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Heute Morgen hatte ich das wohl ekelerregenste Erlebnis meines Lebens. Ich wurde Augenzeuge eines Autounfalles.

Ich will gar nicht ins Detail gehen, denn das ist etwas, das ich niemandem vor seinem inneren Auge wünsche, aber ein 68-jähriger Mann wurde von einem LKW im Schritttempo überrollt.

Hätte ich etwas gefrühstückt gehabt, hätte ich bestimmt auf den Gehsteig gekotzt. So hat es mir lediglich den leeren Magen ausgehoben und meine Gedärme haben sich verknotet. Nachdem ich wieder halbwegs zu atem gekommen war, bin ich weiter in die Arbeit gefahren. Erst dort ist mir aufgefallen, dass sich diese knapp 10 Sekunden in Endlosschleife vor meinem inneren Auge wiederholten, und ich mich auf nix konzentrieren konnte und meine Hände immer noch gezittert haben.

Klare Diagnose meiner Kollegen: Schock. Das ist etwas, dass ich mir nie gedacht hätte, das mir passieren könnte. Irgendwie habe ich mich für ein abgebrühtes, sarkastisches Arschloch gehalten. Selbst der "alte Mann" hat, als er mich mit ins Kriseninterventionszentrum gefahren hat nur gemeint, so hätte er mich noch nie erlebt.

Den ganzen Tag habe ich mich nun mit anderen Leuten abgelenkt, und das hat schon ziemlich geholfen. Die Bilder wiederholen sich nicht mehr die ganze Zeit, und sind auch bei weitem nicht mehr so deutlich und detailreich. Lediglich die Geräuschkulisse habe ich immer noch ziemlich klar in den Ohren. Eigentlich sollte ich ja jetzt nicht alleine sein, aber ich legs jetzt einfach mal drauf an, ob ich so in meiner Wohnung schlafen kann. Ansonsten habe ich zum Glück die Möglichkeit bei einer Freundin einzufallen. Oder ich nehme diese Medikamente, die sie mir mitgegeben haben. Die sollen beruhigen und mich schlafen lassen. Können laut Nebenwirkungen aber auch Psychosen, Herzrhythmusstörungen und/oder Dauererektionen verursachen...

Aber definitiv heilt die Zeit alle Wunden. Denn Vormittags und Mittags hatte ich noch dauernd das Gefühl, dass sich noch mehrere solche Unfälle vor meinen Augen ereignen würden. Leute die sich in die Strassenbahn laufen oder in den Ubahnschacht fallen, Autos die ineinander krachen usw .... jetzt am Weg nachhause, hatte ich kaum noch Angst, dass das passieren würde.
Mal schauen wie lange mich diese Bilder noch heim suchen, ich hoffe nur, es dauert nicht zu lange.

- BM out -
chazta hat am 16. Sep, 07:44 ein Lebenszeichen gegeben
igitt

und welche nebenwirkungen hattest du?
die psychosen oder die rhytmusstörungen? 
Black_Mage hat am 16. Sep, 11:10 den Schein gewahrt
na, hab die Meds gar nicht genommen.
War aber auch gar nicht nötig. Hab ganz normal schlafen können.
Mittlerweile sind die Bilder ziemlich detailarm und so. 
 

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