das andere
Fiktion
Gearbeitetes
Gebautes
Geduschtes
Gefundenes
Gehörtes
Gekochtes
Gelesenes
Gelistetes
Gequotetes
Geschriebenes
Gesehenes
Gespieltes
Gestandenes
im Suff
... weitere
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren
icon

 
Willkommen bei meinem Dead Rising Erfahrungs- Überlebensbericht

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, das jeder weiß, das "Dead Rising" Capcoms System-Seller für die Xbox360 ist. Ein Spiel auf das viele sehr lange gewartet haben. Seit gestern ist es in Europa (bis auf Deutschland, die es für Jugendgefährdend halten) erhältlich, ich konnte zum Glück schon seit einer Woche Erfahrungen damit sammeln.

Das Wesentliche zuerst:
Willamete, Colorado, USA. Ein verschlafenes Nest mit knapp 55.000 Einwohnern. Das aufregendste dort ist die Mall, das Einkaufszentrum. Warum also, laufen wir dort nun als Frank West, ein unabhängiger Foto-Reporter, durch die Gegend? Richtig ... wir wittern eine Story, und man kann davon ausgehend, das die Tausenden von Zombies, die durch die Mall wanken, irgendwas damit zu tun haben.

Frank hat 72 Stunden um rauszufinden was genau hier vor sich geht und ein paar knallige Fotos davon zu schiessen. Dann kommt ein Hubscharuber und trägt ihn zu Weltruhm, Ehre, Pulitzer-Preis, Geld, Frauen ... naja, ihr wisst schon, was einen zu so einer Idee bewegt.
72 Stunden in einem zombieverseuchten Einkauftszentrum sind kein Spaziergang, jetzt weniger weil die Zombies im Weg stehen. Die schafft man schon beiseite, aber dazu später mehr. Herauszufinden warum überhaupt die gesamte Bevölkerung von Willamete sich der fröhlichen Fraktion der Untoten angeschlossen hat, ist der wesentlich nervenaufreibendere und stressigere Teil.
Man folgt einigen aufeinander folgenden Aufgaben, die innerhalb einer gewissen Zeit erledigt werden müssen. Wenn man es nicht schafft innerhalb des jeweils gegebenen Zeitrahmens am richtigen Ort zu erscheinen, verpasst man die Chance mehr über die Hintergrundereignisse zu erfahren. Für immer. Außer man lädt den vorigen Speicherstand. Aber das kann einen manchmal um Spielstunden zurückwerfen, wenn man nicht aufpasst. Weiterspielen und auf den Hubschrauber hoffen kann man aber immer noch.

Was es so schwierig macht sich an den Zeitplan der Hauptgeschichte zu halten sind die ganzen anderen Überlebenden, die sich in der Mall verstecken. Sie alle wollen vor gierigen Zombiemägen gerettet werden, doch das zu bewerkstelligen ist eine sehr schwierige Aufgabe.
Laufend wird man über das Walkie-Talkie darüber informiert, wenn jemand auf den Monitoren in der Sicherheitszentrale des Shoppingzentrums auftaucht. Wenn man Glück hat liegt dieser Einsatz am Weg zu einer Story-Mission, oder man hat noch genug Zeit bei dem Überlebenden vorbei zu schauen. Manchmal sind die sogar recht nützlich und lassen sich mit Waffen ausstatten. Öfter aber muss man sie an der Hand nehmen, weil sie zu verängstigt, oder tragen, weil sie zu verletzt sind, um die eigene Haut zu retten. Ich denke mittlerweile, das Überlebende ein höheres Risiko auf Franks Leben darstellen als die Zombies, denn wenn man versucht sie zu retten, versenken die wandelnden Leichen nur zu gerne ihre Krallen und Zähne im Fleisch des Foto-Reporters.

Doch es gibt nicht nur hilfsbedürftige Überlebende und hiebbedürftige Untote in der Willamete Parkview Mall. Immer wieder führen einen die Streifzüge durch die Shops und Plazas zu Begegnugen mit sogenannten Psychopathen . Und selten zuvor hat sich jemand diese Bezeichnung so verdient wie diese Gruppierung. Ob ein durchgeknallter Kinderclown mit Kettensäge, ein etwas sehr angespannter Supermarkt-Leiter, oder eine 3-köpfige-Familie die einen mit Scharfschützengewehren jagt, weil es ihr "gottverdammtes Recht als Amerikaner" ist. Diese Psychopathen halten einiges aus und benötigen auch etwas Taktik um ihren Wundenpunkt auszunutzen, belohnen einen aber wiederum auch immer mit speziellen Waffen.

Apropos Waffen ..kommen wir nun zum wesentlichen Punkt von Dead Rising. 250 Waffen bietet das Spiel, denn hier beschränkt man sich nicht auf Pistolen, Messer oder Baseballschläger. So ein Einkaufszentrum hat doch wesentlich mehr zu bieten.
Wie wäre es mit dieser netten Sitzbank oder dem Blumentopf daneben? Schon mal ein Zombie mit einer Pfanne verdroschen? Wenn ja, wie wärs wenn Du die Pfanne in der Cafeteria auf den Herd stellst, und das Ding heißglühend machst, und dann den Pfannenboden in freundlich strahlende Untotengesichter drückst? CD's machen sich hervorragend als Wurfgeschosse, und so eine Gitarre hat einen herrlichen Klang wenn sie auf das faulige Fleisch der nicht sterbenwollenden Kreaturen trifft. Die Vielzahl ist auch notwendig, denn immerhin zerfallen die Dinge nach ausreichend Gebrauch in ihre Einzelteile.
Bevor ich nun ewig so weitermache und alle 250 waffentauglichen Gegenstände aufzähle, hier zu meinen aktuellen Favourites:

Der Werkzeugkasten. Im Nahkampf absolut verherrend, reicht oft ein Schlag schon aus, um einen Zombieschädel einzuschlagen. Wenn so ein Werkzeugkasten seine Brauchbarkeit verliert, fallen Sägeblätter heraus. Die ideale Wurfwaffe um so einen Untoten um die schwere Last seines Kopfes zu erleichtern.

Der Vorschlagshammer ist ebenfalls ein unverzichtbarer Begleiter. Sein Rundumschwung fällt ganze Zombietrupps, und mit einem Kopfüberschwung kann man den nun am Boden kriechenden Horden den Rest geben.

Speiseöl. Unscheinbar aber praktisch. Einfach am Boden verschütten und schon geraten die Zombies ins rutschen. Es ist einfach nur süss, wenn sie wie tollpatschige kleine Kinder am Boden rumkugeln.

Tollpatschige rumkugelnde Zombies sind auch schon ein gutes Stichwort für einen weiteren Aspekt von Dead Rising. Frank ist Foto-Reporter und als solcher macht er - Überraschung! - Fotos. Also hat man immer seine Kamera dabei und ist auf der Suche nach spektakulären Motiven.
Eine gewaltige Meute Zombies? *klick* Ein altes Ehepaar das sich in der gesicherten Zentrale wieder in die Arme fällt? *klick* Ein Überlebender der um Hilfe ruft? *klick* Eine fette Polizistin die mit einem Taser in der Hand auf dich zustürmt, während hinter ihr 4 Frauen gefesselt am Boden liegen? *klick*
Die Art und Weise wie Dead Rising einen für gelungene Fotografien belohnt und einem klar macht, was es Wert ist abgelichtet zu werden ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Bei mir hat es die Art und Weise verändert, wie ich große Menschenmengen wahrnehme ... als ich mir gestern beim Billa ein Mittagessen holen wollte, habe ich instinktiv den linken Trigger gezogen, weil das ein 1.000 Punkte-Foto geworden wäre.

Zombies zu töten, Überlebende retten, der Story folgen, Psychopathen neutralisieren, gute Fotos schiessen ...all das bringt Prestigepunkte (PP). Genügend Prestigepunkte vorrausgesetzt steigt Frank im Level auf, und bekommt neue Fähigkeiten oder baut seine Attribute aus. Auf deutsch: er wird immer überlebenfähiger. Das ist aber auch bitter notwendig, tauchen doch immer mehr Zombies auf.

Die Willamete Parkview Mall bietet aber noch etwas, neben Zombies und Waffen um diese wieder los zu werden. Es gibt in den Shops mehr zu finden als bloß verängstigte Überlebende oder ängstigende Psychopathen. Klamotten.
Selbstverständlich sind in dieser Mall unzählige Fetzengeschäfte. Von der Sportbekleidung, bis zum Kinderparadies, dem Outlet für Business Women, oder eben reiner Casual Wear. Hier findet man alles was man braucht. Und auch wenn es absolut sinnfrei ist und auf das Spiel keinerlei Auswirkung hat was Frank gerade an hat, ist es unglaublich lustig von Laden zu Laden zu hirschen und die verschiedenen Outfits auszuprobieren.
Mein Frank läuft zur Zeit zum Beispiel in einem trägerlosen Kleid mit rosa/violettem Blümchenmuster herum. Dazu trägt er weiße Tennisschuhe mit knielangen weißen Sportsocken und eine rot-getönte Sonnenbrille. Seine breiten Schultern kommen erst duch das Kleid so richtig zu Geltung, finde ich.

Man sieht also, dass "Dead Rising" viel zu bieten hat. Auch wenn der Zeitdruck stressig werden kann und es manchmal frustrierend ist, wenn ein Überlebender den man mühsam durch die Mall geleitet hat, kurz vorm Ziel stirbt, und es definitiv nervig ist, das dauernd das blöde Walkie-Talkie surrt während grad 200 Zombies gleichzeitig sich auf einen drauf stürzen. All diese Kleinigkeiten vergisst man, wenn man erstmal wieder in der Parkview Mall steht sich überlegt ob man den Fussball aus dem Inventar schmeisst um lieber doch die Hantel mit zunehmen, während rund um einen nur noch das hohle Gestöhne der Untoten zu hören ist.

Jeder, dem nicht gleich bei dem Gedanken an Blut und Untote schlecht wird, und die Xbox360 daheim stehen hat, sollte sich das Game unbedingt anschauen. Und wem zwar nicht schlecht wird, aber der keine 360 hat, der sollte sich eben gleich beides auf einmal kaufen. Denn aufregender und stylischer wird kein Videogame in der der nächsten Zeit sein.

- BM out -
 

twoday.net AGB

xml version of this page

powered by Antville powered by Helma