Für einen beträchtlichen Teil der Menschheit ist heute, respektive gestern ein besonderer Tag. Weihnachten. Heiliger Abend.
Ich will hier und jetzt ganz bewusst nicht darauf eingehen, wie begründet das Datum ist, oder gar ob Weihnachten noch ein spirituelles oder doch nur noch ein Konsumfest ist. Wieviel es noch mit dem Fest der (Nächsten-)Liebe zu tun hat.
Ich glaube, dass meine Mum bei unserem heutigen Telefonat, zum ersten Mal begriffen hat, warum ich seit einigen Jahren immer sage, ich möchte zu Weihnachten NICHTS bekommen. Warum ich nicht in Weihnachtsstimmung bin. Warum mich "Last Christmas" und Tannen die sich unter dem Gewicht des Weihnachtsschmuckes beugen völlig kalt lassen. Und das bitte schön, ist ein gewaltiger Schritt nach vorne. Nicht zu letzt ist es mir diesmal gelungen mich begreiflich zu machen, weil ich erstmals die richtigen Worte gefunden habe, das Gefühl in mir zu beschreiben. Der Tag ist mir gleichgültig.
Für mich ist es ein Tag wie jeder andere. Als ich am Samstag vor 2 Wochen bei meinem Dad im Haus war, war es für mich genauso ein Samstag wie heute. Nur für die anderen um mich, war es am letzten Samstag ziemlich egal ob ich da war oder nicht, aber heute war es wichtiger. Aber für mich bedeutet es nichts ausgewöhnliches.
Wäre ich Moslem, Hindu oder wasweissich wäre es sogar gesellschaftlich sanktioniert, das mich das Datum nicht berührt. Dieser Luxus ist mir leider nicht vergönnt. Denn selbst die tolerantesten unter meinen Mitmenschen halten mich für einen Weihnachtsmuffel der nur begeistert werden muss. Wenn ich nur genug Weihnachtskekse gegessen, genug Punsch getrunken habe und lange genug mit Weihnachtmusik beschallt wurde ... dann würde alles gut werden und ich wieder in den Schoß der Weihnachtsfeiernden zurück kehren. Auf der anderen Seite gibt es genug Leute die mich für einen Zwangs-Exzentriker halten, der um jeden Preis auffallen muss. Zur Not halt auch, in dem er seine Liebe zu Weihnachten leugnet.
Doch halt... hier hört es noch nicht auf. Ja, es geht noch ein nettes Stück weiter und zwar gleich nach Weihnachten mit dem magischen Datum: Silvester.
Als Kind war Silvester etwas besonderes: der einzige Tag im Jahr (neben dem Song Contest, so traurig das jetzt klingt) an dem man lange aufbleiben durfte. Nicht das ich als Kind viel interesse daran gehabt hätte die halbe Nacht wach zu bleiben, aber zu Silvester war es eben was besonderes. Gut, irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich täglich bis Mitternacht und länger aufblieb und somit hatte Silvester schon einiges an Reiz eingebüsst.
Einen Wertetechnischen Aufschwung erlebte Silvester in den Jahren als dann Alkohol ins Spiel kam. Lange aufbleiben - Alkoholkonsum und Feuerwerk ...das war schon wieder was ganz anderes. Aber der Effekt nützt sich schnell ab.
Und was bleibt bei mir zurück? Richtig der Zweifel was mit den Menschen los ist, um dieses banale Datum so einen Wirbel (im wahrsten Sinne des Wortes) zu machen. Klar, wir rechnen nunmal in Sonnenläufen und nach 365 solchigen steht die Erde wieder an ihrem Ausgangspunkt. Ich gebe zu, das es äußerst praktisch ist mit diesen Tagen, Monaten und Jahren zu rechnen und dass es da einen Schnittpunkt gibt, wo man ins nächste Jahr wechselt ist nachvollziehbar. Verdammt...ich erkenne ja sogar noch den Punkt, dass man so einen Jahreswechsel nutzt um mal wieder zu feiern. Wenn man keinen Grund zu feiern hat, dann macht man sich halt einen Grund.
Aber irgendwie schaffe ich es nicht weiter als bis hierher, den Leuten um mich zu folgen. Wo bitte schön ist der Hard-Reset von Silvester? Warum wird im nächsten Jahr alles besser und anders? Warum schmiedet jeder Vorsätze? Warum muss der Jahreswechsel spektakulär sein? Wenn ich etwas ändern möchte, verdammt..warum dann nicht am 17. April? Das lässt mir genausoviel Raum zum Scheitern wie ein 1. Jänner. Wo bitte liegt die Magie eines 31.12.?
Vielleicht fehlt mir da ein Hormon oder irgendein Rezeptor im Hirn, der für Traditionen und gesellschaftliche Zwänge zuständig ist. Denn das die restliche Menschheit wahnsinnig ist, wäre ... nachvollziehbar aber unwahrscheinlich ;)
- BM out -
Ich will hier und jetzt ganz bewusst nicht darauf eingehen, wie begründet das Datum ist, oder gar ob Weihnachten noch ein spirituelles oder doch nur noch ein Konsumfest ist. Wieviel es noch mit dem Fest der (Nächsten-)Liebe zu tun hat.
Ich glaube, dass meine Mum bei unserem heutigen Telefonat, zum ersten Mal begriffen hat, warum ich seit einigen Jahren immer sage, ich möchte zu Weihnachten NICHTS bekommen. Warum ich nicht in Weihnachtsstimmung bin. Warum mich "Last Christmas" und Tannen die sich unter dem Gewicht des Weihnachtsschmuckes beugen völlig kalt lassen. Und das bitte schön, ist ein gewaltiger Schritt nach vorne. Nicht zu letzt ist es mir diesmal gelungen mich begreiflich zu machen, weil ich erstmals die richtigen Worte gefunden habe, das Gefühl in mir zu beschreiben. Der Tag ist mir gleichgültig.
Für mich ist es ein Tag wie jeder andere. Als ich am Samstag vor 2 Wochen bei meinem Dad im Haus war, war es für mich genauso ein Samstag wie heute. Nur für die anderen um mich, war es am letzten Samstag ziemlich egal ob ich da war oder nicht, aber heute war es wichtiger. Aber für mich bedeutet es nichts ausgewöhnliches.
Wäre ich Moslem, Hindu oder wasweissich wäre es sogar gesellschaftlich sanktioniert, das mich das Datum nicht berührt. Dieser Luxus ist mir leider nicht vergönnt. Denn selbst die tolerantesten unter meinen Mitmenschen halten mich für einen Weihnachtsmuffel der nur begeistert werden muss. Wenn ich nur genug Weihnachtskekse gegessen, genug Punsch getrunken habe und lange genug mit Weihnachtmusik beschallt wurde ... dann würde alles gut werden und ich wieder in den Schoß der Weihnachtsfeiernden zurück kehren. Auf der anderen Seite gibt es genug Leute die mich für einen Zwangs-Exzentriker halten, der um jeden Preis auffallen muss. Zur Not halt auch, in dem er seine Liebe zu Weihnachten leugnet.
Doch halt... hier hört es noch nicht auf. Ja, es geht noch ein nettes Stück weiter und zwar gleich nach Weihnachten mit dem magischen Datum: Silvester.
Als Kind war Silvester etwas besonderes: der einzige Tag im Jahr (neben dem Song Contest, so traurig das jetzt klingt) an dem man lange aufbleiben durfte. Nicht das ich als Kind viel interesse daran gehabt hätte die halbe Nacht wach zu bleiben, aber zu Silvester war es eben was besonderes. Gut, irgendwann kam der Zeitpunkt wo ich täglich bis Mitternacht und länger aufblieb und somit hatte Silvester schon einiges an Reiz eingebüsst.
Einen Wertetechnischen Aufschwung erlebte Silvester in den Jahren als dann Alkohol ins Spiel kam. Lange aufbleiben - Alkoholkonsum und Feuerwerk ...das war schon wieder was ganz anderes. Aber der Effekt nützt sich schnell ab.
Und was bleibt bei mir zurück? Richtig der Zweifel was mit den Menschen los ist, um dieses banale Datum so einen Wirbel (im wahrsten Sinne des Wortes) zu machen. Klar, wir rechnen nunmal in Sonnenläufen und nach 365 solchigen steht die Erde wieder an ihrem Ausgangspunkt. Ich gebe zu, das es äußerst praktisch ist mit diesen Tagen, Monaten und Jahren zu rechnen und dass es da einen Schnittpunkt gibt, wo man ins nächste Jahr wechselt ist nachvollziehbar. Verdammt...ich erkenne ja sogar noch den Punkt, dass man so einen Jahreswechsel nutzt um mal wieder zu feiern. Wenn man keinen Grund zu feiern hat, dann macht man sich halt einen Grund.
Aber irgendwie schaffe ich es nicht weiter als bis hierher, den Leuten um mich zu folgen. Wo bitte schön ist der Hard-Reset von Silvester? Warum wird im nächsten Jahr alles besser und anders? Warum schmiedet jeder Vorsätze? Warum muss der Jahreswechsel spektakulär sein? Wenn ich etwas ändern möchte, verdammt..warum dann nicht am 17. April? Das lässt mir genausoviel Raum zum Scheitern wie ein 1. Jänner. Wo bitte liegt die Magie eines 31.12.?
Vielleicht fehlt mir da ein Hormon oder irgendein Rezeptor im Hirn, der für Traditionen und gesellschaftliche Zwänge zuständig ist. Denn das die restliche Menschheit wahnsinnig ist, wäre ... nachvollziehbar aber unwahrscheinlich ;)
- BM out -
Black_Mage - am Sonntag, 25. Dezember 2005, 00:59