Zu Beginn meiner Zeit als volljähriger und mündiger Mitbürger war es natürlich ein Highlight, das ich mit meiner Stimme bei Wahlen mitbestimmen durfte. Noch dazu, wo ich zu diesem Zeitpunkt tatsächlich an das Prinzip geglaubt habe, dass jede Stimme gleichviel zählt.
Das ist natürlich absoluter Schwachsinn. Eine rein formelle Klausel vielleicht, aber schrammt halt doch knapp an der Wirklichkeit vorbei.
Schnell habe ich gelernt, dass jede Stimme an Gewichtung gewinnen oder verlieren kann, je nachdem wen man wählt. "Taktisches Wählen" nennt sich das Stichwort dazu. Denn oft kann man die neuzubildende Regierung mehr damit beeinflussen, wenn man nicht die Partei wählt für die das Herz schlägt, sondern eben eine andere. Um eben ein entsprechendes Mischverhältnis zu erschaffen oder eben einer Partei nicht zuviel Kraft zu geben. Ein seltsames System.
Doch spätestens seit den letzten Wochen, der Zeit seit unserer letzten Wahl, weiß ich, dass auch das nicht stimmt. Nicht nur, dass nicht alle Stimmen gleich viel zählen. Nein, in Wirklichkeit sind sie völlig egal. Gewichtslos. Unhörbar. Still.
Anders kann ich mir die aktuelle Situation nämlich nicht erklären. Da haben wir (das Volk *lol*) der aktuellen Regierung eine Abfuhr erteilt und gesagt "so nicht mehr" ...und dann passiert erstmal gar nix. In dem sich die Herrschaften weigern Koalititonsgespräche zu führen bleiben sie in Amt und Würden, cashen ihr Geld weiterhin ein, und lassen das politische Leben Österreichs weiterhin stagnieren.
Die politischen Interessen nichts als Bauernopfer. Und dann am besten auch noch das ganze so darstellen, als ob die anderen schuld sind, damit man sein Gesicht nicht verliert und bei den unausweichlichen Neuwahlen trotzdem gut dazustehen. Ein seltsames System.
Wenn ich mit dieser Arbeitseinstellung meinen Job erledigen würde, hätte ich bald großen Ärger am Hals. Warum? Weil es noch Leute über mir gibt, die genau beobachten mit welcher Moral ich an meine Tätigkeit gehe und ob ich mich überhaupt im Sinne meines Aufgabenbereiches verhalte.
Das kann einem Politiker ja nicht passieren, oder? Schliesslich steht über einem Kanzler keiner mehr, oder? Hm..nein, moment. Da steht wer.... 6 Millionen Wahlberechtigte.
Die einzige offene Frage dahinter bleibt: wollen wir stimmlose und ungehörte Wahlberechtigte bleiben?
Wenn sich sogar jemand wie ich, der sich nicht um die Einzeldetails des täglichen Politgeschehens in Österreich interessiert, verarscht und betrogen vorkommt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sich andere hier nicht das selbe denken.
- BM out -
Das ist natürlich absoluter Schwachsinn. Eine rein formelle Klausel vielleicht, aber schrammt halt doch knapp an der Wirklichkeit vorbei.
Schnell habe ich gelernt, dass jede Stimme an Gewichtung gewinnen oder verlieren kann, je nachdem wen man wählt. "Taktisches Wählen" nennt sich das Stichwort dazu. Denn oft kann man die neuzubildende Regierung mehr damit beeinflussen, wenn man nicht die Partei wählt für die das Herz schlägt, sondern eben eine andere. Um eben ein entsprechendes Mischverhältnis zu erschaffen oder eben einer Partei nicht zuviel Kraft zu geben. Ein seltsames System.
Doch spätestens seit den letzten Wochen, der Zeit seit unserer letzten Wahl, weiß ich, dass auch das nicht stimmt. Nicht nur, dass nicht alle Stimmen gleich viel zählen. Nein, in Wirklichkeit sind sie völlig egal. Gewichtslos. Unhörbar. Still.
Anders kann ich mir die aktuelle Situation nämlich nicht erklären. Da haben wir (das Volk *lol*) der aktuellen Regierung eine Abfuhr erteilt und gesagt "so nicht mehr" ...und dann passiert erstmal gar nix. In dem sich die Herrschaften weigern Koalititonsgespräche zu führen bleiben sie in Amt und Würden, cashen ihr Geld weiterhin ein, und lassen das politische Leben Österreichs weiterhin stagnieren.
Die politischen Interessen nichts als Bauernopfer. Und dann am besten auch noch das ganze so darstellen, als ob die anderen schuld sind, damit man sein Gesicht nicht verliert und bei den unausweichlichen Neuwahlen trotzdem gut dazustehen. Ein seltsames System.
Wenn ich mit dieser Arbeitseinstellung meinen Job erledigen würde, hätte ich bald großen Ärger am Hals. Warum? Weil es noch Leute über mir gibt, die genau beobachten mit welcher Moral ich an meine Tätigkeit gehe und ob ich mich überhaupt im Sinne meines Aufgabenbereiches verhalte.
Das kann einem Politiker ja nicht passieren, oder? Schliesslich steht über einem Kanzler keiner mehr, oder? Hm..nein, moment. Da steht wer.... 6 Millionen Wahlberechtigte.
Die einzige offene Frage dahinter bleibt: wollen wir stimmlose und ungehörte Wahlberechtigte bleiben?
Wenn sich sogar jemand wie ich, der sich nicht um die Einzeldetails des täglichen Politgeschehens in Österreich interessiert, verarscht und betrogen vorkommt, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sich andere hier nicht das selbe denken.
- BM out -
Black_Mage - am Dienstag, 7. November 2006, 12:09