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Ich habe den Jahresrückblick nicht extra ins neue Jahr verschoben, da ich unbedingt bis zur letzten Sekunde abwarten wollte, was noch passiert um einen möglichst akkuraten Eintrag zu verfassen. Ich hab noch nicht mal wirklich drauf vergessen, dass ich diese Rückblicke mache. Aber die letzten Tage sind dann einfach vorbei gewesen, ohne dass ich daran gedacht habe, dass ich den eigentlich selbst verfassen muss.
...und das ist schon eine sehr gute Zusammenfassung für das vergangenes Jahr.


Arbeit:
Einer der Hauptgründe, warum das Jahr so rasant vorbei gegangen ist, ist bestimmt der Job. Besonders die erste Jahreshälfte war davon geprägt zu lernen - entweder Neues oder aus Fehlern. Im Herbst hatte ich dann irgendwann den Eindruck richtig sattelfest in meinem Bereich zu sein, was sich an vielen Aspekten messen lässt.
Es ist jedenfalls weiterhin aufregend, manchmal aufreibend, interessant und immer fordernd.

Privat:
In Herzensdingen hat sich diesmal nicht wirklich was getan. Die übliche interessante Frau zu Jahresbeginn gab es nicht. Zum Jahresende habe ich mich auf einen Flirt eingelassen, der mir schnell zu heiß wurde. Andererseits sehe ich mal wieder, welchen Spaß ich mir entgehen lasse :)

Bis Ende April bin ich regelmässig ins Fitness-Center gegangen, was mir unglaublich gut getan hat. Das hat funktioniert, da ich mitgeschliffen wurde ...nachdem meine Begleitung aufgehört hatte, hat bei mir aber leider wieder der innere Schweinehund das Kommando übernommen.

Unterwegs:
Endlich konnte ich eine meiner großen Traumreisen realisieren: Eine Fahrt mit der transsibirischen Eisenbahn.
Bei der Planung hat sich die Reise in ihrem Umfang immer weiterentwickelt und ermöglichte mir schließlich:
Flug nach St. Petersburg. Schnellzug nach Moskau. Trans-Sib nach Ulan Bator. Lokalzug & Bus nach Peking. Schnellzug nach Shanghai. Flug nach Hong Kong. Flug nach Wien.
Ich will hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es war natürlich großartig. Und wer Zweifel daran hat sich 5 Tage (oder mehr) in einen Zug zu setzen: es gibt nichts das mehr entspannt, als zu wissen, dass man nichts verpasst und wirklich nur die Seele baumeln lässt! Unser Zug-Motto: Every time is Nap-time.

Außerdem war ich im Herbst in Berlin. Bin extra für ein Konzert hingeflogen und habe mich von der Stadt positiv überraschen lassen. Sollte ich aus Wien flüchten müssen, würde ich mich in Berlin niederlassen ...die haben eh kein Auslieferungs-Abkommen mit Wien, oder?

Musik:
Es gab ein paar nette neue Alben, ein paar gute Konzerte und statt Nova Rock diesmal Frequency (großartige Idee: Green Camping - ein abgesteckter, sauberer Campingbereich). Leider gabs in dem Sinn keine Neuentdeckungen oder erstaunliche Highlights.
Bestes Comeback-Album: "13" von Black Sabbath.
langerwartetestes Konzert: Tenacious D

Kino:
Da habe ich den Rekordtiefstand des letzten Jahres doch noch Mal übertrumpft. Oder unterboten? Oder so.
39 Filme habe ich regulär im Kino gesehen.
Vervollständigt wird die Liste durch 1 Film im Flugzeug und 12 bei der Viennale.

Schon bei der Recherche für die Gesamt-Liste und dem einhergehenden sehen der verpassten Titel, habe ich mir gedacht, dass es qualitativ ein eher schwaches Jahr war. Beim erstellen der Top 5 hatte ich diesmal die Schwierigkeit die wirklich guten Filme zu finden, statt mühevoll Titel wegzustreichen.
Die Mischung der gesehenen Filme liegt bei etwa 50% Komödien & Action-Filmen zu 40% Drama & Thriller.
Vielleicht bin ich aber auch ...abgestumpft. Oder ich hab einfach die falschen Filme gesehen :)

Meine Top 5 in alphabetischer Reihenfolge:

Flight
Ein Maschinenfehler bringt ein Flugzeug beinahe zum Absturz, doch mit einem gewagten Manöver schafft es der Pilot eine kontrollierte Bruchlandung hinzulegen. Fast alle an Board überleben.
Aber: Der Pilot ist Alkoholiker und während des Flugs auch noch bis zum Rand auf Drogen. Wie viel Held ist er wirklich? Kann er für den Absturz verantwortlich gemacht werden?

Der Film landet auch deswegen auf der Liste, weil mir irgendwann während des Films gedämmert ist, dass der Titel eine doppelte Bedeutung hat. Flug (weil klar, Pilot und Absturz und so) aber auch Flucht (weil Drogen und Alkohol und so).

Gravity
Routine für die Astronauten: das Hubble-Teleskop wird repariert.
Plötzlich kommt der Funkspruch rein: eine Sateliten-Kollision sorgt für einen Weltraumschrott-Sturm.
Nach wenigen Minuten sind nur mehr 2 Astronauten am Leben und das Shuttle zerstört. Die Sauerstoffreserven sind knapp und der Treibstoff für die Booster des Raumanzugs so gut wie verbraucht und die Kommunikation zur Raumstation gestört. ...und dann gehts Berg ab.

Ein Film der davon lebt, dass jemand vom Regen in die Traufe kommt bietet normalerweise Humor als Ausgleich. Gravity nicht. Hier wird jemand an den Rand seiner Belastbarkeit getrieben und dann noch ein Stück.
Das alles vor dem wunderbaren und optisch opulenten Hintergrund 400km über der Erde.

Oh, und dann gibts noch das hier: http://www.cufktishsips.com/wp-content/uploads/2013/10/385768.jpg (Spoilerwarnung: es ist fake!)

Machete Kills
Machete wird vom US Präsidenten beauftragt einen mexikanischen Freiheitskämpfer davon abzuhalten einen nuklear Sprengkopf zu zünden.

Klingt nach wenig Inhalt? Machete hat keinen Inhalt. ^^
Noch weniger als der erste Film. Erstaunlicherweise.
Es ist selten das ein Film so kompromisslos sein Ding durchzieht, so dumm ist, und ein Genre persifliert, dabei trotzdem so genial und witzig ist.
Wer Robert Rodriguez / Quentin Tarantino-Filme nicht mag, wird diesem Film nicht viel abgewinnen. Alle anderen werden eine Lach-Nahtod-Erfahrung haben.

Rush
Die große Formel 1 Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt, die mit Laudas Unfall am Nürburgring 1976 ihren Höhepunkt erreichte.
Der Film versteht sich als dramaturgisch angereichertes Biopic.

Ich interessiere mich kein bisschen für Motorsport, aber das ist bei diesem Film auch keine Voraussetzung. Die wenigen Rennszenen sind großartig inszeniert und ins Bild gerückt, haben mit der gewohnten Bildsprache von Rennfilmen nichts gemein. Statt dessen sind die beiden sich so extrem unterscheidenden Charaktere und ihre Lebenswelten im klaren Fokus.

Außerdem: Daniel Brühls Lauda-Akzent (im dt. wie im engl.) ist unglaublich akkurat.

The Worlds End / Das ist das Ende
(Hier schummle ich und biete ein Endzeit-Doppelpackage)

Eine Gruppe an Freunden wird mit dem Ende der Welt konfrontiert. In der einen Geschichte sind es 5 Typen auf einer Tour durch alle Pubs des Heimatkaffs in Form von Alien-Robotern. In der anderen sind es 5 Schauspieler im Haus des Sechsten während sich draußen die biblische Apokalypse abspielt.

"The Worlds End" ist britisch und hier wird dem Ende die Stirn geboten, die Faust geschwungen und der Mittelfinger gezeigt. Währenddessen werden eifrig weitere Pints gezapft und mit den 20 Jahren zwischen Schulabschluss und Midlife-Crisis abgerechnet.

"This is the end" ist amerikanisch und zeigt wie sich Leute ohne besondere Fähigkeiten verbarrikadieren und ihre Freundschaften auf die Probe stellen. Die Schauspieler stellen alle sich selbst dar, und beuten jedes Klischee und ihr jeweiliges Image aus.

Beides sind tolle Komödien mit total unterschiedlichem Humorverständnis.

Einige der Filme die überraschender Weise hinter den Erwartungen geblieben sind:
The Councilor (schwach für Ridley Scott), Blue Jasmin (zu humorlos für Woody Allen), Riddick (zu sehr wie der Erste statt die Story fortzuführen), Inside Llewyn Davis (das Coen-Brüder-Film-Feeling fehlt), Iron Man 3 (weil die anderen beiden besser waren).

Den mit Abstand besten Film des Jahres stellt aber natürlich die Viennale.
"Der Klassenfeind" (Razredni sovražnik) aus Slowenien.
Die Schüler machen ihren neuen Deutschlehrer für den Selbstmord einer Klassenkollegin verantwortlich und beginnen mit Mobbing und Revolte gegen ihn vorzugehen. Dass dieser versucht den aktuellen Schulstoff zur Aufarbeitung des Verlustes zu nutzen macht es umso schlimmer.
Nach einem Erlebnis des Regisseurs mit einer Menge Laien-Darstellern inszeniert ...und einfach nur großartig und packend.

Bücher:
Ich kann mich nicht so im Detail erinnern, was ich alles gelesen habe, aber es gibt eine klare Empfehlung:
Blackout von Marc Elsberg
Es ist Winter und in Europa fällt plötzlich flächendeckend der Strom aus. Zuerst rechnet man noch damit, dass der Strom in wenigen Stunden wieder da ist. Oder zumindest am nächsten Tag. In den nächsten Tagen?
Den Zerfall der gewohnten Ordnung und die Suche nach den Schuldigen wird aus mehreren Blickwinkeln erzählt.
...und nach dem Ende des Buches wird der nächste Stromausfall mit komplett anderen Augen gesehen.

Upgrades:
Neuen technischen Schnickschnack? Aber Hallo!
Ein Staubsauger-Roboter macht mir im Haushalt das Leben leichter.
Ein Beamer zaubert mir 100" an die Wand statt der mickrigen 32" des alten TVs.
...und mein Macbook hat wieder ein Ladekabel. Aber die einjährige Abstinenz hat Früchte getragen und es rennt tatsächlich nur im Bedarfsfall.

Fazit:
Es war ein Jahr das mit einer mir unbekannten Geschwindigkeit vorbei gezogen ist. Vieles das passiert ist, liegt so unglaublich weit hinten und der Blick darauf ist so verwaschen, weil sich einfach in so kurzer Zeit so viel Distanz dazwischen geschoben hat.
2013 hinterlässt vor allem in der zweiten Hälfte den Geschmack eines unspektakulären Jahres. Das ist aber nicht schlecht. Ich pick mir meine Abenteuer lieber selbst raus, es muss sich nicht das ganze Jahr in Erinnerung brennen.

Ich poste meinen Rückblick heuer ein kleines Stück früher als bisher üblich, gehe aber davon aus, dass es sich auf das Jahres-Fazit nicht auswirken wird. Mir ist außerdem wichtig gleich jetzt klarzustellen, dass ich den heurigen Rückblick nicht schon jetzt poste, nur weil morgen die Welt untergeht...

Arbeit:
Nach dem kleinen Ortswechsel im Vorjahr kam es im Frühjahr zu großen personellen Veränderungen im gesamten Unternehmen, die einen Rattenschwanz an Umstellungen mit sich gebracht hat. Da diese Änderungen sich aber für mich und meine Motivation schon beinahe grundsätzlich negativ ausgewirkt hatten, war mir klar, dass das keine Option ist. Mein 5-Jahresplan (für den mir immerhin noch 1 Jahr gefehlt hätte) wurde also im April über Bord geworfen und für den Herbst von der Parteiführung einen Jobwechsel beschlossen.
Meinem diesbezüglichen Glück sei es mal wieder gedankt, habe ich durch Zufall bereits im April die Stelle gefunden, in der ich nun seit Juli tätig bin. „Projekt- & Salesmanagement“ steht jetzt auf meinen Visitenkarten und ich marschiere täglich in das Büro eines Verlagshauses. Nett. Mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Auch nett.

Privat:
Wie schon fast den Grundregeln der letzten Jahre entsprechend, habe ich Anfang des Jahres Interesse an einer Frau gefunden. Wie schon jenen Grundregeln entsprechend ist nix daraus geworden. Das restliche Jahr hatte ich die Situation besser im Griff, es gibt also nicht zu erzählen.
In den letzten Wochen hab ich mich aber öfters dabei ertappt, wie ich positiven Erinnerungen an vergangene Frauen-Geschichten nachgehangen bin … nun gut, wir nähern uns dem Zeitpunkt in dem die Grundregel eintrifft…
Außerdem habe ich mich tatsächlich ein gutes Stück vom Internet abgenabelt. Seit Juli bin ich nicht mehr auf Facebook (bewusste Entscheidung) und seit Ende August bin ich daheim Computerlos (das Ladekabel des Macbooks ist hin und ich weigere mich ein neues zu kaufen).

Unterwegs:
Durch die neue Wohnung immer noch auf Sparkurs (im September war der letzte Brocken fällig), war für Urlaub und Reisen wie schon im Vorjahr kein Budget da. Dann haben mich aber eine Dauer-Verkühlung, ein Anraten meiner Ärztin und das brutale Regime der Biologin zu einem äußerst spontanen und sehr kurzen Aufenthalt auf Teneriffa getrieben. Warum Teneriffa? Weil es dort einen tollen Aquapark gibt, natürlich.

Musik:
Hier geht ein eher unspektakuläres Jahr zu Ende. Das NovaRock musste ich heuer auslassen (Jobwechsel). Die üblichen Verdächtigen (Skindred, Cancerbats, Flogging Molly,…) waren nicht in Wien, für InExtremo musste ich extra ins Südburgenland reisen.
Absolut geilstes Konzert: Justice.
Ganz tolle Neuentdeckungen: Jherek Bischoff.

Kino:
Auch filmtechnisch war es ein eher schwaches Jahr. Viele der gesehenen Filme habe ich sogar einfach wieder vergessen, und sie erst bei der Recherche für den Rückblick wieder in Erinnerung gebracht. Einige der Filme, die ich eigentlich sehen wollte, habe ich ohne große Reue einfach ausgelassen. Inklusive dem noch-zu-sehenden Hobbit komme ich auf lächerliche 42 Filme. Selbst zuzüglich der 9 Viennale-Filme (Highlight: „Tabu“) verzeichne ich hier den niedrigsten Wert in den Chroniken der Menschheitsgeschichte (Hinweis = seit 2004).

Wie gewohnt die Top 5 in alphabetischer Reihung:

Cloud Atlas
Verschiedene Handlungsstränge in unterschiedlichen Epochen angesiedelt, in einander geschnitten obwohl teilweise ohne jeden Zusammenhang, mit einer handvoll Darsteller in mehreren Rollen. Das ist ein wenig komplexer als es die meisten Kino-Geher erwartet haben, wie ich an den leeren Sitzen nach der Pause festgestellt habe (Habe ich erwähnt, dass der Film 3 Stunden dauert? Nein? Der Film dauert 3 Stunden.)
Mich hat schon alleine die komplexe Erzählstruktur angesprochen. Dazu die einzelnen Geschichten, die für sich selbst Sinn ergeben und zum großen Gesamtbild beitragen. Das hochkarätige Cast in teilweise ungewohnten Rollen (zb: Tom Hanks als Prolo) (die ihnen nicht immer passen - zB: Tom Hanks als Prolo) und hinter aufwändigem Make-up versteckt sind. Die wunderbar zerhackte Sprache in den Episoden der fernen Zukunft. Toll gemacht und äußerst kurzweilig.

Drive
Im Mittelpunkt: ein junger, ruhiger bis schweigsamer Mechaniker und angehender Stuntfahrer, der nebenbei Fluchtfahrer für Einbrecher und Räuber ist. Dazu eine hübsche, junge Nachbarin mit Sohn. Ein bisschen anbandeln mit stillem Lächeln und scheuen Blicken. …und dann Eskalation und brutalste Gewalt.
Tolle Bilder. Tolle Darsteller. Packende Dynamik. Spannung pur. Eine große Portion Drama, ein gesunder Schuss Action und viel Thriller. Und dazwischen eine eiskalte Faust die in die Eingeweide packt.

Expendables 2
Es liegt nicht an dem schwachen Kinojahr, dass die seichte Fortsetzung eines seichten Action-Films hier steht. Dieser Film ist der absolute Wahnsinn …wahrscheinlich nur für Kerle, aber das ist völlig gleich. Beinahe Dauerfeuer, ein Killcount bei dem man nicht mehr mitkommt, aneinander gereihte One-Liner ohne Ende und ein hervorragender Überraschungsauftritt.
Nach den ersten 5 Minuten bin ich mit offenem Mund im Saal gesessen und habe mich nur mehr gefragt, wie man das Geschehene noch toppen kann. Einfach in dem man das Tempo langsam anhebt und weiterfeuert. Ich verweise im Vorfeld auf „die Klassiker“ und „Wie oft willst du denn noch zurück kommen?“

Moonrise Kingdom
Ein 12-jähriger Pfadfinder und eine gleichaltrige Melancholikerin brennen durch – auf einer kleinen Insel an der Küste Neuenglands. Sie haben nun die Inselpolizei und die Pfadfinder auf den Fersen, während ein gewaltiger Sturm aufzieht. Das wäre alles nicht sehenswert, wäre es kein Film von Wes Anderson. So reichen sich exzentrische Charaktere in seltsamen Szenen die Klinke und man lacht durch den halben Film, während es einem stets ein wenig am Herzen zieht und es höher schlagen lässt, weil man sich langsam in den Film verliebt…

Shame
Er ist jung, gut aussehend, erfolgreich, ..und leidet unter Sexsucht. Dass seine labile kleine Schwester plötzlich in sein Leben kracht passt da gar nicht rein. Sich seinem Problem und seiner Vergangenheit zu stellen … unmöglich?
Das absolut beste Drama des Jahres! Michael Fassbender ist als Zerrissener der vor seiner Sucht flüchtet einfach großartig. Carey Mulligan (übrigens die in Drive erwähnte Nachbarin) lässt sich von ihm nicht an die Wand spielen. Schonungslos. Sehenswert.

Ebenfalls gute Filme, die es aber nicht in die Top 5 geschafft haben:
Dame König Ass Spion
Englischer Spionage-Thriller in den 60ern mit großartigem Cast. Suspense und Spannung während Garry Oldman nach dem Maulwurf sucht, der Informationen an die Sowjets weitergibt.

Dredd
Der zweite sehenswerte Actionkracher des Jahres. Die Handlung ist dünn, der Bleihagel dafür umso dichter. Judge Dredd räumt im Hochhaus auf (übrigens „The Raid“ hatte heuer ein sehr ähnliches Setting) und Dank der Droge „Slo-Mo“ haben wir Zuseher ein paar der feinsten Baller-Szenen des Jahres zu sehen.

To Rome with love
Ein Woody Allen-Film über die Liebe und über Rom. Wie schon bei seinen letzten Filmen, lässt er mehrere Handlungsstränge nebeneinander laufen, mit Charakteren voller Eigenheiten. Der Mann der nur unter der Dusche singen kann, und deswegen in der Oper eine Duschkabine aufgestellt bekommt. Der gewöhnliche Büroangestellte, der plötzlich ohne jeden Grund zum Mittelpunkt der Medien-Aufmerksamkeit und Ziel aller Paparazzi wird. Der junge Architektur-Student der Alec Baldwin als Kommentator hat, während er sich in die beste Freundin seiner Freundin verliebt. Usw.

Zuletzt möchte ich noch auf zwei Filme hinweisen, die ebenfalls eine Sonderstellung im heurigen Jahr haben:
+ Iron Sky: Die Nazis sind 1945 auf die dunkle Seite des Mond geflüchtet und kommen 2016 wieder zurück. Herrliche Satire, mit tollen Anspielungen auf die US-Politik. Ich verweise auf den „Albinisierer“ der aus einem Farbigen einen Weißen macht und den „Reichs-Rechner“, dessen Computer-Leistung von einem Smartphone übertrumpft wird. Ein Film der überraschenderweise nicht übersehen werden sollte.

- Taken 2: der mit Abstand schlechteste Film des Jahres. Es gibt wirklich nichts, dass diesen Film sehenswert macht oder in diesem Film Sinn ergibt. Gerade dadurch, dass der erste Film ziemlich cool war und etwas kultiges („Ich weiß nicht wer sie sind, aber ich werde sie finden…“) hat, eine doppelte Enttäuschung. Vom Granaten-Sonar mitten am Marktplatz zum End-Kampf gegen den dicken Pseudo-Albaner im Polyester-Jogging-Anzug. … Schlimm, schlimm, schlimm.


Bücher:
Interessanterweise kann ich auch in dieser Rubrik nicht wirklich auf ein Highlight verweisen. Ich habe aber auch erstaunlich wenig gelesen, was nicht zuletzt daran lag, dass ich mit „1Q84“ zum ersten Mal an einen Murakami gestoßen bin, durch den ich mich wirklich kämpfen muss (und noch immer nicht fertig gelesen habe).
Empfehlung: die (leider überteuerte) Novella „Legion“ von Brandon Sanderson ist genauso großartig wie kurz und lässt einen auf mehr hoffen.

Fazit
Nachdem also in den Bereichen Film, Buch und Musik schwachen Jahr wird es also Zeit, dass nun morgen eine neue Ära anbricht. Ein goldenes Zeitalter, mit überragenden Kino-Besuchen, tollen Konzerten, und großartigen Büchern. Eine außergewöhnliche Reise ist schon gebucht. ..und nicht zu vergessen: wer weiß zu was für Verzweiflungstaten der Weltuntergang die Mädels treibt…

- BM out -

Die Tatsache, dass in wenigen Tagen das Jahr 2012 beginnt, stellt mich vor eine gewisse Hürde: ich glaube aus unbekannten Gründen, dass 2012 erst übernächstes Jahr ist. Vielleicht ist es ja nur aus Selbstschutz, da ja nächstes Jahr im Dezember die Welt untergeht?
Noch ist es aber nicht so weit, und es gibt ein Jahr zu rekapitulieren. Wohl an!

Vorweg und von allen Kategorien unabhängig möchte ich erwähnen, wie geil ich es fand, dass die heurige Rugby-WM so unkompliziert übers Internet mitzuverfolgen war. Das hab ich mir schwieriger erwartet, aber auf der offiziellen Internetseite konnte man sich tatsächlich nachträglich jedes Spiel in voller Länge anschauen!


Arbeit:
Nach dem absoluten Stillstand des letzten Jahres hat sich heuer im letzten Quartal doch endlich was getan. Die seit langem angestrebte Versetzung in einen größeren Shop hat mich vor die Erkenntnis gestellt, dass man vorsichtig sein muss, was man sich wünscht. Nach einer holprigen Eingewöhnungszeit bin ich aber mittlerweile auch dort eingelebt und habe meine Position gefestigt. Mal schauen was ich dort nun weiterbringen kann.
Außerdem die Ernüchterung: Ich verdiene aktuell zu gut, als dass es finanziell sinnvoll ist den Job zu schmeissen und was anderes zu beginnen.

Privat:
Mein Liebesleben hat sich quasi traditionell mit kaum nennenswerten Ausnahmen als non-existent gezeigt. Nachdem dies ein selbsterwählter Zustand ist, kann ich mich kaum ernsthaft beklagen, auch wenn ich mittlerweile einsehe, dass ich das ändern sollte.
Aufregender dafür mein Umzug in die neue Wohnung. Nicht bloß weil "OMG, neuen Wohnung!" sondern eben auch, weil dass alles natürlich nicht so reibungslos verlaufen ist, wie ich mir das mal wieder ausgemalt habe. Nichtsdestotrotz: OMG, neue Wohnung!

Unterwegs:
Zum ersten Mal seit langem gab es überhaupt keine Reise, keinen Kurzurlaub oder sonstigen erwähnenswerten Aus-/Inlandsaufenthalt. Die neue Wohnung fordert ihren finanziellen Tribut. Sehr wahrscheinlich wird sich das Fazit für 2012 genauso gestalten.

Musik:
Und wieder mal habe ich ein aufregendes Konzertjahr absolviert. Highlight war auf alle Fälle das "System of a Down"-Konzert am Nova Rock (einfach weil es SoaD war *g*). Skindred habe ich heuer wieder 2 mal sehen können, Rammstein war in Wien und Morrissey im Konzerthaus. Besonders mein Herbst war natürlich wie üblich sehr dicht gebucht :)
Natürlich gibt es ein paar Neuentdeckungen: Pendulum, Blockflöte des Todes und Volbeat.
Lieblingsalbum des Jahres: "Audio, Video, Disco" von Justice.

Kino:
Heuer war es ein vergleichsweise schwaches Kinojahr. Natürlich nur auf meine Kinobesuche bezogen. Alles in allem waren es keine 65 Filme. Das lag vor allem daran, dass meine bessere Kino-Hälfte im ersten Halbjahr noch mehr geschwächelt hat, als in der zweiten und ich dann doch auch anderen Interessen nachgehe.

Meine Top 5 des Jahres in alphabetischer Reihenfolge:

Am Ende des Tages
Eine absolute Tour de Force. Eine Spirale des Wahnsinns und der Gewalt, die sich immer schneller zu drehen beginnt und einen an den Eingeweiden packt.
Politiker und Saubermann Robert will mit Freundin Katharina ein gemütliches Wochenende in der Abgeschiedenheit verbringen und wird, in Form vom äußert schrägen und labilen Wolfgang, von seiner Vergangenheit eingeholt.
Nicholas Ofczarek ist großartig wie immer ...und 'Wunderwelt' ist einem für immer verdorben ;)

Die Haut in der ich wohne
Rache und Begierde sind das zentrale Motiv von Pedro Almodovars letztem Film.
Robert, ein angesehener plastischer Chirurg, hat ein dunkles Geheimnis. Dass er im geheimen an einer jungen Frau künstliche Haut, die er selbst entwickelt, testet, ist aber noch nicht das düsterste was er in seiner Privatklinik betreibt. Denn der Peiniger seiner Tochter bekommt einige ungewollte Verschönerungen verpasst...

Gott des Gemetzels
Ausnahmsweise hab ich tatsächlich mal einen "besten Film des Jahres"!
Ein Kammerspiel. 2 Elternpaare, mit wenigen, kurzen Ausnahmen auf ein Wohnzimmer beschränkt, geraten aneinander weil der Sohn der einen, dem Sohn der anderen einen Zahn ausgeschlagen hat. Die Konstellationen wer mit wem gegen wen wettert ändern sich laufend, und die Dialoge sprühen vor Ehrlichkeit, Brutalität und Witz.
Das besondere ist jedoch, dass sich die 4 Darsteller abwechselnd gegenseitig an die Wand spielen. Kein Wunder bei dem Traum-Cast von Kate Winslet, Jodie Foster, John C Reily und Christoph Waltz.

Melancholia
Lars von Trier ist ein mehr als streitbarer Charakter. Seine Filme sind selten geradeheraus, und meist eine düstere Angelegenheit. Bei Melancholia bricht er nicht mit dieser Tradition ..aber fängt die erschaffene Atmosphäre auf beeindruckende Weise ein.
Die Prämise ist schnell heruntgebrochen: Der gewaltige Planet 'Melancholia' steuert auf die Erde zu. Laut der Experten soll aber keine Kollission statt finden, und es gibt keinen Grund in Angst und Traurigkeit zu versinken. Andererseits...
Alleine für die unfassbar tolle Eröffnungsmontage sehenswert!

The Fighter
Die zugegebenermaßen erwählte #5 der Liste. Es hätte im Grunde jeder der anderen 3 (im nächsten Absatz gelisteten) Filme sein können.

Die Verfilmung der Biographie des Boxers Mickey 'Irish' Ward. Es ist realtiv klassisch: erst einige Niederlagen und das Ende jeder Hoffnung, dann lernt er ein Mädel kennen, stellt sich neu auf, trainiert hart und wird dann Weltmeister.
Die Tatsache das Mark Wahlberg (ein guter und bemühter Schauspieler, der aber gewisse und erkennbare Grenzen hat) diesen Micky Ward darstellt, ist jetzt auch noch nicht die Erklärung, warum dieser Film in dieser Liste steht.
Das Geheimnis zum Erfolg liegt in Mickys Bruder Dicky: dem wie (fast) immer großartigen Christian Bale. Ähnlich wie bereits bei "The Machinist" ist er an seine körperlichen Grenzen gegangen um den von Drogen zerfressenen Ex-Boxer / Trainer darzustellen. Erschreckend gut!


Erwähnenswert sind noch Tucker & Dale vs Evil, Black Swan und Biutiful.
Aus dem Viennale-Sortiment habe ich einen klaren Favoriten: "The Artist". Der startet übrigens Anfang 2012 im Kino - absolute Empfehlung!
Außerdem gibt es ein absolutes Novum: ich habe während eines Filmes den Saal verlassen, einfach weil ich den Film so furchtbar schlecht fand. Dieser Preis geht an den Viennale Überaschungsfilm "Die Höhle der vergessenen Träume". Manche Dinge werden aus gutem Grund vergessen...

Bücher:
Ich war auch heuer wieder fleissig damit beschäftigt meine Bücherregale zu füllen (was ja mit ein Grund für den Umzug war). Ich habe eine zeitlang mitgeschrieben was ich alles gelesen habe, aber im Sommer reisst die Liste leider ab.
Auch wenn ich ca 30 Bücher und einen Haufen Manga und einige Graphic Novels gelesen habe, gibt es keine große Neuentdeckung so wie letztes Jahr.
Was ich auf alle Fälle empfehlen kann ist die Graphic Novel-Serie "Locke & Key". Eine fabelhafte und vielschichtige Geschichte mit großartigen Zeichnungen.

Und eine weitere Erwähnung verdient sich "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago: Ein Buch mit Schachtelsätzen die teilweise mehrere Seiten überspannen, Nebensätze die rechtwinkelig von der eigentlichen Handlung / Aussage abbiegen, keine klare Kennzeichnung von direkter und indirekter Rede. All das sind nicht unbedingt stilistische Hürden die der Autor dem Leser in den Weg legt um seine interessante Geschichte aufregender zu machen, sondern selbst fast ein Teil der Erzählung. Erstaunlicherweise fand ich es leichter zu lesen, als man es sich, bei der Art wie es geschrieben wurde, erwarten muss.


- BM out -

 

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