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Wiedermal inspiriert mich ein Blogeintrag von Gunnar Lott in der Gedächtniskiste zu kramen. Doch ich gehe gar nicht soweit zurück, um bei meinen C64-Erinnerungen anzukommen, die sowieso ziemlich spärlich sind. Ich bleibe bei seiner Meldung hängen, wie er 'ALLE SIND DOOF AUSSER ICH' auf den Bildschirm zaubert.

Als ich nämlich damals in die HBLA gekommen bin, wurde ich mit dem großartigen Fach CTV (Computerunterstützte Textverarbeitung) im Lehrplan konfrontiert. 2 Wochenstunden Schreibmaschine schreiben, inklusive Steno. Nunja, bei den anderen Lehrern wäre es so gewiesen, mein Prof war nämlich der Meinung, dass in spätestens 5 Jahren (also vor 6 Jahren *bg*) jeder Computer mit Spracherkennungssoftware ausgestattet ist, und dann eh keiner mehr Steno braucht. Von Schreibmaschinen hielt er dementsprechend sowieso nix, und das 10-Fingersystem war auch mehr rudimentärer Bestandteil des Unterrichts. Ja, wir haben diesen Professor alle geliebt! (Auch, weil er das Beschallungssystem in der Klasse statt für Ansagen zu verwenden, für seine 'Lerne chinesisch in 30 Tagen'-CD missbraucht hat).

Ihm war aber wichtig, dass wir tippen. Wahrscheinlich, weil er halt doch irgendwas vermitteln wollte. Aber was wir tippen war ihm egal, und vor allem wie es getippt wurde. Das ich heute blind schreiben kann, und das auch noch schnell, verdanke ich im Prinzip meinem intensiven Zeiteinsatz mit ICQ und IRC einige Jahre später.

Und so nutzte ich meine 2 Wochenstunden CTV um im Basic Textadventure zu programmieren. Die ersten Grundbegriffe brachte uns der CTV-Prof bei, und ab dann ging es rund.
10 INPUT "Du stehst auf einem Platz, wohin möchtest du gehen? (N,O,S,W)"
20 IF 10 = "N" GOTO 70
30 IF 10 = "O" GOTO 80
40 IF 10 = "S" GOTO 90
50 IF 10 = "W" GOTO 100
70 PRINT "Du folgst dem Weg nach Norden und gelangst an einen Fluss...."
usw

So habe ich die geforderten mindest Anschläge leicht zusammen gebracht und hatte echt das Gefühl etwas zu tun (im Gegensatz zu den anderen die bloß Nibbles und Gorilla gespielt haben). Meine Adventures waren super komplex, viele tausend Zeilen lang. Dazu natürlich auch der Einsatz von Farbe um die Stimmung zu erhöhen.
Jahre später habe ich eine andere CTV-Professorin mit einer kleinen Quizshow, die ich im Basic nebenbei im Unterricht geschrieben habe, überrascht. Das war natürlich zu dem Zeitpunkt, als ich aber schon blind schreiben konnte ;)

Es versteht sich im übrigen von selbst, dass es diesen CTV-Lehrer nur genau ein Jahr an unserer Schule gegeben hat. Aber Steno wurde im Folge-Jahr trotzdem vom Lehrplan genommen. In ein paar Suplierstunden wurden mir aber so wichtige Vokabel wie "Beet" und "Roboter" beigebracht. Ich hab sie natürlich längst vergessen.

Aber Gunnar Lott hat natürlich recht, die ungewaschene Jugend heutzutage hat ja keine Ahnung wie schlimm das alles früher war...

- BM out -
kepkezkem hat am 1. Okt, 20:44 ein Lebenszeichen gegeben
1 jahr ctv in der htl - daheim nur ein sega, ein pc der zum spielen da war und ein gameboy - in ctv grad so hingekommen mit der geforderten geschwindigkeit - immer bedacht darauf, auch ja das 10-fingersystem zu verwenden - weil da ist man ja am schnellsten, wenn mans mal kann

1 jahr später dann endlich internetzugang. nicht bei mir daheim aber trotzdem. dazu ein job, der einiges an tipparbeit erforderte (wenn meist auch nur am nummernblock). 10fingersystem? niemals und keine ahnung mehr mit welchen fingern zb sondertasten zu erreichen sind. aber schnell....... 
Black_Mage hat am 1. Okt, 22:01 den Schein gewahrt
zu meinen ewigen Highlights des CTV-Unterrichts gehört es, als ich dem (heutigen) ewigen Studenten zuschauen durfte, als der in eine Abschrift vertieft mit überkreuzten Händen geschrieben hat, weil es ihm nicht aufgefallen ist... dass das überhaupt geht ;) 
 

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