hätte ich dir wohl auch schon in Wien geben können: KRANK!

Tja, vielmehr gibt es jedoch nicht von hier zu berichten. Mir tut der Hintern weh, von dem dummen Fahrradsattel. Bin nicht sicher, ob ich mir morgen nochmal ein Rad leihen möchte.
Viel lieber würde ich hier morgen ins Kino gehen. Da ist nämlich jede zweite Sitzreihe durch einen Tisch ersetzt und man kann während des Filmes Essen und Trinken bestellen, das einem von Kellnern serviert wird. Da kann nicht mal das Schikaneder mithalten, wo man während des Filmes einfach rausgeht zur Bar und sich selber was frisches holen muss :)

Übermorgen steht dann schon die Weiterreise an, die dauert dann wieder 1 1/2 Tage. Dann bin ich in Las Vegas, wo ich mir den großen Reichtum erspielen werde. Und hoffentlich eine Gelegenheit bekomme, eine Fahrt zum Skywalk am Grand Canyon zu buchen.

- BM out -

Als ich gestern mein Zimmer hier in New Orleans bezogen habe, konnte ich Bekanntschaft mit dem Typen machen, der das Stockbett unter mir belegt. Ein Brite namens Steven, der auf mich zwar einen etwas zerstreuten Eindruck hinterlassen hat, aber sich in einem Punkt sicher war: es würde die Stadt lieben. Sie wäre die tollste Stadt in den Staaten, und er wäre bereits seit 2 Monaten hier und er müsse bald gehen, was ihm gar nicht gefällt.

Gestern war ich nicht wirklich in New Orleans. Ich bin nur mit meinem Gepäck die Canal Street stadtauswärts marschiert, bis ich endlich beim Hostel war, und dann in der Umgebung in ein Pub gegangen. Heute war also mein erster richtiger Tag hier...

Also bin ich gegen 10h mit dem Streetcar (mit unseren Strassenbahnen verwandt, aber wohl von einer inzestiöseren Blutlinie) dann die Canalstreet runter, hinein die Stadt.

Gleich mal an den Mississippi, wo der berühmte Schaufelrad-Dampfer Natchez auf einer Dampforgel Musik gespielt hat, wohl um Passagiere zu locken. Dabei hab ich gleich mal die Brücke gesehen, auf der Denzel Washington in "Deja Vu" den Attentäter sieht. Vielleicht schaffe ich es morgen noch näher hin :)

Dann bin ich halt stundenlang durch den French Quarter marschiert. Und innerhalb kürzester Zeit hat mich dann Armors Pfeil erwischt. Die ganze Gegend geht vor lauter Charme und Atmosphäre nur so über.
Zum einen natürlich die ganzen Häuser, mit ihren Schmiedeeisernen-Balkonen und Gallerien, die oft auch noch bepflanzt sind. Die Fassaden in unterschiedlichen Farben, in allen möglichen Farben, teilweise mit Stuck verziert. Allein diese Architektur ist es wert sich durch jede einzelne Strasse dieses Viertel zu bewegen.
Dann kommt natürlich auch hinzu, was sich in diesen Gebäuden befindet. Boutiquen, Kunst-Gallerien aller Art, Antiquitäten-Läden, natürlich auch Souvenirläden ..und Lokale, Bars, Restaurants. Aus vielen der Läden riecht es nach diversen Räucherstäbchen, aus den Restaurants kommen die verführerischen Düfte der kreolischen und Cajun-Küche, aber auch andere Stile. Hin und wieder kann man auch schon untertags auf den Strassen Jazz oder auch Blues hören. All das zusammen, und mehr, das sich nur schwer in komplette Sätze fassen lässt, ergeben dieses enorme Gefühl, sich zu dieser Stadt hingezogen zu fühlen.

Nach dem Mittagessen war ich im "Aquarium of the americas", das mich dann aber mittendrin rausgeschmissen hat, weil die um 5 schliessen. Ich hätte vielleicht nicht JEDE der Tafeln lesen und allen Tieren SO genau zuschauen sollen. Die Erschliessung Louisianas und die Quallen hab ich also nur im vorbeigehen gesehen, während der Security mich als letzten Gast gegen halb 6 rausgetrieben hat ;)

Und dann bin ich gegen 6 wieder in den French Quarter marschiert, weil ich dort am Vormittag an einer Body-Painting-Gallerie vorbeigekommen bin. Wissen glaube ich nicht viele hier, aber ich interessiere mich sehr für Bodypainting, als Kunstform, weil es meiner Meinung nach interessantere Objekte darstellt als Leinwand.
Kaum war ich in der Gallerie bin ich auch schon mit dem Galleristen und Hauptkünstler Craig ins Gespräch gekommen. Denn der ist seit 3 Jahren beim World Bodypainting Festival in Seeboden dabei und hat sogar 2005 den Hauptpreis dort gewonnen, heuer sitzt er in der Jury.
In den folgenden 3 Stunden haben wir zwar nicht nur über Bodypainting gequatscht, aber ich habe definitiv viel über diese Kunstform gelernt. Irgendwann hat er mich dann schon in die Gespräche mit anderen Leuten, die kurz reingeschaut haben, eingebaut und mich als halben Profi hingestellt ;)
Die Bilder in der Gallerie - fast ausschliesslich Photographien von seinen Werken, 2 kollaborative Werke mit anderen Künstlern und ein paar Bilder von seinem Lieblings-Bodypainter - sind einfach phänomenal. Teilweise so genial, das es Minuten dauert bis man dahinter kommt was man eigentlich sieht, weil das Modell mit dem Hintergrund verschmilzt, oder man nicht sicher ist, welcher Körperteil da fotografiert wurde. Oft sind die Bilder verschachtelt oder haben noch andere Symbole eingearbeitet, die man natürlich nur erkennt, wenn der Künstler selbst sie einem zeigt :)
Auch wenn es nur ein schwacher Ersatz für die großen Originalbilder ist: http://www.paintedalive.com ist seine Homepage, und zeigt einige der Werke und dazu Behind-the-Scene-Fotografien und Filme.

Da mir Craig eine Karte von NO geschenkt hat und darauf eingezeichnet hat, was ich mir noch anschauen sollte, bzw wo man am besten fortgehen kann (als Einheimischer, nicht als Tourist), wollte ich eigentlich nur schnell ins Hostel mich umziehen und den Pass holen (ohne ID ist es hier in den Staaten normalerweise unmöglich was zu trinken zu bekommen, oder wo rein zu kommen) ...als nach 25 Minuten immer noch kein Streetcar da war, bin ich schnell auf die Bourbon Street, die als das Touristen-Ausgehviertel gilt. Dort ist die Hölle los, überall Leute, überall laut Musik, überall wird gegessen, getrunken, gefeiert. Für diejenigen unter euch, die sich schon über den Beitrag über die Schwedin am Strand so gefreut haben: hier gibt es eine Hustler-World, vor dem ein knapp bekleidetes Mädel einen versucht zum Eintritt zu überzeugen. Sehenswert!
[Wobei noch besser ist das Lokal, wo damit geworben mit, das die Mädels drinnen nicht nur topless sondern auch bottomless sind. Und der Türsteher ein Schild in der Hand hält auf dem oben steht "If you're offended by nudity, don't enter". Ich denk mir noch so, wen soll das stören (wenn die Mädels drinnen so ausschauen, wie auf den Bildern an der Tür), und sehe wie ein paar Leute wieder abziehen, als sie das lesen...Amerikaner.]
Anyway - ich hab mein Glück in einer der Daiquiri-Bars probiert und tatsächlich ohne ID einen bekommen. Für 9$ kriegt man dann einen halb-Liter Styroporbecher. Leider hat mich die Kellnerin bei dem Lärm und meiner verstopften Nase falsch verstanden, und mir statt einem Strawberry Daiquiri einen Strawberry Kiwi Daiquiri (da gibts noch exotischere Geschmacksrichtungen, das war harmlos) gebracht, und meine Neugier war definitiv größer als mein Wunsch zu reklamieren :) Okay...das nächste Mal probier ichs vielleicht weniger neugierig.
Als ich wieder zurück zur Streetcar-Station komme, kommt gerade eine Bim daher, die zwar nicht soweit fährt wie ich muss, aber 2 Blocks gehen ist für mich ja kein Aufwand.

Und somit endet mein erster Tag hier, in der wunderhübschen Stadt New Orleans. Laut Craig ist sie noch die europäischte Stadt der USA (ohne jedoch zu versuchen europäisch zu sein, also authentisch und selbststehend wirkt), und viele Amerikaner fahren lieber hierher um mal was anderes zu erleben, statt sich gleich in einen Flieger nach Europa zu setzen.
Verliebt in die Stadt bin ich seit dem Vormittag, zumindest in den French Quarter halt. Das ich mal wieder hierher kommen muss, habe ich längst beschlossen, denn 2 Tage sind viel zu kurz. Da schaffe ich es ja nicht mal mich durch die lokale Küche zu kosten :)

- BM out -

Es gibt eine Anekdote aus Kanada, die ich vergessen habe in einen der Newsletter zu packen oder hier zu posten, als es zeitlich noch gepasst hätte, die ich aber noch los werden will, bevor ich sie endgültig vergesse.

Als ich an dem Ausflug zu den Niagara-Fällen unterwegs war, hatten wir die Möglichkeit für 85$ einen Helikopter-Flug über die Fälle zu machen. Ich hab da eine zeitlang überlegt ob ich das machen will, weil für einen Heli-Flug ist das verdammt günstig ...aber es war halt immer noch eine Menge Geld, und ich muss mir das halt gescheit einteilen. Also kein Heli-Flug für mich. 4 andere aus der Tour haben sich das aber nicht nehmen lassen.

Wir liefern die am Heli-Port ab, und unser Guide fängt dann so an, während die den Heli-Flug machen, schauen wir uns die "Rabbits" an. Das wären Klasse 6 Rabbits, das sind besonders gefährliche Rabbits, solche Rabbits gibts nicht oft in der Welt. Spektakuläre Rabbits also.
Und ich bin dann schon sehr gespannt, wie Klasse 6 Hasen ausschauen, und warum die Gefährlich sind. Ob die in einem Gehege gehalten werden, oder frei rumlaufen dürfen...
Erst als er dann beschreibt, wie die "Rabbits" sich durch die "Gorge" schlängeln und dann herum wirbeln, wird mir klar, dass der nicht von Hasen, sondern von "Rapids" also Stromschnellen redet.

Ja, da haben die anderen im Bus auch nicht verstanden, warum der Österreicher wegen ein paar Stromschnellen zu kichern anfängt. Vielleicht lags ja an der Weinverkostung...

- BM out -

 

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