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Netflix ist eigentlich ein ziemlich guter Service. Das Filmangebot ist bei uns zwar ein bissl mau, aber ich nutze es vor allem für Serien.
Was mich aber immer etwas ärgert ist, dass bei uns nur die Serien soweit verfügbar sind, wie es auch deutsche Fassungen davon gibt. Eine Limitierung die ich nicht verstehe.

Kürzlich habe ich "The Expanse" geschaut. Eine Sci-Fi Serie im Weltall, die mich erst nicht überzeugt hat, aber dann wirklich super spannend wird.
Die Serie endet bei uns mit Staffel 2, obwohl es bereits eine Dritte gibt.

Netflix hat meinen stillen Ärger gespürt und mir daraufhin "Timeless" empfohlen. In der Kurzbeschreibung wurde Zeitreise erwähnt und es wirkte so, als wäre die Serie nach einer Staffel eingestellt worden. Nach der Enttäuschung, dass es die weitere Expanse-Staffel nicht bei uns gibt, war mir das gerade Recht.

Zur Mitte der Staffel habe ich nachgeschaut und festgestellt, dass es doch eine zweite Staffel gibt, die mir Netflix halt nur nicht zeigen will. (Aber es wird leider keine dritte Staffel geben.) Soviel also dazu :D

Erst eine kurze Einleitung zur Serie und dann warum ich das überhaupt anspreche.

Die Serie hat ein Team von 3 Leuten im Mittelpunkt. Lucy, eine Geschichtsprofessorin. Wyatt, einen Delta-Force Soldaten. Rufus, ein Geek und Mitentwickler der Zeitmaschine.
Die Drei haben die Aufgabe einen anderen Zeitreisenden zu fangen und zu verhindern, dass die Geschichte (zu sehr) verändert wird.
Soweit so klar.

Das da im Hintergrund eine große Verschwörung läuft und es auch persönliche Themen gibt, die sich mit Zeitreise lösen lassen versteht sich von selbst. Lucys Schwester wurde durch so eine Geschichtsveränderung "gelöscht", und die will sie wieder haben. Wyatts Frau wurde 6 Jahre zuvor ermordet und den Tod könnte er verhindern.

Neben den Ausflügen in die Vergangenheit, wo sie natürlich immer auf wichtige Persönlichkeiten der (US-amerikanischen) Geschichte treffen, gibt es eine verbindende Geschichte und die sich entwickelnde Dynamik, wenn die 3 Zeitreisenden zu einem Team werden.

Gut, Erklärung abgeschlossen.
Jetzt zum eigentlichen Thema.

Natürlich gibt es auch so einen Romantik-Subplot zwischen Lucy und Wyatt. Kommen sie zusammen? Wird das was? Hui, da müssen sie sich der Tarnung wegen küssen. Was wird denn das mit denen? etc.
Nicht gerade innovativ. Andererseits spielt die Serie großteils in der Vergangenheit, also warum nicht auch altbackene Sub-Plots?

Dann ist die Staffel zu Ende. Es gibt in letzter Minute einen Haufen Plottwists. Aber dieses "Will they, won't they" findet keine Auflösung.

Ein paar Tage nachdem ich mit Staffel 1 durch war, ist es mir jetzt aber doch zu blöd geworden. Jetzt schaue ich die zweite Staffel halt als pixeligen Stream mit zig Pop-ups. Diese Popups habe ich ja schon mal erwähnt [LINK].

Und da findet doch tatsächlich diese Spannung zwischen Lucy und Wyatt eine Entladung. Endlich gestehen sich die beiden ein, dass sie aufeinander stehen. Die beiden landen miteinander gleich mal im Bett. Halbe Sachen sind für die anderen.

Und dann ist plötzlich Wyatts Frau wieder am Leben. BÄMM.

Da denkt man sich natürlich gleich mal: "Oho. Dreiecks-Beziehung. Für wen wird Wyatt sich nun entscheiden. Wie neu und frisch."

ABER: Die Wiederauferstandene erkennt gleich Mal, dass da was zwischen den beiden war/ist. In ihrer Zeitlinie war die Beziehung mit Wyatt eh schon bei der Eheberatung angekommen, also zieht sie ohne großem Groll den Hut.

ABER: Lucy, weil sie die Gute ist, sagt ihr dann, dass Wyatt so lange auf diese Chance gewartet hat seine Ehefrau zurück zu bekommen. Sie überzeugt die Frau es mit dem "neuen" Wyatt zu probieren.

Und damit ist die Sache erledigt. Ich bin bei ca Hälfte der Staffel und wenn sie das diszipliniert durchhalten, bin ich echt begeistert. Den dummen Romantik-Subplot erst auflösen und dann die anbahnende Dreiecks-Beziehung gleich mit, finde ich außergewöhnlich.

(Wetten die Ehefrau stirbt nächste Folge?)

Fertig.


Wenn ich euch aber schon da habe, muss ich natürlich was zu den Zeitreisen sagen. So rein Meta hat das für mich nach ein paar Folgen keinen Sinn mehr ergeben :D
Wenn sie wieder in die Gegenwart zurück kommen, hat sich die Geschichte natürlich immer ein wenig verändert. Die Erinnerungen der 3 (die ja außerhalb der Entwicklung unterwegs waren) an die Originale Geschichte, die quasi unserer Zeitlinie entspricht, ist gleich geblieben.
Das wirft dann doch irgendwann die Frage auf, warum die Historikerin so wichtig ist, deren Fachwissen langsam aber doch an Bedeutung verlieren muss. Oder?
So beeindruckend es ist, wenn jemand ALLES über jeden historischen Event der letzten 250 Jahre weiß. Wenn jemand im Jahr 1776 stirbt, der eigentlich hätte überleben sollen, muss er keine historische Figur sein, damit das Auswirkungen hat.

Was? Ich soll eine Zeitreise-Serie nicht auf Plausibilität prüfen? Okay.
 

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