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Jeder hat so seine Begrüssungs- und Abschieds-Floskeln. Der "Held deutscher Sagen" und ich reihen eine Vielzahl davon in einem bestimmten Muster aneinander. Der "Herr Cinematograph" und ich verabschieden uns prinzipiell mit "bis später", selbst wenn wir wissen, das es Tage dauern wird, bis wir uns wieder hören. Mit dem "ewigen Studenten" und dem "Loading Supervisor" besteht es aus dem aneinander drücken des rechten Daumens ... ein Relikt aus der Schulzeit, mit dem wir einen Klassenkollegen erniedrigt haben.

All diese obskuren, und für Aussenstehende seltsam anmutenden, Handbewegungen und Lippenbekenntnisse scheinen mir aber furchtbar natürlich und normal, wenn ich an das heutige Erlebnis in der U6-Station Handelskai denke.

Es mag hier bereits ein viel strapaziertes Thema sein, aber es geht mal wieder um der Welt liebstes Online-Rollenspiel. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst lange genug WoW gespielt habe und daher weiß wovon die Leute reden. Oder viel mehr daran, dass ich zwar schon so lange "clean" bin, und dennoch mit der Gewissheit lebe, dass ich wohl wieder anfangen werde zu spielen, sobald die Erweiterung "Burning Crusade" erscheint.

"Der Held deutscher Sagen" und ich stehen, auf meine UBahn wartend in der unteren Wartehalle, als wir Zeugen werden, wie sich zwei junge Frauen von einander verabschieden. Als ob es in der heutigen Zeit noch anders sein könnte, lauten die Worte natürlich "Bis in WoW".

Das hat uns dann so gefallen, dass wir es gleich mal an unser kurz darauf folgendes wildes herumwacheln von Armen, Händen und Ellenbogen gleich mal dran gehängt haben. Ich hoffe wir können das zukünftig in der Choreographie drinnen lassen. Schliesslich spielen wir dieses Spiel beide nicht, und gerade als Begrüssung finde ich es lässig...

- BM out -

Wie manche vielleicht schon gehört haben, gabs gestern in Thailand einen Militärputsch. Der Regierungschef war außer Landes, da hat sich die Militär- und Polizeiführung dazu entschlossen, das korrupte und schwache Parlament einfach aufzulösen. Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse ...na egal, solange dieser Machtwechsel unblutig verläuft mische ich mich da nicht ein.

Was aber wirklich interessant ist, zeigt sich auf den Bildern der ersten Nachrichtenberichte. Ein Panzer der mitten auf einem öffentlichen Platz steht, umringt von schwer gerüsteter Infanterie und Polizei-Brigaden, schwenkt sein Rohr ... und davor stehen Jugendliche Thailänder mit ihren Handycams und machen Fotos.

Interessant wie heutzutage so ein Putsch für die zivile Bevölkerung ablaufen kann. Gut so.

- BM out -

Das aktuelle Profil titelt, wie ich gerade im vorbei gehen gesehen habe, mit "Papst gegen Mohammed".
Gut, zugegeben, als Ungläubiger an allen Fronten sollte ich mich aus so einem Kampf natürlich am besten GANZ raushalten. Gegen besseres Wissen lasse ich hier also einen kurzen Kommentar ab und verschwinde dann wieder, um mich mit meinem Buchmacher über die Quoten zu unterhalten...

Das Profil-cover ruft natürlich bei mir so ein Bild des klassischen Boxrings hervor. Die beiden Kontrahenten in ihren jeweiligen Ecken. Ein Ringrichter, der die beiden reisserisch ankündigt. Ein zartbekleidetes Nummern-Girl das die Runden anzeigt. Ein Gong und schon fliegen die Fäuste.

Doch irgendwie finde ich das schon sehr unpassend. Jetzt nicht wegen Blasphemie oder reisserischer Berichterstattung, sondern einfach aus der Konstellation der beiden Protagonisten.

In der linken Ecke, der Herausforderer mit dem hübschen roten Hut, haben wir mit 79 Jahren Benedikt XVI, den Vertreter Gottes auf Erden. Ein Mann der versucht ein ehemaliges Glaubensreich aufrecht zu erhalten.

In der rechten Ecke, Muḥammad ibn ʿAbd Allāh ibn ʿAbd al-Muṭṭalib ibn Hāšim ibn ʿAbd Manāf al-Qurašī, der Verteidiger mit dem lässigen Turban. Ein Mann der zarte 1430 Jahre alt ist und eine Weltreligion mitbegründet hat.

Fällt euch der Unterschied auf? Und er liegt ganz bestimmt nicht in der Frage, wer die modischere Kopftracht trägt. Richtig ... wir sprechen hier von einem Gründungsvater eine Religion, und einem der eine bestehende Religion weiterleben lässt. Das sind doch völlig unterschiedliche Kaliber.

Das ist als ob ich gegen Ali in den Ring steige, oder mich mit Carl Lewis auf der Laufbahn verabrede. Oder um es in Kategorien zu probieren, wo ich wenigstens selbst Erfahrung habe, wäre es so als würde ich mich mit Dennis "Thresh" Fong in ...scheißegal welchem Game messen wollen. Das sind einfach andere Klassen.

Gut, die Tatsache das Mohammed schon ein wenig tot ist, könnte dem Papst sicherlich im Ring zu Hilfe kommen. Aber egal wie der fight ausgeht ...ich würde erstmal auf die Dopingproben warten. Denn beim Benedikt wird das bestimmt zu 'überraschenden' Ergebnissen führen...

- BM out -

 

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