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...und zwar das andere Extrem, wie mir scheint.

Seit Jahr und Tag - also jener Zeit vor etwa 7, 8 Jahren, als ich meine Persönlichkeit in Steintafeln meisselte und mich mit jenen in der Hand unter das Volk mischte - verstand ich es als mein Ziel, meine Aufgabe, meine Bestimmung MEHR zu sein, MEHR zu werden.
Ich wollte herrausragen, aus der Gesellschaft. Ich wollte einen Kratzer auf der Weltkugel hinterlassen, den man in 100 Jahren noch vom Weltall aus sehen konnte. Ich wollte meinen Freunden der lustigste Gesellschafter und wichtigste Ratgeber sein, wollte in der Arbeit der unentbehrlichste sein auf den man sich stets verlassen konnte. Ich wollte auf eine Party gehen, wo ich niemanden kannte, und beim Verlassen der Party von allen gekannt werden.
Dieser Wunsch etwas "besonderes" zu sein gab mir lange Zeit Kraft und Energie, trieb mich an. Gleichzeitig kamen aber natürlich auch die Zweifel, wie ich es denn vollbringen wollte, so herausragend zu werden, wie ich es mir meiner Meinung nach verdient hätte. Je mehr Zeit verging umso größer wurden die Zweifel und auch die Trauer darüber noch immer nichts erreicht zu haben, und die Energie, mit der mich die Hoffnung antrieb nahm ab.
Irgendwann war wohl der Punkt erreicht wo ich mehr deprimiert darüber war, mir die Fingernägel an der Erdkruste wund zu kratzen, als die Freude darüber dass ich es wohl irgendwann geschafft haben würde.

Heute in der Arbeit ist mir dann aufgefallen, dass ich in den letzten Wochen und Monaten ein ziemliches Gegenprogramm gefahren bin. Ich ziehe mich zurück, gehe meinen Freunden aus dem Weg, mache mich klein und unscheinbar. Eine Art stille Kulturrevolution in mir selbst. Vielleicht finde ich ja mein Glück, in dem ich mich bemühe NICHT wichtig und herausragend zu sein? Wer weiß...

- BM out -
EcceHomo hat am 4. Sep, 00:45 ein Lebenszeichen gegeben
Oh shit...
Beim Lesen fiel mir gleich auf: Ich schaue in einen Spiegel. Natürlich geht es jedem Menschen mit halbwegs heilem Ego so, diese "Kratzer" zu hinterlassen. (Oder ist das zu verwegen?)
Der Wille ist da - doch verliert das Ziel die Konturen. Dann kommt der Druck der Zeit und der Wille wird schwächer und schwächer... Was habe ich philosophiert und ausgemalt - mit anderen oder alleine. Was gekommen ist war alles irgendwie anders. Auch nicht schlecht, aber anders...
Jetzt ist es etwas zu spät und ich zu müde, um das weiter auszuführen. Aber lass Dir gesagt sein: Solange Dein Wille Dich bewegt, bewegst auch Du Dich. Das sieht alles nur anders aus als man es sich ímmer vorgestellt hat.... 
Black_Mage hat am 4. Sep, 12:11 den Schein gewahrt
Ich würde ja fast sagen "schön einen Bruder im Geiste gefunden zu haben" ...aber mal im Ernst: was ist daran schön, wenn es anderen Leuten so schlecht geht, wie einem selbst? :)

Ich bewege mich ja nur noch aus Trotz. Weil ich nicht der Typ bin der einfach aufgibt, der Niederlagen hinnimmt. Wahrscheinlich werd ich über 100 Jahre alt, weil ich nicht glauben werde, dass ich längst tot bin.. ;) 
EcceHomo hat am 4. Sep, 12:26 den Schein gewahrt
hehehe
Dann weiter so! Wenigstens bewegst Du Dich!
Was schönes ist eigentlich nicht dran, wenn es Leute gibt, die ähnliche Erfahrungen machen. Im Gegenteil - ich habe mich schonmal darüber ausgelassen (über blogs insbesondere). Dabei ging es darum, daß nun gerade das Einheitsgeheule - das "Ich-verstehe-Dich-ja-soooo-gut" - die Blogs zum großen Teil zu einer emotionalen Wimmerplattform gemacht hat. Wir wimmern alle gerne und sehen gerne Leidensgefährten. Aber ein "Leidensgefährte" ist nur dann was Besonderes, wenn man sich gemeinsam aus dem Loch erheben kann - sofern man das will und es überhaupt ein Loch ist... Oder man betrachtet die Welt aus dieser Perspektive gemeinsam.

P.S.: Ja, Bruder im Geiste: Trotz ist auch einer meiner stärksten Motoren. Manchmal liebe ich es, zu schockieren und meine Gegenansichten mit weit hergeholten Argumenten zu untermauern. "Manchmal frage ich mich, was aus Dir geworden ist. Das macht mir Sorgen..." (Zitat Mutter) 
Black_Mage hat am 7. Sep, 13:30 den Schein gewahrt
hrhr..ja, das kommt mir richtig bekannt vor ;) 
 

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