Labrys ist griechisch und steht für das Symbol der Doppelaxt als rituelles Werkzeug minoischer Kultur. Und irgendwie soll Labrys auch als Stammwort für das altbekannte Konstrukt eines Labyrinths stehen, was schon fast nahe liegt, wo doch Kreta mit Daidalos' Labyrinth als Gefängnis für den Minotaurus, jenem unehelichen Spross zwischen Persiphae und dem Stier, unterminiert ist. Oder so. Genug des Bildungsauftrages...
Doch Labyrinth ist auf wundersame Weise auch schon das Wort, welches ich herbei zitiere um meine kleine Welt zu betiteln. Denn wie ich hier schon oft genug behauptet habe, habe ich mich schwer verlaufen. Ich sehe mich in einer Sackgasse, und wenn ich zurückblicke, um zu erkennen wie ich dorthin gekommen bin, muss ich mich eines Periskops bedienen, denn knapp hinter mir nimmt der Gang einen Knick ins Unbekannte.
Ein anderes Sinnbild, das ich oft für meinen Zustand hervorbeschwöre ist der Kokon, das Schutzgehäuse für Larven, nicht die usbekische Stadt. Denn statt aus den Fehlern und Verlusten, die ich hinnehmen musste (muss man Verluste wirklich hinnehmen?!), zu lernen oder Kraft zu schöpfen, habe ich irgendwann begonnen mich entmutigen zu lassen, und mir einen Panzer zu bauen in dem ich vor neuem Schmerz gesichert sein sollte. So ein Kokon ist leider in keinster Weise bewegungstauglich und so stehe ich nun hier, und habe das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen.
Geradezu ambitionslos und feige verharre ich und warte darauf dass irgendetwas passiert, dass mich zu einer Reaktion zwingen könnte. Gerechtfertigt wird das ganze durch einen glaubhaften Wunsch nach Sicherheit, in einer Zeit, in der nichts mehr sicher ist. Und mit stoischer Ruhe verbreite ich meine Kunde, wie vernünftig es doch wäre sich Sicherheit zu gönnen, und das wird von manchen um mich sogar noch ernst genommen und respektiert.
So sitze ich nun in meinem Kokon, wie eine Larve, und denke mir "ha, gleich ...jetzt gleich verpuppe ich mich, und dann ist alles anders." Mit dem Unterschied das Larven und Raupen wirklich aus ihrem Kokon ausbrechen.
Stattdessen sollte ich aus diesem Gehäuse schlüpfen und die Kokonseide als Ariadnefaden nutzen um aus dem Labyrinth entkommen, in das ich mich mit großer Freude manövriert habe. Ich sollte alle Bedenken über Bord werfen und mit großen Schritten als das nachholen, was ich die letzten Jahre in meinem Kokon versäumt habe.
Schliesslich bestehen die großen Abenteuer nicht darin den Drachen, respektive den Minotaurus, um im gewählten Szenario zu verbleibe, zu töten und am Ende die Prinzessin zu küssen, sondern am Weg dorthin. Es sind die Begegnungen mit den anderen, das erforschen fremder Gegenden, durchqueren giftiger Sümpfe und niederringen wilder Bestien. Der Held, der einfach die Gefahren umgeht und gleich zum Ende kommt, wird kaum besungen und seine Geschichte wirkt zwar einschläfernd, wird aber kein Kind im Bett ruhig stellen.
Der Weg und die Reise sind das Abenteuer, nicht der Kampf mit dem Bossgegner.
Ich sollte also morgen als erste Tat in der Arbeit ins Büro gehen und kündigen. Ich sollte meinen Bausparvertrag auflösen und meinen großen Reiserucksack packen. Ich sollte einfach zum Flughafen fahren und das erstbeste Ticket lösen das ich bekomme. Was ich brauche ist ein reinigendes Abenteuer und nicht die starre (finanzielle und emotionale) Sicherheit ... denn was bringt es mir wenn ich in 25 Jahren in Sicherheit existiere, aber kein Leben lebe.
Das einzig tragische daran ist, dass ich es nicht so vollziehen werde. Eher male ich mir ein hübsches Panorama an meine Sackgassenwand und mache es mir in meinem Kokon gemütlich. Das ist ja fast so gut wie ein richtiges Erlebnis...
- BM out -
Doch Labyrinth ist auf wundersame Weise auch schon das Wort, welches ich herbei zitiere um meine kleine Welt zu betiteln. Denn wie ich hier schon oft genug behauptet habe, habe ich mich schwer verlaufen. Ich sehe mich in einer Sackgasse, und wenn ich zurückblicke, um zu erkennen wie ich dorthin gekommen bin, muss ich mich eines Periskops bedienen, denn knapp hinter mir nimmt der Gang einen Knick ins Unbekannte.
Ein anderes Sinnbild, das ich oft für meinen Zustand hervorbeschwöre ist der Kokon, das Schutzgehäuse für Larven, nicht die usbekische Stadt. Denn statt aus den Fehlern und Verlusten, die ich hinnehmen musste (muss man Verluste wirklich hinnehmen?!), zu lernen oder Kraft zu schöpfen, habe ich irgendwann begonnen mich entmutigen zu lassen, und mir einen Panzer zu bauen in dem ich vor neuem Schmerz gesichert sein sollte. So ein Kokon ist leider in keinster Weise bewegungstauglich und so stehe ich nun hier, und habe das Gefühl nicht vom Fleck zu kommen.
Geradezu ambitionslos und feige verharre ich und warte darauf dass irgendetwas passiert, dass mich zu einer Reaktion zwingen könnte. Gerechtfertigt wird das ganze durch einen glaubhaften Wunsch nach Sicherheit, in einer Zeit, in der nichts mehr sicher ist. Und mit stoischer Ruhe verbreite ich meine Kunde, wie vernünftig es doch wäre sich Sicherheit zu gönnen, und das wird von manchen um mich sogar noch ernst genommen und respektiert.
So sitze ich nun in meinem Kokon, wie eine Larve, und denke mir "ha, gleich ...jetzt gleich verpuppe ich mich, und dann ist alles anders." Mit dem Unterschied das Larven und Raupen wirklich aus ihrem Kokon ausbrechen.
Stattdessen sollte ich aus diesem Gehäuse schlüpfen und die Kokonseide als Ariadnefaden nutzen um aus dem Labyrinth entkommen, in das ich mich mit großer Freude manövriert habe. Ich sollte alle Bedenken über Bord werfen und mit großen Schritten als das nachholen, was ich die letzten Jahre in meinem Kokon versäumt habe.
Schliesslich bestehen die großen Abenteuer nicht darin den Drachen, respektive den Minotaurus, um im gewählten Szenario zu verbleibe, zu töten und am Ende die Prinzessin zu küssen, sondern am Weg dorthin. Es sind die Begegnungen mit den anderen, das erforschen fremder Gegenden, durchqueren giftiger Sümpfe und niederringen wilder Bestien. Der Held, der einfach die Gefahren umgeht und gleich zum Ende kommt, wird kaum besungen und seine Geschichte wirkt zwar einschläfernd, wird aber kein Kind im Bett ruhig stellen.
Der Weg und die Reise sind das Abenteuer, nicht der Kampf mit dem Bossgegner.
Ich sollte also morgen als erste Tat in der Arbeit ins Büro gehen und kündigen. Ich sollte meinen Bausparvertrag auflösen und meinen großen Reiserucksack packen. Ich sollte einfach zum Flughafen fahren und das erstbeste Ticket lösen das ich bekomme. Was ich brauche ist ein reinigendes Abenteuer und nicht die starre (finanzielle und emotionale) Sicherheit ... denn was bringt es mir wenn ich in 25 Jahren in Sicherheit existiere, aber kein Leben lebe.
Das einzig tragische daran ist, dass ich es nicht so vollziehen werde. Eher male ich mir ein hübsches Panorama an meine Sackgassenwand und mache es mir in meinem Kokon gemütlich. Das ist ja fast so gut wie ein richtiges Erlebnis...
- BM out -
Black_Mage - am Sonntag, 28. Mai 2006, 22:29