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An alten Wunden soll man nicht rühren. Sagt man. Andere beherzigen solche Sinnsprüche. Ich habe wiederum scheinbar eine Vorliebe dafür, diese alten Wunden immer wieder aufzureissen, um bloß keine Ruhe zu finden.
Diese Einleitung hat eine ziemlich allgemeine Gültigkeit, aber einen sehr speziellen Anlass. Sag ich jetzt nur, damit hier keiner glaubt, ich würde mich mit meinen "alten Wunden" nur auf den kommenden Text beziehen.

Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich mir selbst eine Art Schreibverbot auferlegt. Die Jahre zuvor habe ich nämlich gerne meine Ideen zu Papier gebracht, meist in Form von Kurzgeschichten und Essays. Diese Texte habe ich dann auf einer eigens dafür gestalteten Homepage online gestellt und durchaus positivie Kritiken dafür bekommen.

Mit der Zeit gaben mir die Kurzgeschichten aber zu wenig Freiraum, oder wurden meine Ideen und kreativen Schübe einfach zu umfangreich, und ich begann mit den Versuchen einen richtigen Roman auf die Beine zu stellen.
Viele dieser Texte waren einfach nur Konstrukte um mit verschiedenen Erzählmethoden zu experimentieren, und habe ich schon allein deswegen nicht zu Ende geführt. Die meisten jedoch hatten durchaus das Potential mehr zu werden, als ich ihnen geben konnte, da ich mich nie aureichend lange mit dem Schreiben an sich auseinander setzen konnte. Die äußeren Ereignisse, und auch die Pausen zwischen den einzelnen Schreibsessions, hatten einen zu starken stimmungsveränderten Einfluss, als das ich da mithalten konnte.
Als die Liste an offenen Projekten und die in der Not erstellte Liste an Geschichts-Ideen die ich noch ausarbeiten wollte, immer länger wurde musste ich die Notbremse ziehen. Schreibverbot.

Da ich sowieso nichts zu Ende geschrieben habe, und mich das nur unnötig belastet hat, war es für mich die logische Konsequenz es gleich ganz bleiben zu lassen. Schliesslich hatte ich ja noch das Weblog hier, in dem ich meinen Fingern die Möglichkeit geben konnte sich immer wieder mal auszutoben. Die letzten eineinhalb Jahre hatte ich eigentlich nie ein Gefühl der Reue deswegen, und habe an die alten Texte auch gar nicht mehr gedacht.

Tja, bis ich mich vor ein paar Tagen am Heimweg mit einer Arbeitskollegin unterhalten habe, und sie mir den "Frauenversteher" unterjubeln wollte. Dagegen musste ich natürlich sofort protestieren, und habe ihr am nächsten Tag eine meiner Kurzgeschichten ausgedruckt. Ein Text den ich irgendwann 2002 verfasst habe, zu einer Zeit als ich noch Teil einer 'glücklichen' Beziehung war. 3 Jahre Junggesellentum können mein Frauenverständnis nicht erweitert haben ;)

Aber dieser Akt des "alte Erinnerung" hervor kramen, die alten Texte wieder sehen, und sich der früheren Begeisterung fürs kreative Schreiben wieder bewusst zu werden schmerzt. Es ist ein aufreißen alter Wunden und genüssliches Salz hinein streuen, in dem ich mir die Frage stelle, ob ich nicht mittlerweile die Zeit und den Fokus aufbringen würde, um endlich den Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen.

An alte Wunden rührt man nicht ...außer natürlich, man glaubt es diesmal besser machen zu können...

- BM out -
 

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