Hab diesen Text gerade wieder entdeckt. Die Re-Organisation meiner Festplatten wirkt also :)
Den Text habe ich im Juni 2003 verfasst, ist also schon eine Weile her, aber er hat eigentlich an seiner Aktualität nicht wirklich verloren. Auf der anderen Seite, kommt es mir heute nicht mehr so sehr vor, als würden wir uns voneinander wegbewegen...
Ungeschönt und unverändert - hier das Original:
Wir waren Freunde.
Wir waren einfach nur eine Gruppe Burschen, die sich aus unterschiedlich langen und unterschiedlich engen, in verschiedenen Alterstufen entstandenen, Freundschaften definierte. Und ob es nun stimmt oder nicht, war es für mich so, als wäre ich der Knotenpunkt dahinter. Derjeniger der sie alle zu dieser gesamten Freundschaft verknüpft hatte. Wir hatten noch eine Dependance, einen weiteren Freund, der oft in unserer Runde weilte, aber er war nur hinzugekommen, nicht in diesen Knoten eingewachsen, wie die anderen.
Die Definition unserer Gruppe erschloss sich fast ausschliesslich aus unserer gemeinsamen Vergangenheit. Wenn wir zusammen waren, war Vergangenes und teilweise Vergessenes wichtiger als unsere aktuellen Schicksale - manchmal wunderte ich mich darüber wie wenig ich teilweise über ihren momenten Lebenszustand wusste.
Jeder hatte so seinen eigenen kleinen Tick, seinen Wahn, etwas das seine Rolle der Gruppe personifizierte - doch alle hatten wir es gemein, dass wir versuchten unsereren eigenen kleinen Sinn des Lebens zu finden und zu definieren. Bei manchen war es offensichtlicher und direkter als bei anderen, und nicht jeder bot gleichviel Angriffsfläche wie der andere, aber all dies änderte nichts an dem Respekt für einander, den wir ohne Zweifel empfanden. Von einem verlorenen Jünger der Runde und seinen Lamperln, zu unserem Miniput-liebenden warum-auch-immer-Studenten, dem DVD's sammelnden Filmfreund, einem ewigen Träumer und dem, der sich selbst das Ego stützt ...bis der Reigen nun bei mir endet. Eine Definition muss wohl nachgereicht werden, angeblich gibt es nichts das bei meinem Fern-sein den Haken bietet an dem sich das Gespräch aufhängt. Möge man es glauben oder auch nicht.
Wir waren fünf junge Männer, so normal und krank wie wohl alle anderen ... alle noch am Aufbruch ins Leben. Der eine weiter als der andere - je nach Würfelglück.
Die Schatten der Zukunft verdrängten wir mit den Erinnerungen an die gute alte Zeit, der letzten 10 Jahre. Den Erinnerungen an Lehrer und Mitschüler, Frauen und andere Prüfungen. Das immer größer werdende und näher kommende Zerwürfnis der Runde geht im sinnieren über die angeblichen Chancen die man nicht genutzt hat und dem wortgetreuen wiederholen jahre-alter Dialoge unter und verloren.
Mit jedem Zug, jedem Schritt, jedem Wurf der Würfel ist es einer mehr der seinen Sinn des Lebens definiert, den Weg findet und ihm folgt - und was von ihm bleibt ist die Erinnerung an den nächtlichen Besuch eines Kebabstandes, die kühlen englischen Nächte neben einem McDrive und der verzweifelten Annäherungsversuche in überfüllten Tanztempeln.
Wir waren Freunde - und sind es immer noch.
- BM out -
Den Text habe ich im Juni 2003 verfasst, ist also schon eine Weile her, aber er hat eigentlich an seiner Aktualität nicht wirklich verloren. Auf der anderen Seite, kommt es mir heute nicht mehr so sehr vor, als würden wir uns voneinander wegbewegen...
Ungeschönt und unverändert - hier das Original:
Wir waren Freunde.
Wir waren einfach nur eine Gruppe Burschen, die sich aus unterschiedlich langen und unterschiedlich engen, in verschiedenen Alterstufen entstandenen, Freundschaften definierte. Und ob es nun stimmt oder nicht, war es für mich so, als wäre ich der Knotenpunkt dahinter. Derjeniger der sie alle zu dieser gesamten Freundschaft verknüpft hatte. Wir hatten noch eine Dependance, einen weiteren Freund, der oft in unserer Runde weilte, aber er war nur hinzugekommen, nicht in diesen Knoten eingewachsen, wie die anderen.
Die Definition unserer Gruppe erschloss sich fast ausschliesslich aus unserer gemeinsamen Vergangenheit. Wenn wir zusammen waren, war Vergangenes und teilweise Vergessenes wichtiger als unsere aktuellen Schicksale - manchmal wunderte ich mich darüber wie wenig ich teilweise über ihren momenten Lebenszustand wusste.
Jeder hatte so seinen eigenen kleinen Tick, seinen Wahn, etwas das seine Rolle der Gruppe personifizierte - doch alle hatten wir es gemein, dass wir versuchten unsereren eigenen kleinen Sinn des Lebens zu finden und zu definieren. Bei manchen war es offensichtlicher und direkter als bei anderen, und nicht jeder bot gleichviel Angriffsfläche wie der andere, aber all dies änderte nichts an dem Respekt für einander, den wir ohne Zweifel empfanden. Von einem verlorenen Jünger der Runde und seinen Lamperln, zu unserem Miniput-liebenden warum-auch-immer-Studenten, dem DVD's sammelnden Filmfreund, einem ewigen Träumer und dem, der sich selbst das Ego stützt ...bis der Reigen nun bei mir endet. Eine Definition muss wohl nachgereicht werden, angeblich gibt es nichts das bei meinem Fern-sein den Haken bietet an dem sich das Gespräch aufhängt. Möge man es glauben oder auch nicht.
Wir waren fünf junge Männer, so normal und krank wie wohl alle anderen ... alle noch am Aufbruch ins Leben. Der eine weiter als der andere - je nach Würfelglück.
Die Schatten der Zukunft verdrängten wir mit den Erinnerungen an die gute alte Zeit, der letzten 10 Jahre. Den Erinnerungen an Lehrer und Mitschüler, Frauen und andere Prüfungen. Das immer größer werdende und näher kommende Zerwürfnis der Runde geht im sinnieren über die angeblichen Chancen die man nicht genutzt hat und dem wortgetreuen wiederholen jahre-alter Dialoge unter und verloren.
Mit jedem Zug, jedem Schritt, jedem Wurf der Würfel ist es einer mehr der seinen Sinn des Lebens definiert, den Weg findet und ihm folgt - und was von ihm bleibt ist die Erinnerung an den nächtlichen Besuch eines Kebabstandes, die kühlen englischen Nächte neben einem McDrive und der verzweifelten Annäherungsversuche in überfüllten Tanztempeln.
Wir waren Freunde - und sind es immer noch.
- BM out -
Black_Mage - am Mittwoch, 5. Januar 2005, 23:19