Ich poste meinen Rückblick heuer ein kleines Stück früher als bisher üblich, gehe aber davon aus, dass es sich auf das Jahres-Fazit nicht auswirken wird. Mir ist außerdem wichtig gleich jetzt klarzustellen, dass ich den heurigen Rückblick nicht schon jetzt poste, nur weil morgen die Welt untergeht...
Arbeit:
Nach dem kleinen Ortswechsel im Vorjahr kam es im Frühjahr zu großen personellen Veränderungen im gesamten Unternehmen, die einen Rattenschwanz an Umstellungen mit sich gebracht hat. Da diese Änderungen sich aber für mich und meine Motivation schon beinahe grundsätzlich negativ ausgewirkt hatten, war mir klar, dass das keine Option ist. Mein 5-Jahresplan (für den mir immerhin noch 1 Jahr gefehlt hätte) wurde also im April über Bord geworfen und für den Herbst von der Parteiführung einen Jobwechsel beschlossen.
Meinem diesbezüglichen Glück sei es mal wieder gedankt, habe ich durch Zufall bereits im April die Stelle gefunden, in der ich nun seit Juli tätig bin. „Projekt- & Salesmanagement“ steht jetzt auf meinen Visitenkarten und ich marschiere täglich in das Büro eines Verlagshauses. Nett. Mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Auch nett.
Privat:
Wie schon fast den Grundregeln der letzten Jahre entsprechend, habe ich Anfang des Jahres Interesse an einer Frau gefunden. Wie schon jenen Grundregeln entsprechend ist nix daraus geworden. Das restliche Jahr hatte ich die Situation besser im Griff, es gibt also nicht zu erzählen.
In den letzten Wochen hab ich mich aber öfters dabei ertappt, wie ich positiven Erinnerungen an vergangene Frauen-Geschichten nachgehangen bin … nun gut, wir nähern uns dem Zeitpunkt in dem die Grundregel eintrifft…
Außerdem habe ich mich tatsächlich ein gutes Stück vom Internet abgenabelt. Seit Juli bin ich nicht mehr auf Facebook (bewusste Entscheidung) und seit Ende August bin ich daheim Computerlos (das Ladekabel des Macbooks ist hin und ich weigere mich ein neues zu kaufen).
Unterwegs:
Durch die neue Wohnung immer noch auf Sparkurs (im September war der letzte Brocken fällig), war für Urlaub und Reisen wie schon im Vorjahr kein Budget da. Dann haben mich aber eine Dauer-Verkühlung, ein Anraten meiner Ärztin und das brutale Regime der Biologin zu einem äußerst spontanen und sehr kurzen Aufenthalt auf Teneriffa getrieben. Warum Teneriffa? Weil es dort einen tollen Aquapark gibt, natürlich.
Musik:
Hier geht ein eher unspektakuläres Jahr zu Ende. Das NovaRock musste ich heuer auslassen (Jobwechsel). Die üblichen Verdächtigen (Skindred, Cancerbats, Flogging Molly,…) waren nicht in Wien, für InExtremo musste ich extra ins Südburgenland reisen.
Absolut geilstes Konzert: Justice.
Ganz tolle Neuentdeckungen: Jherek Bischoff.
Kino:
Auch filmtechnisch war es ein eher schwaches Jahr. Viele der gesehenen Filme habe ich sogar einfach wieder vergessen, und sie erst bei der Recherche für den Rückblick wieder in Erinnerung gebracht. Einige der Filme, die ich eigentlich sehen wollte, habe ich ohne große Reue einfach ausgelassen. Inklusive dem noch-zu-sehenden Hobbit komme ich auf lächerliche 42 Filme. Selbst zuzüglich der 9 Viennale-Filme (Highlight: „Tabu“) verzeichne ich hier den niedrigsten Wert in den Chroniken der Menschheitsgeschichte (Hinweis = seit 2004).
Wie gewohnt die Top 5 in alphabetischer Reihung:
Cloud Atlas
Verschiedene Handlungsstränge in unterschiedlichen Epochen angesiedelt, in einander geschnitten obwohl teilweise ohne jeden Zusammenhang, mit einer handvoll Darsteller in mehreren Rollen. Das ist ein wenig komplexer als es die meisten Kino-Geher erwartet haben, wie ich an den leeren Sitzen nach der Pause festgestellt habe (Habe ich erwähnt, dass der Film 3 Stunden dauert? Nein? Der Film dauert 3 Stunden.)
Mich hat schon alleine die komplexe Erzählstruktur angesprochen. Dazu die einzelnen Geschichten, die für sich selbst Sinn ergeben und zum großen Gesamtbild beitragen. Das hochkarätige Cast in teilweise ungewohnten Rollen (zb: Tom Hanks als Prolo) (die ihnen nicht immer passen - zB: Tom Hanks als Prolo) und hinter aufwändigem Make-up versteckt sind. Die wunderbar zerhackte Sprache in den Episoden der fernen Zukunft. Toll gemacht und äußerst kurzweilig.
Drive
Im Mittelpunkt: ein junger, ruhiger bis schweigsamer Mechaniker und angehender Stuntfahrer, der nebenbei Fluchtfahrer für Einbrecher und Räuber ist. Dazu eine hübsche, junge Nachbarin mit Sohn. Ein bisschen anbandeln mit stillem Lächeln und scheuen Blicken. …und dann Eskalation und brutalste Gewalt.
Tolle Bilder. Tolle Darsteller. Packende Dynamik. Spannung pur. Eine große Portion Drama, ein gesunder Schuss Action und viel Thriller. Und dazwischen eine eiskalte Faust die in die Eingeweide packt.
Expendables 2
Es liegt nicht an dem schwachen Kinojahr, dass die seichte Fortsetzung eines seichten Action-Films hier steht. Dieser Film ist der absolute Wahnsinn …wahrscheinlich nur für Kerle, aber das ist völlig gleich. Beinahe Dauerfeuer, ein Killcount bei dem man nicht mehr mitkommt, aneinander gereihte One-Liner ohne Ende und ein hervorragender Überraschungsauftritt.
Nach den ersten 5 Minuten bin ich mit offenem Mund im Saal gesessen und habe mich nur mehr gefragt, wie man das Geschehene noch toppen kann. Einfach in dem man das Tempo langsam anhebt und weiterfeuert. Ich verweise im Vorfeld auf „die Klassiker“ und „Wie oft willst du denn noch zurück kommen?“
Moonrise Kingdom
Ein 12-jähriger Pfadfinder und eine gleichaltrige Melancholikerin brennen durch – auf einer kleinen Insel an der Küste Neuenglands. Sie haben nun die Inselpolizei und die Pfadfinder auf den Fersen, während ein gewaltiger Sturm aufzieht. Das wäre alles nicht sehenswert, wäre es kein Film von Wes Anderson. So reichen sich exzentrische Charaktere in seltsamen Szenen die Klinke und man lacht durch den halben Film, während es einem stets ein wenig am Herzen zieht und es höher schlagen lässt, weil man sich langsam in den Film verliebt…
Shame
Er ist jung, gut aussehend, erfolgreich, ..und leidet unter Sexsucht. Dass seine labile kleine Schwester plötzlich in sein Leben kracht passt da gar nicht rein. Sich seinem Problem und seiner Vergangenheit zu stellen … unmöglich?
Das absolut beste Drama des Jahres! Michael Fassbender ist als Zerrissener der vor seiner Sucht flüchtet einfach großartig. Carey Mulligan (übrigens die in Drive erwähnte Nachbarin) lässt sich von ihm nicht an die Wand spielen. Schonungslos. Sehenswert.
Ebenfalls gute Filme, die es aber nicht in die Top 5 geschafft haben:
Dame König Ass Spion
Englischer Spionage-Thriller in den 60ern mit großartigem Cast. Suspense und Spannung während Garry Oldman nach dem Maulwurf sucht, der Informationen an die Sowjets weitergibt.
Dredd
Der zweite sehenswerte Actionkracher des Jahres. Die Handlung ist dünn, der Bleihagel dafür umso dichter. Judge Dredd räumt im Hochhaus auf (übrigens „The Raid“ hatte heuer ein sehr ähnliches Setting) und Dank der Droge „Slo-Mo“ haben wir Zuseher ein paar der feinsten Baller-Szenen des Jahres zu sehen.
To Rome with love
Ein Woody Allen-Film über die Liebe und über Rom. Wie schon bei seinen letzten Filmen, lässt er mehrere Handlungsstränge nebeneinander laufen, mit Charakteren voller Eigenheiten. Der Mann der nur unter der Dusche singen kann, und deswegen in der Oper eine Duschkabine aufgestellt bekommt. Der gewöhnliche Büroangestellte, der plötzlich ohne jeden Grund zum Mittelpunkt der Medien-Aufmerksamkeit und Ziel aller Paparazzi wird. Der junge Architektur-Student der Alec Baldwin als Kommentator hat, während er sich in die beste Freundin seiner Freundin verliebt. Usw.
Zuletzt möchte ich noch auf zwei Filme hinweisen, die ebenfalls eine Sonderstellung im heurigen Jahr haben:
+ Iron Sky: Die Nazis sind 1945 auf die dunkle Seite des Mond geflüchtet und kommen 2016 wieder zurück. Herrliche Satire, mit tollen Anspielungen auf die US-Politik. Ich verweise auf den „Albinisierer“ der aus einem Farbigen einen Weißen macht und den „Reichs-Rechner“, dessen Computer-Leistung von einem Smartphone übertrumpft wird. Ein Film der überraschenderweise nicht übersehen werden sollte.
- Taken 2: der mit Abstand schlechteste Film des Jahres. Es gibt wirklich nichts, dass diesen Film sehenswert macht oder in diesem Film Sinn ergibt. Gerade dadurch, dass der erste Film ziemlich cool war und etwas kultiges („Ich weiß nicht wer sie sind, aber ich werde sie finden…“) hat, eine doppelte Enttäuschung. Vom Granaten-Sonar mitten am Marktplatz zum End-Kampf gegen den dicken Pseudo-Albaner im Polyester-Jogging-Anzug. … Schlimm, schlimm, schlimm.
Bücher:
Interessanterweise kann ich auch in dieser Rubrik nicht wirklich auf ein Highlight verweisen. Ich habe aber auch erstaunlich wenig gelesen, was nicht zuletzt daran lag, dass ich mit „1Q84“ zum ersten Mal an einen Murakami gestoßen bin, durch den ich mich wirklich kämpfen muss (und noch immer nicht fertig gelesen habe).
Empfehlung: die (leider überteuerte) Novella „Legion“ von Brandon Sanderson ist genauso großartig wie kurz und lässt einen auf mehr hoffen.
Fazit
Nachdem also in den Bereichen Film, Buch und Musik schwachen Jahr wird es also Zeit, dass nun morgen eine neue Ära anbricht. Ein goldenes Zeitalter, mit überragenden Kino-Besuchen, tollen Konzerten, und großartigen Büchern. Eine außergewöhnliche Reise ist schon gebucht. ..und nicht zu vergessen: wer weiß zu was für Verzweiflungstaten der Weltuntergang die Mädels treibt…
- BM out -
Arbeit:
Nach dem kleinen Ortswechsel im Vorjahr kam es im Frühjahr zu großen personellen Veränderungen im gesamten Unternehmen, die einen Rattenschwanz an Umstellungen mit sich gebracht hat. Da diese Änderungen sich aber für mich und meine Motivation schon beinahe grundsätzlich negativ ausgewirkt hatten, war mir klar, dass das keine Option ist. Mein 5-Jahresplan (für den mir immerhin noch 1 Jahr gefehlt hätte) wurde also im April über Bord geworfen und für den Herbst von der Parteiführung einen Jobwechsel beschlossen.
Meinem diesbezüglichen Glück sei es mal wieder gedankt, habe ich durch Zufall bereits im April die Stelle gefunden, in der ich nun seit Juli tätig bin. „Projekt- & Salesmanagement“ steht jetzt auf meinen Visitenkarten und ich marschiere täglich in das Büro eines Verlagshauses. Nett. Mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Auch nett.
Privat:
Wie schon fast den Grundregeln der letzten Jahre entsprechend, habe ich Anfang des Jahres Interesse an einer Frau gefunden. Wie schon jenen Grundregeln entsprechend ist nix daraus geworden. Das restliche Jahr hatte ich die Situation besser im Griff, es gibt also nicht zu erzählen.
In den letzten Wochen hab ich mich aber öfters dabei ertappt, wie ich positiven Erinnerungen an vergangene Frauen-Geschichten nachgehangen bin … nun gut, wir nähern uns dem Zeitpunkt in dem die Grundregel eintrifft…
Außerdem habe ich mich tatsächlich ein gutes Stück vom Internet abgenabelt. Seit Juli bin ich nicht mehr auf Facebook (bewusste Entscheidung) und seit Ende August bin ich daheim Computerlos (das Ladekabel des Macbooks ist hin und ich weigere mich ein neues zu kaufen).
Unterwegs:
Durch die neue Wohnung immer noch auf Sparkurs (im September war der letzte Brocken fällig), war für Urlaub und Reisen wie schon im Vorjahr kein Budget da. Dann haben mich aber eine Dauer-Verkühlung, ein Anraten meiner Ärztin und das brutale Regime der Biologin zu einem äußerst spontanen und sehr kurzen Aufenthalt auf Teneriffa getrieben. Warum Teneriffa? Weil es dort einen tollen Aquapark gibt, natürlich.
Musik:
Hier geht ein eher unspektakuläres Jahr zu Ende. Das NovaRock musste ich heuer auslassen (Jobwechsel). Die üblichen Verdächtigen (Skindred, Cancerbats, Flogging Molly,…) waren nicht in Wien, für InExtremo musste ich extra ins Südburgenland reisen.
Absolut geilstes Konzert: Justice.
Ganz tolle Neuentdeckungen: Jherek Bischoff.
Kino:
Auch filmtechnisch war es ein eher schwaches Jahr. Viele der gesehenen Filme habe ich sogar einfach wieder vergessen, und sie erst bei der Recherche für den Rückblick wieder in Erinnerung gebracht. Einige der Filme, die ich eigentlich sehen wollte, habe ich ohne große Reue einfach ausgelassen. Inklusive dem noch-zu-sehenden Hobbit komme ich auf lächerliche 42 Filme. Selbst zuzüglich der 9 Viennale-Filme (Highlight: „Tabu“) verzeichne ich hier den niedrigsten Wert in den Chroniken der Menschheitsgeschichte (Hinweis = seit 2004).
Wie gewohnt die Top 5 in alphabetischer Reihung:
Cloud Atlas
Verschiedene Handlungsstränge in unterschiedlichen Epochen angesiedelt, in einander geschnitten obwohl teilweise ohne jeden Zusammenhang, mit einer handvoll Darsteller in mehreren Rollen. Das ist ein wenig komplexer als es die meisten Kino-Geher erwartet haben, wie ich an den leeren Sitzen nach der Pause festgestellt habe (Habe ich erwähnt, dass der Film 3 Stunden dauert? Nein? Der Film dauert 3 Stunden.)
Mich hat schon alleine die komplexe Erzählstruktur angesprochen. Dazu die einzelnen Geschichten, die für sich selbst Sinn ergeben und zum großen Gesamtbild beitragen. Das hochkarätige Cast in teilweise ungewohnten Rollen (zb: Tom Hanks als Prolo) (die ihnen nicht immer passen - zB: Tom Hanks als Prolo) und hinter aufwändigem Make-up versteckt sind. Die wunderbar zerhackte Sprache in den Episoden der fernen Zukunft. Toll gemacht und äußerst kurzweilig.
Drive
Im Mittelpunkt: ein junger, ruhiger bis schweigsamer Mechaniker und angehender Stuntfahrer, der nebenbei Fluchtfahrer für Einbrecher und Räuber ist. Dazu eine hübsche, junge Nachbarin mit Sohn. Ein bisschen anbandeln mit stillem Lächeln und scheuen Blicken. …und dann Eskalation und brutalste Gewalt.
Tolle Bilder. Tolle Darsteller. Packende Dynamik. Spannung pur. Eine große Portion Drama, ein gesunder Schuss Action und viel Thriller. Und dazwischen eine eiskalte Faust die in die Eingeweide packt.
Expendables 2
Es liegt nicht an dem schwachen Kinojahr, dass die seichte Fortsetzung eines seichten Action-Films hier steht. Dieser Film ist der absolute Wahnsinn …wahrscheinlich nur für Kerle, aber das ist völlig gleich. Beinahe Dauerfeuer, ein Killcount bei dem man nicht mehr mitkommt, aneinander gereihte One-Liner ohne Ende und ein hervorragender Überraschungsauftritt.
Nach den ersten 5 Minuten bin ich mit offenem Mund im Saal gesessen und habe mich nur mehr gefragt, wie man das Geschehene noch toppen kann. Einfach in dem man das Tempo langsam anhebt und weiterfeuert. Ich verweise im Vorfeld auf „die Klassiker“ und „Wie oft willst du denn noch zurück kommen?“
Moonrise Kingdom
Ein 12-jähriger Pfadfinder und eine gleichaltrige Melancholikerin brennen durch – auf einer kleinen Insel an der Küste Neuenglands. Sie haben nun die Inselpolizei und die Pfadfinder auf den Fersen, während ein gewaltiger Sturm aufzieht. Das wäre alles nicht sehenswert, wäre es kein Film von Wes Anderson. So reichen sich exzentrische Charaktere in seltsamen Szenen die Klinke und man lacht durch den halben Film, während es einem stets ein wenig am Herzen zieht und es höher schlagen lässt, weil man sich langsam in den Film verliebt…
Shame
Er ist jung, gut aussehend, erfolgreich, ..und leidet unter Sexsucht. Dass seine labile kleine Schwester plötzlich in sein Leben kracht passt da gar nicht rein. Sich seinem Problem und seiner Vergangenheit zu stellen … unmöglich?
Das absolut beste Drama des Jahres! Michael Fassbender ist als Zerrissener der vor seiner Sucht flüchtet einfach großartig. Carey Mulligan (übrigens die in Drive erwähnte Nachbarin) lässt sich von ihm nicht an die Wand spielen. Schonungslos. Sehenswert.
Ebenfalls gute Filme, die es aber nicht in die Top 5 geschafft haben:
Dame König Ass Spion
Englischer Spionage-Thriller in den 60ern mit großartigem Cast. Suspense und Spannung während Garry Oldman nach dem Maulwurf sucht, der Informationen an die Sowjets weitergibt.
Dredd
Der zweite sehenswerte Actionkracher des Jahres. Die Handlung ist dünn, der Bleihagel dafür umso dichter. Judge Dredd räumt im Hochhaus auf (übrigens „The Raid“ hatte heuer ein sehr ähnliches Setting) und Dank der Droge „Slo-Mo“ haben wir Zuseher ein paar der feinsten Baller-Szenen des Jahres zu sehen.
To Rome with love
Ein Woody Allen-Film über die Liebe und über Rom. Wie schon bei seinen letzten Filmen, lässt er mehrere Handlungsstränge nebeneinander laufen, mit Charakteren voller Eigenheiten. Der Mann der nur unter der Dusche singen kann, und deswegen in der Oper eine Duschkabine aufgestellt bekommt. Der gewöhnliche Büroangestellte, der plötzlich ohne jeden Grund zum Mittelpunkt der Medien-Aufmerksamkeit und Ziel aller Paparazzi wird. Der junge Architektur-Student der Alec Baldwin als Kommentator hat, während er sich in die beste Freundin seiner Freundin verliebt. Usw.
Zuletzt möchte ich noch auf zwei Filme hinweisen, die ebenfalls eine Sonderstellung im heurigen Jahr haben:
+ Iron Sky: Die Nazis sind 1945 auf die dunkle Seite des Mond geflüchtet und kommen 2016 wieder zurück. Herrliche Satire, mit tollen Anspielungen auf die US-Politik. Ich verweise auf den „Albinisierer“ der aus einem Farbigen einen Weißen macht und den „Reichs-Rechner“, dessen Computer-Leistung von einem Smartphone übertrumpft wird. Ein Film der überraschenderweise nicht übersehen werden sollte.
- Taken 2: der mit Abstand schlechteste Film des Jahres. Es gibt wirklich nichts, dass diesen Film sehenswert macht oder in diesem Film Sinn ergibt. Gerade dadurch, dass der erste Film ziemlich cool war und etwas kultiges („Ich weiß nicht wer sie sind, aber ich werde sie finden…“) hat, eine doppelte Enttäuschung. Vom Granaten-Sonar mitten am Marktplatz zum End-Kampf gegen den dicken Pseudo-Albaner im Polyester-Jogging-Anzug. … Schlimm, schlimm, schlimm.
Bücher:
Interessanterweise kann ich auch in dieser Rubrik nicht wirklich auf ein Highlight verweisen. Ich habe aber auch erstaunlich wenig gelesen, was nicht zuletzt daran lag, dass ich mit „1Q84“ zum ersten Mal an einen Murakami gestoßen bin, durch den ich mich wirklich kämpfen muss (und noch immer nicht fertig gelesen habe).
Empfehlung: die (leider überteuerte) Novella „Legion“ von Brandon Sanderson ist genauso großartig wie kurz und lässt einen auf mehr hoffen.
Fazit
Nachdem also in den Bereichen Film, Buch und Musik schwachen Jahr wird es also Zeit, dass nun morgen eine neue Ära anbricht. Ein goldenes Zeitalter, mit überragenden Kino-Besuchen, tollen Konzerten, und großartigen Büchern. Eine außergewöhnliche Reise ist schon gebucht. ..und nicht zu vergessen: wer weiß zu was für Verzweiflungstaten der Weltuntergang die Mädels treibt…
- BM out -
Black_Mage - am Donnerstag, 20. Dezember 2012, 16:47 - Rubrik: Jahresrueckblick 2012
Scheintod gewahrt - Schein wahren
Die Tatsache, dass in wenigen Tagen das Jahr 2012 beginnt, stellt mich vor eine gewisse Hürde: ich glaube aus unbekannten Gründen, dass 2012 erst übernächstes Jahr ist. Vielleicht ist es ja nur aus Selbstschutz, da ja nächstes Jahr im Dezember die Welt untergeht?
Noch ist es aber nicht so weit, und es gibt ein Jahr zu rekapitulieren. Wohl an!
Vorweg und von allen Kategorien unabhängig möchte ich erwähnen, wie geil ich es fand, dass die heurige Rugby-WM so unkompliziert übers Internet mitzuverfolgen war. Das hab ich mir schwieriger erwartet, aber auf der offiziellen Internetseite konnte man sich tatsächlich nachträglich jedes Spiel in voller Länge anschauen!
Arbeit:
Nach dem absoluten Stillstand des letzten Jahres hat sich heuer im letzten Quartal doch endlich was getan. Die seit langem angestrebte Versetzung in einen größeren Shop hat mich vor die Erkenntnis gestellt, dass man vorsichtig sein muss, was man sich wünscht. Nach einer holprigen Eingewöhnungszeit bin ich aber mittlerweile auch dort eingelebt und habe meine Position gefestigt. Mal schauen was ich dort nun weiterbringen kann.
Außerdem die Ernüchterung: Ich verdiene aktuell zu gut, als dass es finanziell sinnvoll ist den Job zu schmeissen und was anderes zu beginnen.
Privat:
Mein Liebesleben hat sich quasi traditionell mit kaum nennenswerten Ausnahmen als non-existent gezeigt. Nachdem dies ein selbsterwählter Zustand ist, kann ich mich kaum ernsthaft beklagen, auch wenn ich mittlerweile einsehe, dass ich das ändern sollte.
Aufregender dafür mein Umzug in die neue Wohnung. Nicht bloß weil "OMG, neuen Wohnung!" sondern eben auch, weil dass alles natürlich nicht so reibungslos verlaufen ist, wie ich mir das mal wieder ausgemalt habe. Nichtsdestotrotz: OMG, neue Wohnung!
Unterwegs:
Zum ersten Mal seit langem gab es überhaupt keine Reise, keinen Kurzurlaub oder sonstigen erwähnenswerten Aus-/Inlandsaufenthalt. Die neue Wohnung fordert ihren finanziellen Tribut. Sehr wahrscheinlich wird sich das Fazit für 2012 genauso gestalten.
Musik:
Und wieder mal habe ich ein aufregendes Konzertjahr absolviert. Highlight war auf alle Fälle das "System of a Down"-Konzert am Nova Rock (einfach weil es SoaD war *g*). Skindred habe ich heuer wieder 2 mal sehen können, Rammstein war in Wien und Morrissey im Konzerthaus. Besonders mein Herbst war natürlich wie üblich sehr dicht gebucht :)
Natürlich gibt es ein paar Neuentdeckungen: Pendulum, Blockflöte des Todes und Volbeat.
Lieblingsalbum des Jahres: "Audio, Video, Disco" von Justice.
Kino:
Heuer war es ein vergleichsweise schwaches Kinojahr. Natürlich nur auf meine Kinobesuche bezogen. Alles in allem waren es keine 65 Filme. Das lag vor allem daran, dass meine bessere Kino-Hälfte im ersten Halbjahr noch mehr geschwächelt hat, als in der zweiten und ich dann doch auch anderen Interessen nachgehe.
Meine Top 5 des Jahres in alphabetischer Reihenfolge:
Am Ende des Tages
Eine absolute Tour de Force. Eine Spirale des Wahnsinns und der Gewalt, die sich immer schneller zu drehen beginnt und einen an den Eingeweiden packt.
Politiker und Saubermann Robert will mit Freundin Katharina ein gemütliches Wochenende in der Abgeschiedenheit verbringen und wird, in Form vom äußert schrägen und labilen Wolfgang, von seiner Vergangenheit eingeholt.
Nicholas Ofczarek ist großartig wie immer ...und 'Wunderwelt' ist einem für immer verdorben ;)
Die Haut in der ich wohne
Rache und Begierde sind das zentrale Motiv von Pedro Almodovars letztem Film.
Robert, ein angesehener plastischer Chirurg, hat ein dunkles Geheimnis. Dass er im geheimen an einer jungen Frau künstliche Haut, die er selbst entwickelt, testet, ist aber noch nicht das düsterste was er in seiner Privatklinik betreibt. Denn der Peiniger seiner Tochter bekommt einige ungewollte Verschönerungen verpasst...
Gott des Gemetzels
Ausnahmsweise hab ich tatsächlich mal einen "besten Film des Jahres"!
Ein Kammerspiel. 2 Elternpaare, mit wenigen, kurzen Ausnahmen auf ein Wohnzimmer beschränkt, geraten aneinander weil der Sohn der einen, dem Sohn der anderen einen Zahn ausgeschlagen hat. Die Konstellationen wer mit wem gegen wen wettert ändern sich laufend, und die Dialoge sprühen vor Ehrlichkeit, Brutalität und Witz.
Das besondere ist jedoch, dass sich die 4 Darsteller abwechselnd gegenseitig an die Wand spielen. Kein Wunder bei dem Traum-Cast von Kate Winslet, Jodie Foster, John C Reily und Christoph Waltz.
Melancholia
Lars von Trier ist ein mehr als streitbarer Charakter. Seine Filme sind selten geradeheraus, und meist eine düstere Angelegenheit. Bei Melancholia bricht er nicht mit dieser Tradition ..aber fängt die erschaffene Atmosphäre auf beeindruckende Weise ein.
Die Prämise ist schnell heruntgebrochen: Der gewaltige Planet 'Melancholia' steuert auf die Erde zu. Laut der Experten soll aber keine Kollission statt finden, und es gibt keinen Grund in Angst und Traurigkeit zu versinken. Andererseits...
Alleine für die unfassbar tolle Eröffnungsmontage sehenswert!
The Fighter
Die zugegebenermaßen erwählte #5 der Liste. Es hätte im Grunde jeder der anderen 3 (im nächsten Absatz gelisteten) Filme sein können.
Die Verfilmung der Biographie des Boxers Mickey 'Irish' Ward. Es ist realtiv klassisch: erst einige Niederlagen und das Ende jeder Hoffnung, dann lernt er ein Mädel kennen, stellt sich neu auf, trainiert hart und wird dann Weltmeister.
Die Tatsache das Mark Wahlberg (ein guter und bemühter Schauspieler, der aber gewisse und erkennbare Grenzen hat) diesen Micky Ward darstellt, ist jetzt auch noch nicht die Erklärung, warum dieser Film in dieser Liste steht.
Das Geheimnis zum Erfolg liegt in Mickys Bruder Dicky: dem wie (fast) immer großartigen Christian Bale. Ähnlich wie bereits bei "The Machinist" ist er an seine körperlichen Grenzen gegangen um den von Drogen zerfressenen Ex-Boxer / Trainer darzustellen. Erschreckend gut!
Erwähnenswert sind noch Tucker & Dale vs Evil, Black Swan und Biutiful.
Aus dem Viennale-Sortiment habe ich einen klaren Favoriten: "The Artist". Der startet übrigens Anfang 2012 im Kino - absolute Empfehlung!
Außerdem gibt es ein absolutes Novum: ich habe während eines Filmes den Saal verlassen, einfach weil ich den Film so furchtbar schlecht fand. Dieser Preis geht an den Viennale Überaschungsfilm "Die Höhle der vergessenen Träume". Manche Dinge werden aus gutem Grund vergessen...
Bücher:
Ich war auch heuer wieder fleissig damit beschäftigt meine Bücherregale zu füllen (was ja mit ein Grund für den Umzug war). Ich habe eine zeitlang mitgeschrieben was ich alles gelesen habe, aber im Sommer reisst die Liste leider ab.
Auch wenn ich ca 30 Bücher und einen Haufen Manga und einige Graphic Novels gelesen habe, gibt es keine große Neuentdeckung so wie letztes Jahr.
Was ich auf alle Fälle empfehlen kann ist die Graphic Novel-Serie "Locke & Key". Eine fabelhafte und vielschichtige Geschichte mit großartigen Zeichnungen.
Und eine weitere Erwähnung verdient sich "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago: Ein Buch mit Schachtelsätzen die teilweise mehrere Seiten überspannen, Nebensätze die rechtwinkelig von der eigentlichen Handlung / Aussage abbiegen, keine klare Kennzeichnung von direkter und indirekter Rede. All das sind nicht unbedingt stilistische Hürden die der Autor dem Leser in den Weg legt um seine interessante Geschichte aufregender zu machen, sondern selbst fast ein Teil der Erzählung. Erstaunlicherweise fand ich es leichter zu lesen, als man es sich, bei der Art wie es geschrieben wurde, erwarten muss.
- BM out -
Noch ist es aber nicht so weit, und es gibt ein Jahr zu rekapitulieren. Wohl an!
Vorweg und von allen Kategorien unabhängig möchte ich erwähnen, wie geil ich es fand, dass die heurige Rugby-WM so unkompliziert übers Internet mitzuverfolgen war. Das hab ich mir schwieriger erwartet, aber auf der offiziellen Internetseite konnte man sich tatsächlich nachträglich jedes Spiel in voller Länge anschauen!
Arbeit:
Nach dem absoluten Stillstand des letzten Jahres hat sich heuer im letzten Quartal doch endlich was getan. Die seit langem angestrebte Versetzung in einen größeren Shop hat mich vor die Erkenntnis gestellt, dass man vorsichtig sein muss, was man sich wünscht. Nach einer holprigen Eingewöhnungszeit bin ich aber mittlerweile auch dort eingelebt und habe meine Position gefestigt. Mal schauen was ich dort nun weiterbringen kann.
Außerdem die Ernüchterung: Ich verdiene aktuell zu gut, als dass es finanziell sinnvoll ist den Job zu schmeissen und was anderes zu beginnen.
Privat:
Mein Liebesleben hat sich quasi traditionell mit kaum nennenswerten Ausnahmen als non-existent gezeigt. Nachdem dies ein selbsterwählter Zustand ist, kann ich mich kaum ernsthaft beklagen, auch wenn ich mittlerweile einsehe, dass ich das ändern sollte.
Aufregender dafür mein Umzug in die neue Wohnung. Nicht bloß weil "OMG, neuen Wohnung!" sondern eben auch, weil dass alles natürlich nicht so reibungslos verlaufen ist, wie ich mir das mal wieder ausgemalt habe. Nichtsdestotrotz: OMG, neue Wohnung!
Unterwegs:
Zum ersten Mal seit langem gab es überhaupt keine Reise, keinen Kurzurlaub oder sonstigen erwähnenswerten Aus-/Inlandsaufenthalt. Die neue Wohnung fordert ihren finanziellen Tribut. Sehr wahrscheinlich wird sich das Fazit für 2012 genauso gestalten.
Musik:
Und wieder mal habe ich ein aufregendes Konzertjahr absolviert. Highlight war auf alle Fälle das "System of a Down"-Konzert am Nova Rock (einfach weil es SoaD war *g*). Skindred habe ich heuer wieder 2 mal sehen können, Rammstein war in Wien und Morrissey im Konzerthaus. Besonders mein Herbst war natürlich wie üblich sehr dicht gebucht :)
Natürlich gibt es ein paar Neuentdeckungen: Pendulum, Blockflöte des Todes und Volbeat.
Lieblingsalbum des Jahres: "Audio, Video, Disco" von Justice.
Kino:
Heuer war es ein vergleichsweise schwaches Kinojahr. Natürlich nur auf meine Kinobesuche bezogen. Alles in allem waren es keine 65 Filme. Das lag vor allem daran, dass meine bessere Kino-Hälfte im ersten Halbjahr noch mehr geschwächelt hat, als in der zweiten und ich dann doch auch anderen Interessen nachgehe.
Meine Top 5 des Jahres in alphabetischer Reihenfolge:
Am Ende des Tages
Eine absolute Tour de Force. Eine Spirale des Wahnsinns und der Gewalt, die sich immer schneller zu drehen beginnt und einen an den Eingeweiden packt.
Politiker und Saubermann Robert will mit Freundin Katharina ein gemütliches Wochenende in der Abgeschiedenheit verbringen und wird, in Form vom äußert schrägen und labilen Wolfgang, von seiner Vergangenheit eingeholt.
Nicholas Ofczarek ist großartig wie immer ...und 'Wunderwelt' ist einem für immer verdorben ;)
Die Haut in der ich wohne
Rache und Begierde sind das zentrale Motiv von Pedro Almodovars letztem Film.
Robert, ein angesehener plastischer Chirurg, hat ein dunkles Geheimnis. Dass er im geheimen an einer jungen Frau künstliche Haut, die er selbst entwickelt, testet, ist aber noch nicht das düsterste was er in seiner Privatklinik betreibt. Denn der Peiniger seiner Tochter bekommt einige ungewollte Verschönerungen verpasst...
Gott des Gemetzels
Ausnahmsweise hab ich tatsächlich mal einen "besten Film des Jahres"!
Ein Kammerspiel. 2 Elternpaare, mit wenigen, kurzen Ausnahmen auf ein Wohnzimmer beschränkt, geraten aneinander weil der Sohn der einen, dem Sohn der anderen einen Zahn ausgeschlagen hat. Die Konstellationen wer mit wem gegen wen wettert ändern sich laufend, und die Dialoge sprühen vor Ehrlichkeit, Brutalität und Witz.
Das besondere ist jedoch, dass sich die 4 Darsteller abwechselnd gegenseitig an die Wand spielen. Kein Wunder bei dem Traum-Cast von Kate Winslet, Jodie Foster, John C Reily und Christoph Waltz.
Melancholia
Lars von Trier ist ein mehr als streitbarer Charakter. Seine Filme sind selten geradeheraus, und meist eine düstere Angelegenheit. Bei Melancholia bricht er nicht mit dieser Tradition ..aber fängt die erschaffene Atmosphäre auf beeindruckende Weise ein.
Die Prämise ist schnell heruntgebrochen: Der gewaltige Planet 'Melancholia' steuert auf die Erde zu. Laut der Experten soll aber keine Kollission statt finden, und es gibt keinen Grund in Angst und Traurigkeit zu versinken. Andererseits...
Alleine für die unfassbar tolle Eröffnungsmontage sehenswert!
The Fighter
Die zugegebenermaßen erwählte #5 der Liste. Es hätte im Grunde jeder der anderen 3 (im nächsten Absatz gelisteten) Filme sein können.
Die Verfilmung der Biographie des Boxers Mickey 'Irish' Ward. Es ist realtiv klassisch: erst einige Niederlagen und das Ende jeder Hoffnung, dann lernt er ein Mädel kennen, stellt sich neu auf, trainiert hart und wird dann Weltmeister.
Die Tatsache das Mark Wahlberg (ein guter und bemühter Schauspieler, der aber gewisse und erkennbare Grenzen hat) diesen Micky Ward darstellt, ist jetzt auch noch nicht die Erklärung, warum dieser Film in dieser Liste steht.
Das Geheimnis zum Erfolg liegt in Mickys Bruder Dicky: dem wie (fast) immer großartigen Christian Bale. Ähnlich wie bereits bei "The Machinist" ist er an seine körperlichen Grenzen gegangen um den von Drogen zerfressenen Ex-Boxer / Trainer darzustellen. Erschreckend gut!
Erwähnenswert sind noch Tucker & Dale vs Evil, Black Swan und Biutiful.
Aus dem Viennale-Sortiment habe ich einen klaren Favoriten: "The Artist". Der startet übrigens Anfang 2012 im Kino - absolute Empfehlung!
Außerdem gibt es ein absolutes Novum: ich habe während eines Filmes den Saal verlassen, einfach weil ich den Film so furchtbar schlecht fand. Dieser Preis geht an den Viennale Überaschungsfilm "Die Höhle der vergessenen Träume". Manche Dinge werden aus gutem Grund vergessen...
Bücher:
Ich war auch heuer wieder fleissig damit beschäftigt meine Bücherregale zu füllen (was ja mit ein Grund für den Umzug war). Ich habe eine zeitlang mitgeschrieben was ich alles gelesen habe, aber im Sommer reisst die Liste leider ab.
Auch wenn ich ca 30 Bücher und einen Haufen Manga und einige Graphic Novels gelesen habe, gibt es keine große Neuentdeckung so wie letztes Jahr.
Was ich auf alle Fälle empfehlen kann ist die Graphic Novel-Serie "Locke & Key". Eine fabelhafte und vielschichtige Geschichte mit großartigen Zeichnungen.
Und eine weitere Erwähnung verdient sich "Die Stadt der Sehenden" von José Saramago: Ein Buch mit Schachtelsätzen die teilweise mehrere Seiten überspannen, Nebensätze die rechtwinkelig von der eigentlichen Handlung / Aussage abbiegen, keine klare Kennzeichnung von direkter und indirekter Rede. All das sind nicht unbedingt stilistische Hürden die der Autor dem Leser in den Weg legt um seine interessante Geschichte aufregender zu machen, sondern selbst fast ein Teil der Erzählung. Erstaunlicherweise fand ich es leichter zu lesen, als man es sich, bei der Art wie es geschrieben wurde, erwarten muss.
- BM out -
Black_Mage - am Dienstag, 27. Dezember 2011, 14:42 - Rubrik: Jahresrueckblick 2011
Scheintod gewahrt - Schein wahren
2010 war wieder eines der weniger aufregenden Jahre. Langsam erkenne ich da ein Muster: die geraden Jahre sind bei immer die, wo sich nicht soviel tut.
Und für 2011 sind schon einige Großartigkeiten angekündigt: ein "System of a Down"-Konzert, Umzug in eine neue große Wohnung, ein paar Projekte an denen ich arbeite könnten sich realisieren, etc
Arbeit:
Hier hat sich überhaupt nichts verändert. Selber Posten, selber Ort, selbes Team. Zum Jahresende hin habe ich wiedermal eine "Ich halt das nicht aus"-Phase gehabt, aber ich gehöre zur Zeit zum "Ich bin jung und brauch das Geld"-Club, da muss man eben die Zähne zusammenbeissen.
Mittlerweile ist auch klar, dass ich in diesem Shop niemals zum Shopleiter erklärt werde - die Firma hat sich mit mir ja einen gefunden, der die selbe Arbeit auch für weniger Geld macht.
Privat:
Anfang des Jahres hatte ich noch ein sogenanntes Pantscherl, dass sich dann aber selbst aufgelöst hat, nachdem ich keine Versuche unternommen habe mehr draus zu machen. Das restliche Jahr habe ich mich dann wieder komplett in meiner Rolle als eingefleischter Junggeselle eingelebt. Ich weiß, ich darf es nicht verschreien, aber mit etwas Glück hält das ja noch eine Weile so an ... wenn mir diese verflixten Hormone nicht dazwischen funken ;)
Unterwegs:
Heuer gab es einen tollen Städteurlaub: Lissabon. Ich bin weiterhin so begeistert von dieser Stadt, dass ich schon weiß, wohin ich auswandere, wenn ich mal vor der politischen Situation in der Stadt flüchten muss. (Wahl 2015?)
Lissabon hat ein tolles Flair, eine wunderschöne Innenstadt, und furchtbar nette Leute. Die Parallelen zu Wien zeichnen sich hier also ab :)
Musik:
Natürlich habe ich 2010 auch wieder viel Musik gehört, leider nicht soviel Live, da es im Herbst dann kaum Interessante Gigs gab.
Neben einigen Konzerten im Frühjahr (Amanda Palmer,Skindred, La Roux, Give it a name-Festival, Tocotronic, Cancerbats,...) war dann im Juni das Nova-Rock als Endzeit-Erlebnis schon ein Highlight für sich. Nach dem Gatsch-Desaster vom Vorjahr ging es heuer mit einem Sandsturm MadMax-artig zu. Die Stimmung trübt sowas natürlich nicht. Rammstein, Skindred, The Hives, und haufenweise neue Bands - was will man mehr?
Mehr neue gute Musik gabs halt aus der Büchse. Meine Neuentdeckungen 2010: The Editors, Grum, Menomena.
Kino:
Mein Lieblingshobby ist auch dieses Jahr nicht zu kurz gekommen. Über 70 Mal war ich heuer im Kino und 18 Filme (exklusive Viennale-Filmen) haben es in die engste Auswahl geschafft. Auf die folgenden Top 5 zu kommen, war natürlich nicht leicht.
Im Dezember hat mich wiedermal die Kinomüdigkeit gepackt, zumal der Herr Cinematograph (aka großes B) zur Zeit lieber arbeiten geht, als ins Kino.
A Single Man
Den Tod eines geliebten Menschen verkraftet man nur schwer. Wenn man auf die Unterstützung von Freunden dabei zurück greifen kann, wird es erträglicher. Unerträglich ist das ganze nun also für Colin Firth, denn seine große Liebe war ein anderer Mann - etwas zu dem er als Uni-Professor in den 60ern nicht öffentlich stehen kann. In Rückblenden erinnert er sich an das Kennenlernen und die gemeinsame Zeit und den tragischen Unfalltod seines Geliebten, während er sich darauf vorbereitet ihm mit gebrochenem Herzen und einer Kugel im Kopf zu folgen.
Der Film ist das Regie-Debüt von Tom Ford, und der Zugang zum Film läuft demensprechend sehr über die Optik. Mit hervorragenden Bildern fängt der Film den Leidensweg des Hauptcharakters ein, die Einsamkeit und das Sehnen im Diesseits, das subtile Glück der Zweisamkeit in den Erinnerungen. Lichtblicke im Alltag (der Film spielt eigentlich an einem einzigen Tag) wirken sich auch auf die Farben in den Szenen aus.
Mehr noch ist "a Single Man" eine One-Man-Show für Colin Firth, der für die Rolle auch zu Recht Oscar nominiert war.
Bereits auf DVD erschienen.
The American
George Clooney flieht in ein italienisches Nest um sich vor irgendwelchen Kriminellen zu verstecken, die er scheinbar in Ausübung seines undurchsichtigen und blutigen Geschäftes gegen sich aufgebracht hat. Er nimmt einen letzten Job an, und lebt sich langsam in dem Dorf ein, in dem als "il americano" hervorsticht. Sein Herz verliert er dabei an eine Prostituierte, und träumt davon mit ihr ein neues Leben zu beginnen - fernab von Mord und Totschlag - sobald sein letzter Job beendet ist. Das Gefühl in eine Falle zu tappen, verlässt ihn aber keine Minute...
Der Film ist spannend und gut erzählt, und bedient sich an den richtigen Stellen den gängigen Cliches. Der reuige Attentäter, die Hure mit dem Herz aus Gold, der korrumpierte Freund, der gute Dorfpfarrer. Wo er aber eben seine exzellenz ausspielt ist in der Bildsprache. Die Farben und Stimmungen die gezeichnet werden, machen diesen Film zu einem Genuss. Ein guter, unaufdringlicher Soundtrack im Hintergrund und ein spielfreudiger George Clooney im Bildmittelpunkt - ein Film den ich jedem ans Herz legen kann.
Ab 24.2. auf DVD
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott
Horst und Mitbewohner Toni kommen in die prekäre Situation Großmuttermangel zu haben, als sich der Bürgermeister ankündigt um für die Zeitung ein Geburtstags-Foto mit ihr aufzunehmen. Die Großmutter ist nämlich längst Tod, nur kassiert der Toni immer noch ihre Pension und das Pflegegeld. Zum Glück weiß Toni aber, dass das Krankenhaus gleich ums Eck ist, wo sich bestimmt eine komatöse Rentnerin finden lässt, die als Ersatz-Großmutter 5 Minuten posieren soll und schneller wieder zurück im Krankenhaus ist, als es dort dem Pflegepersonal auffallen kann. Was Toni nicht weiß, ist dass die Entführte Elfriede Ott ist, die nach einem kurzen Zusammenbruch auf der Bühne im Krankenhaus weilt. Als sie die Ott wieder zurück bringen wollen, ist natürlich längst die Polizei längst auf der Suche nach der Schauspielerin. Jetzt wirds für Horst und Toni langsam kompliziert.
Ich gestehe mir hier Voreingenommenheit ein, aber österreichische Komödien haben einfach einen Esprit, wie ihn selbst französisches Kino nicht hervorbringt. Der Film ist ein Angriff auf die Lachmuskeln und die Hauptdarsteller stolpern von einer abstrusen Situation in die Nächste, und schon nach einer halben Stunde sieht man eigentlich kein Entkommen mehr für sie. Die unzähligen Nebencharaktäre, die alle in irgendeiner Form in die Entführung verstrickt sind bzw versuchen davon zu profitieren, und die Tatsache dass jeder am anderen vorbei redet und werkt, vergrößert das Chaos - sehr zum Genuss für den Zuseher. Eigentlich ein Pflichtfilm.
noch kein DVD-Release-Datum
Ein Sommer in New York - The visitor
Walter, ein verwittweter Professor der die Lust an seiner Arbeit verloren hat, kommt für eine Konferenz nach New York, wo er eine leerstehende Wohnung hat. Als er in seine Wohnung kommt, ist die aber nicht so leerstehend wie er glaubt: Tarek und Zainab haben die Wohnung in dem Glauben gemietet, dass ihr Vermieter dazu auch ein Recht hat. Erst schmeisst Walter die beiden Eindringlinge aus der Wohnung, fasst sich dann aber ein Herz und lässt sie weiter logieren. Mit den Tagen freundet er sich mit Tarek, der im Central Park trommelt, an und langsam auch mit Zainab die ihren Unterhalt mit dem Verkauf von afrikanischen Handwerkskunst verdient. Als Tarek unverdienterweise verhaftet wird, erfährt Walter das Tarek und Zainab illegal im Land sind und nun Tarek die Abschiebung nach Syrien droht. Nun setzt Walter sich für seinen neugewonnen Freund ein und erfährt wie das System gegen die Illegalen arbeitet.
Der Film ist ein wunderbar stilles Drama, mit realistischen Charaktären, nachvollziehbaren Motiven und entwickelt einen ganz eigenen Fluss. Die Veränderung des Hauptcharakters findet auf mehreren Ebenen statt, zB. vom gescheiterten Klavierspieler zum begeisterten Trommler, und auch die Zwischenmenschliche Kommunikation verändert sich sehr natürlich. Außerdem prangert der Film das System nicht an, sondern zeigt es nur in seiner unmenschlichen Pracht, die eben notwendig ist, wenn das Alltagsgeschäft das Wegsperren und Depotieren von Menschen ist.
Bereits auf DVD erschienen
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Scott, Anfang 20 und ein Slacker wie er im Buche steht, Bassist bei einer kleinen Band, verliebt sich in Ramona. Ramona hat nur einen Haken - die "Liga der sieben teuflischen Ex-Lover" steht zwischen ihrem und Scotts Glück. Erst wenn er seine 7 Kontrahenten im Kampf besiegt hat, kann er Ramona sein nennen. Gleichzeitig kämpft Scott mit dem unverwundenen Ende seiner letzten Beziehung, dem Battle-of-the-Bands um einen Plattenvertrag, und natürlich auch damit, sein Leben wenigstens ein bisschen mehr in den Griff zu bekommen.
Auf diesen Film habe ich mich monatelang gefreut. Als er dann aber besser war als ich erwartet habe, war ich selbst überascht. Diese Comic-Verfilmung ist nicht nur sehr flott und voller Humor, und die Action-Szenen erstaunlich gut choreographiert, sondern weißt auch einige großartige Schnitte und Szenenwechsel auf. Dazu kommt großartige Rock-Musik, Anspielungen auf Videospiele, und ein Gros an grandiosen Nebendarstellern - vom schwulen Mitbewohner (Kieran Culkin), der Veganer-Polizei (Thomas Jane) bis zum Platten-Guru/Ex-Lover (Jason Schwartzmann) und dem Action-Star (Chris Evans - schon beinahe eine Selbst-Persiflage). Leichte - aber dafür pure - Unterhaltung.
Ab 24.2. auf DVD
Bücher:
Ja, ein neuer Bereich in den Jahresrückblicken. OMG :)
Es ist ja nicht grad so, als ob ich das Lesen erst 2010 für mich entdeckt habe. Aber da ich auch heuer besonders viel gelesen habe (vorallem in der 2. Jahreshälfte habe ich einen persönlichen Seiten-Rekord aufgestellt) und eben einen neuen Autor gefunden habe, von dem ich dann gleich mal fast alles verschlungen habe, was mir in die Finger gefallen ist, sollten auch die Bücher einen Rückblick bekommen.
Wichtigster Neuzugang: Brandon Sanderson, ein absoluter Fantasy-Gott. Jedes Buch/Serie ist einzigartig. Ein eigenes Setting, eigene Religionen, eigene Magiesysteme. Allein für diese Kreativität findet er meine Beachtung, aber dann auch noch so packend zu schreiben, so dichte Charaktäre und Beziehungen zu schaffen und das auch noch auf sovielen Seiten zu halten ... manchmal bin ich echt sprachlos. Top-Tipp von ihm: die "Mistborn"-Serie, ein must-read für jeden Fantasy-Fan.
- BM out -
Und für 2011 sind schon einige Großartigkeiten angekündigt: ein "System of a Down"-Konzert, Umzug in eine neue große Wohnung, ein paar Projekte an denen ich arbeite könnten sich realisieren, etc
Arbeit:
Hier hat sich überhaupt nichts verändert. Selber Posten, selber Ort, selbes Team. Zum Jahresende hin habe ich wiedermal eine "Ich halt das nicht aus"-Phase gehabt, aber ich gehöre zur Zeit zum "Ich bin jung und brauch das Geld"-Club, da muss man eben die Zähne zusammenbeissen.
Mittlerweile ist auch klar, dass ich in diesem Shop niemals zum Shopleiter erklärt werde - die Firma hat sich mit mir ja einen gefunden, der die selbe Arbeit auch für weniger Geld macht.
Privat:
Anfang des Jahres hatte ich noch ein sogenanntes Pantscherl, dass sich dann aber selbst aufgelöst hat, nachdem ich keine Versuche unternommen habe mehr draus zu machen. Das restliche Jahr habe ich mich dann wieder komplett in meiner Rolle als eingefleischter Junggeselle eingelebt. Ich weiß, ich darf es nicht verschreien, aber mit etwas Glück hält das ja noch eine Weile so an ... wenn mir diese verflixten Hormone nicht dazwischen funken ;)
Unterwegs:
Heuer gab es einen tollen Städteurlaub: Lissabon. Ich bin weiterhin so begeistert von dieser Stadt, dass ich schon weiß, wohin ich auswandere, wenn ich mal vor der politischen Situation in der Stadt flüchten muss. (Wahl 2015?)
Lissabon hat ein tolles Flair, eine wunderschöne Innenstadt, und furchtbar nette Leute. Die Parallelen zu Wien zeichnen sich hier also ab :)
Musik:
Natürlich habe ich 2010 auch wieder viel Musik gehört, leider nicht soviel Live, da es im Herbst dann kaum Interessante Gigs gab.
Neben einigen Konzerten im Frühjahr (Amanda Palmer,Skindred, La Roux, Give it a name-Festival, Tocotronic, Cancerbats,...) war dann im Juni das Nova-Rock als Endzeit-Erlebnis schon ein Highlight für sich. Nach dem Gatsch-Desaster vom Vorjahr ging es heuer mit einem Sandsturm MadMax-artig zu. Die Stimmung trübt sowas natürlich nicht. Rammstein, Skindred, The Hives, und haufenweise neue Bands - was will man mehr?
Mehr neue gute Musik gabs halt aus der Büchse. Meine Neuentdeckungen 2010: The Editors, Grum, Menomena.
Kino:
Mein Lieblingshobby ist auch dieses Jahr nicht zu kurz gekommen. Über 70 Mal war ich heuer im Kino und 18 Filme (exklusive Viennale-Filmen) haben es in die engste Auswahl geschafft. Auf die folgenden Top 5 zu kommen, war natürlich nicht leicht.
Im Dezember hat mich wiedermal die Kinomüdigkeit gepackt, zumal der Herr Cinematograph (aka großes B) zur Zeit lieber arbeiten geht, als ins Kino.
A Single Man
Den Tod eines geliebten Menschen verkraftet man nur schwer. Wenn man auf die Unterstützung von Freunden dabei zurück greifen kann, wird es erträglicher. Unerträglich ist das ganze nun also für Colin Firth, denn seine große Liebe war ein anderer Mann - etwas zu dem er als Uni-Professor in den 60ern nicht öffentlich stehen kann. In Rückblenden erinnert er sich an das Kennenlernen und die gemeinsame Zeit und den tragischen Unfalltod seines Geliebten, während er sich darauf vorbereitet ihm mit gebrochenem Herzen und einer Kugel im Kopf zu folgen.
Der Film ist das Regie-Debüt von Tom Ford, und der Zugang zum Film läuft demensprechend sehr über die Optik. Mit hervorragenden Bildern fängt der Film den Leidensweg des Hauptcharakters ein, die Einsamkeit und das Sehnen im Diesseits, das subtile Glück der Zweisamkeit in den Erinnerungen. Lichtblicke im Alltag (der Film spielt eigentlich an einem einzigen Tag) wirken sich auch auf die Farben in den Szenen aus.
Mehr noch ist "a Single Man" eine One-Man-Show für Colin Firth, der für die Rolle auch zu Recht Oscar nominiert war.
Bereits auf DVD erschienen.
The American
George Clooney flieht in ein italienisches Nest um sich vor irgendwelchen Kriminellen zu verstecken, die er scheinbar in Ausübung seines undurchsichtigen und blutigen Geschäftes gegen sich aufgebracht hat. Er nimmt einen letzten Job an, und lebt sich langsam in dem Dorf ein, in dem als "il americano" hervorsticht. Sein Herz verliert er dabei an eine Prostituierte, und träumt davon mit ihr ein neues Leben zu beginnen - fernab von Mord und Totschlag - sobald sein letzter Job beendet ist. Das Gefühl in eine Falle zu tappen, verlässt ihn aber keine Minute...
Der Film ist spannend und gut erzählt, und bedient sich an den richtigen Stellen den gängigen Cliches. Der reuige Attentäter, die Hure mit dem Herz aus Gold, der korrumpierte Freund, der gute Dorfpfarrer. Wo er aber eben seine exzellenz ausspielt ist in der Bildsprache. Die Farben und Stimmungen die gezeichnet werden, machen diesen Film zu einem Genuss. Ein guter, unaufdringlicher Soundtrack im Hintergrund und ein spielfreudiger George Clooney im Bildmittelpunkt - ein Film den ich jedem ans Herz legen kann.
Ab 24.2. auf DVD
Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott
Horst und Mitbewohner Toni kommen in die prekäre Situation Großmuttermangel zu haben, als sich der Bürgermeister ankündigt um für die Zeitung ein Geburtstags-Foto mit ihr aufzunehmen. Die Großmutter ist nämlich längst Tod, nur kassiert der Toni immer noch ihre Pension und das Pflegegeld. Zum Glück weiß Toni aber, dass das Krankenhaus gleich ums Eck ist, wo sich bestimmt eine komatöse Rentnerin finden lässt, die als Ersatz-Großmutter 5 Minuten posieren soll und schneller wieder zurück im Krankenhaus ist, als es dort dem Pflegepersonal auffallen kann. Was Toni nicht weiß, ist dass die Entführte Elfriede Ott ist, die nach einem kurzen Zusammenbruch auf der Bühne im Krankenhaus weilt. Als sie die Ott wieder zurück bringen wollen, ist natürlich längst die Polizei längst auf der Suche nach der Schauspielerin. Jetzt wirds für Horst und Toni langsam kompliziert.
Ich gestehe mir hier Voreingenommenheit ein, aber österreichische Komödien haben einfach einen Esprit, wie ihn selbst französisches Kino nicht hervorbringt. Der Film ist ein Angriff auf die Lachmuskeln und die Hauptdarsteller stolpern von einer abstrusen Situation in die Nächste, und schon nach einer halben Stunde sieht man eigentlich kein Entkommen mehr für sie. Die unzähligen Nebencharaktäre, die alle in irgendeiner Form in die Entführung verstrickt sind bzw versuchen davon zu profitieren, und die Tatsache dass jeder am anderen vorbei redet und werkt, vergrößert das Chaos - sehr zum Genuss für den Zuseher. Eigentlich ein Pflichtfilm.
noch kein DVD-Release-Datum
Ein Sommer in New York - The visitor
Walter, ein verwittweter Professor der die Lust an seiner Arbeit verloren hat, kommt für eine Konferenz nach New York, wo er eine leerstehende Wohnung hat. Als er in seine Wohnung kommt, ist die aber nicht so leerstehend wie er glaubt: Tarek und Zainab haben die Wohnung in dem Glauben gemietet, dass ihr Vermieter dazu auch ein Recht hat. Erst schmeisst Walter die beiden Eindringlinge aus der Wohnung, fasst sich dann aber ein Herz und lässt sie weiter logieren. Mit den Tagen freundet er sich mit Tarek, der im Central Park trommelt, an und langsam auch mit Zainab die ihren Unterhalt mit dem Verkauf von afrikanischen Handwerkskunst verdient. Als Tarek unverdienterweise verhaftet wird, erfährt Walter das Tarek und Zainab illegal im Land sind und nun Tarek die Abschiebung nach Syrien droht. Nun setzt Walter sich für seinen neugewonnen Freund ein und erfährt wie das System gegen die Illegalen arbeitet.
Der Film ist ein wunderbar stilles Drama, mit realistischen Charaktären, nachvollziehbaren Motiven und entwickelt einen ganz eigenen Fluss. Die Veränderung des Hauptcharakters findet auf mehreren Ebenen statt, zB. vom gescheiterten Klavierspieler zum begeisterten Trommler, und auch die Zwischenmenschliche Kommunikation verändert sich sehr natürlich. Außerdem prangert der Film das System nicht an, sondern zeigt es nur in seiner unmenschlichen Pracht, die eben notwendig ist, wenn das Alltagsgeschäft das Wegsperren und Depotieren von Menschen ist.
Bereits auf DVD erschienen
Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Scott, Anfang 20 und ein Slacker wie er im Buche steht, Bassist bei einer kleinen Band, verliebt sich in Ramona. Ramona hat nur einen Haken - die "Liga der sieben teuflischen Ex-Lover" steht zwischen ihrem und Scotts Glück. Erst wenn er seine 7 Kontrahenten im Kampf besiegt hat, kann er Ramona sein nennen. Gleichzeitig kämpft Scott mit dem unverwundenen Ende seiner letzten Beziehung, dem Battle-of-the-Bands um einen Plattenvertrag, und natürlich auch damit, sein Leben wenigstens ein bisschen mehr in den Griff zu bekommen.
Auf diesen Film habe ich mich monatelang gefreut. Als er dann aber besser war als ich erwartet habe, war ich selbst überascht. Diese Comic-Verfilmung ist nicht nur sehr flott und voller Humor, und die Action-Szenen erstaunlich gut choreographiert, sondern weißt auch einige großartige Schnitte und Szenenwechsel auf. Dazu kommt großartige Rock-Musik, Anspielungen auf Videospiele, und ein Gros an grandiosen Nebendarstellern - vom schwulen Mitbewohner (Kieran Culkin), der Veganer-Polizei (Thomas Jane) bis zum Platten-Guru/Ex-Lover (Jason Schwartzmann) und dem Action-Star (Chris Evans - schon beinahe eine Selbst-Persiflage). Leichte - aber dafür pure - Unterhaltung.
Ab 24.2. auf DVD
Bücher:
Ja, ein neuer Bereich in den Jahresrückblicken. OMG :)
Es ist ja nicht grad so, als ob ich das Lesen erst 2010 für mich entdeckt habe. Aber da ich auch heuer besonders viel gelesen habe (vorallem in der 2. Jahreshälfte habe ich einen persönlichen Seiten-Rekord aufgestellt) und eben einen neuen Autor gefunden habe, von dem ich dann gleich mal fast alles verschlungen habe, was mir in die Finger gefallen ist, sollten auch die Bücher einen Rückblick bekommen.
Wichtigster Neuzugang: Brandon Sanderson, ein absoluter Fantasy-Gott. Jedes Buch/Serie ist einzigartig. Ein eigenes Setting, eigene Religionen, eigene Magiesysteme. Allein für diese Kreativität findet er meine Beachtung, aber dann auch noch so packend zu schreiben, so dichte Charaktäre und Beziehungen zu schaffen und das auch noch auf sovielen Seiten zu halten ... manchmal bin ich echt sprachlos. Top-Tipp von ihm: die "Mistborn"-Serie, ein must-read für jeden Fantasy-Fan.
- BM out -
Black_Mage - am Freitag, 31. Dezember 2010, 09:44 - Rubrik: Jahresrueckblick 2010
Scheintod gewahrt - Schein wahren